Moderne Berufe: Haben Sie das Zeug zum Social Media Manager?

Klingt auf Anhieb nicht schlecht, aber was genau hat ein Social Media Manager eigentlich zu tun? Und welche Voraussetzungen muss er oder sie für diesen Job mitbringen?

Seitdem sich Facebook und Twitter, Blogs, Wikis und Podcasts im Arbeitsleben etabliert haben, entwickeln sich neue Berufsbilder, die sowohl bei Absolventen, aber auch bei Jobumsteigern Interesse an neuen Aufgaben und Herausforderungen wecken.

Die Social-Media-Dienste ermöglichen Firmen und Dienstleistern, mit ihren Kunden und Zielgruppen im Dialog zu sein. Kommunikation hat die einseitige Information anhand von Newslettern und Werbebotschaften längst abgelöst. Daraus ergibt sich für die Unternehmen ein riesiges Potenzial, um die Meinungen ihrer Kunden zu Produkten und Leistungen zu erfahren. Auf diese Weise vereinfacht sich die Marktforschung, und ein Hersteller oder Vertreiber von Produkten kann ggf. unmittelbar auf den Konsumentenfrust reagieren. Außerdem lassen sich über eine gezielte Ansprache auf den Plattformen weitere Kunden generieren.

Social-Media-Experten werden immer häufiger gesucht

Diese Entwicklung führt dazu, dass Firmen zunehmend bei Facebook & Co. präsent sind, um das ungeheure wirtschaftliche Potenzial auszuschöpfen. Heute twittert nicht mehr der Praktikant im Auftrag seines Arbeitgebers, sondern es werden Personen gesucht, die den Firmenauftritt in den Online-Netzwerken optimal vorbereiten, kontrollieren und pflegen. Aus diesem Bedarf heraus ist die Tätigkeit des Social Media Managers entstanden.

Dessen Aufgaben umfassen alle Aktivitäten, die das Unternehmen auf dem Feld der Social Media voranbringen. Dafür ist es erforderlich, alle bisher gelaufenen Anstrengungen zu analysieren, auszuwerten und auszubauen. Vorrangig ist die Definition der User und potenziellen Kunden und wie sich diese über welche Netzwerke erreichen lassen. Die Auftritte, die für die sozialen Netzwerke organisiert werden, richten sich nach eben dieser Begriffsbestimmung.

So kommt der regelmäßigen Pflege der Social Media die wohl entscheidende Bedeutung zu, sie wird schon aufgrund der hohen Aktualität und der Schnelllebigkeit in den Netzwerken verlangt. Plötzlich aufkommende Shitstorms wie unlängst bei Amazon oder ernsthafte Verstimmungen von Kunden erfordern rasche Stellungnahmen und Image- sowie Sympathiewerbung auf höchstem Niveau. Genau hier liegt die Aufgabe des Social Media Managers: den Blick auf die Online-Auftritte seines Unternehmens richten, immer im Auge haben, was dort geschieht, fix reagieren, auch moderieren, aber die Aktivität der Nutzer nicht unterbinden oder kritisieren.

Natürlich muss so jemand die Zielgruppe aus dem Effeff kennen, damit er seine Arbeit ebenso wirkungsvoll wie effizient durchziehen kann. Er befindet sich im Dialog mit den Kunden – und das möglichst auf gleicher Augenhöhe. Das bedeutet, deren Ton zu treffen und von ihnen akzeptiert zu werden.

Außerdem muss er neben den eigenen Seiten ebenfalls die Auftritte der Konkurrenz kennen und verfolgen. Er sollte wissen, was derzeit gebloggt, getwittert und gepostet wird und wer die meisten Fans und Follower für sich gewinnen kann. Unter diesem Aspekt kommt der Aktualität eine zusätzliche Bedeutung zu. Ein aufgeschlossenes Publikum wird nur mit spannenden Themen erreicht – wobei die Verpackung keine untergeordnete Rolle spielt. Insofern muss ein Social Media Manager eine Frau oder ein Mann des Wortes sein, schreiben können und einen gewissen Witz haben. Denn selbst auf interessante Themen reagiert kaum jemand, wenn sie langweilig präsentiert werden.

Social Media Manager: Job mit Zukunft

Abwechslungsreich und vielseitig sind die Aufgaben im Social Media Management, und immer größer wird die Zahl der Unternehmen, die für diesen Bereich Fachleute suchen. Dabei gilt die Kommunikationsstärke als wichtigste Qualifikation, aber auch ein breit gefächertes Interesse sowie eine starke Affinität zu den sozialen Medien im Netz gehören zum Rüstzeug. Den zunehmenden unternehmerischen Aktivitäten im Bereich Social Media entspricht der Zuwachs an Angeboten für spezielle Studiengänge und entsprechende Weiterbildungen. Denn es gibt noch zahlreiche Firmen, die Facebook, Google Plus & Co. erst in ihre Unternehmensstruktur einbinden wollen.

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass der Beruf des Social Media Managers nicht der jungen Generation vorbehalten ist, sondern auch erfahrene Mitarbeiter können hier einsteigen und ihrer eigenen Karriere neuen Schwung verleihen. Das Entwerfen von Botschaften und Inhalten für das Social Web gelingt nicht nur mit jugendlichem Enthusiasmus, sondern verlangt auch ein gewisses psychologisches Feingefühl, wie es ausgebildete Werbefachleute häufig mitbringen. Allerdings müssen sie sich exzellent mit allem auskennen, was unter den Begriff Social Media Relation fällt und ebenso Bescheid wissen, was im Blogging angesagt ist. Hinzu kommen umfangreiche Kenntnisse der sogenannten Microblogging-Dienste wie Twitter oder von Content-Diensten wie YouTube.

Leider ist das Berufbild noch nicht überall eindeutig festgelegt, sodass sich mancherorts Überschneidungen mit den Arbeitsbereichen von Content-Managern und Online-Redakteuren ergeben. Dazu veröffentlichte der Bundesverband Community Management im vergangenen Sommer eine Definition über den Unterschied zwischen den Jobs als Junior/Senior Community Manager oder als Junior/Senior Social Media Manager. Demnach kennen sich Social Media Manager besonders gut mit den Funktionsweisen und speziellen Eigenschaften von sozialen Netzwerken aus und verstehen es, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Social-Web-Dienste gegeneinander abzuwägen.

Sie müssen außerdem in der Lage sein zu entscheiden, warum welche Online-Kommunikations-Werkzeuge für die Unternehmensstrategie genutzt oder bewusst ausgeklammert werden. Ein Social Media Manager der Spitzenklasse benötigt daher nicht nur ein grundlegendes technisches Verständnis, wie Online-Dienste effektiv genutzt werden, sondern weiß auch um die weiterführenden technischen Einzelheiten sowie die Beschränkungen der unterschiedlichen Plattformen. Gleichzeitig wird von ihm perfektes Know-how im Umgang mit dem Computer erwartet sowie mit dem Internet und den Content-Management-Systemen.
Hier können Sie sich zum Social Media Manager ausbilden lassen

Die SRH Berlin bietet einen Bachelor of Arts in BWL an – mit dem Schwerpunkt E-Business und Social Media. Einen Masterstudiengang „Creative Communication & Social Media Management“ hat die Fachhochschule des Mittelstands im Angebot. Berufstätige bauen über Weiterbildungseinrichtungen und Fernakademien (z. B. mit dem ILS Fernkurs Social Media Manager) ihr Wissen im Bereich Social Media aus.

1 Kommentar

  1. Weiterbildungen eignen sich im Social Media-Bereich besonders für diejenigen, die bereits Erfahrung in Kommunikation, Marketing oder sogar Social Media mitbringen. Heilsbringer für Neulingen sind sie allerdings eher nicht, denn Unternehmen möchten Menschen mit “Standing”.

    Der Social Media Manager IHK mit einem bundesweit einheitlichen Curriculum hat sich übrigens auch etabliert. Besonders seine Eignung für kleine und mittelständische Unternehmen und seine Ausrichtung auf strategische Aspekte der Social Media-Nutzung hat wohl am Markt überzeugt.

    Bei vielen lokalen IHKs und Bildungsanbietern kann man kann man den Social Media Manager IHK machen.

    Und *hüstl* bei uns in der LVQ führen wir ihn seit 2011 auch durch.

Ihr Kommentar zum Thema