Musik am Arbeitsplatz – Vorteil oder Nachteil?
Alles begann mit dem Versuch, Kühe zu einer erhöhten Milchproduktion mittels musikalischer Untermalung des Kuhalltags anzuregen. Als diese Forschungsreihe ergab, dass unter bestimmten musikalischen Voraussetzungen tatsächlich eine Steigerung der Milchproduktion erfolgte, fand die Diskussion um die Musik am Arbeitsplatz eine neue Basis.
Was bewirkt Musik beim Menschen?
„Das ist der Rhythmus bei dem jeder mit muss“ ist nicht von ungefähr ein geflügeltes Wort, welches häufig in fröhlicher Runde bei entsprechender musikalischer Untermalung gehört wird. Musik löst in uns emotionale Reaktionen aus, die sich sogar körperlich manifestieren können. Je nach Musikart, aber auch nach musikalischen Vorlieben, reicht die Palette der Emotionen von stillem Vergnügen über sprudelnde Lebensfreude bis hin zur Wut. So begleitet die leise Berieselung sanfter Töne den Zuhörer in den Schlaf, optimistische, energievolle Stücke lösen im Menschen einen Schub purer Lebensfreude und nicht selten den Drang nach Bewegung aus, so wie aber auch aggressive Musikgestaltung eben Wut und Aggression auslösen kann. Natürlich spielen persönliche Stilrichtungen der Musik eine große Rolle dabei. Ein Mensch, welcher klassische Musik einfach nur als nervend und störend empfindet, wird sich dabei weder entspannen, noch wird konzentriertes Arbeiten möglich sein. Dagegen kann softe Rockmusik beim gleichen Menschen genau die gewünschten Effekte erzielen.
So wie Musikstil und –vorlieben Emotionen, Verhalten und Leistungsvermögen beeinflussen, ist dies auch bei der Lautstärke der Fall. Studien erwiesen, dass bei extrem lauter, aggressiver Rockmusik, selbst beim Liebhaber selbiger, die Konzentrationsfähigkeit stark absank, während dessen leise, nicht ebenso aggressiver Rockmusik eine Steigerung der Konzentration und somit Leistungsfähigkeit, im Verhältnis zum „Normalzustand“ ohne Musikbegleitung, auslöste. Grundsätzlich gilt für den Einfluss der Musik auf uns Menschen, dass wir unser Gefühlsleben, aber auch unsere Leistungsfähigkeit, dem Gehörten unbewusst anpassen. Als effektiv für gesteigerte Konzentration haben sich gleichmäßige Rhythmen in gemäßigter Lautstärke erwiesen. „Gemäßigte Lautstärke“ bedeutet, dass die Musik immer im Hintergrund agiert, niemals den Pegel der Aufmerksamkeit auf sich selbst erreicht. Schnellere, fröhliche anmutende Musik steigert dagegen die Effizienz eines Arbeitenden, sie wirkt motivierend und auflockernd. Doktor Papadopulos fasste die Wirkung der Musik auf uns Menschen in wenigen Worten sehr treffend zusammen: „Musik liefert buchstäblich den Soundtrack für unser Leben…“.
Musik am Arbeitsplatz – Vorteil oder Nachteil?
Grundsätzlich ist Musik am Arbeitsplatz zu befürworten. Doch abhängig von einigen Komponenten, muss dieser Bejahung auch Einschränkungen auferlegt werden. Solche Komponenten sind z.B. Raumgröße, Lautstärkepegel, den der Arbeitsplatz u.U. schon selbst erreicht, aber auch die Mitarbeiteranzahl kann ausschlaggebend sein. So scheint es wenig angebracht, in einem Großraumbüro jedem Mitarbeiter an seinem Platz das Miniradio zu zugestehen, da bald das ganze Büro in Chaos ertrinken würde. Ebenso wenig Sinn macht Musikuntermalung an einem lautstarken technischen Arbeitsplatz. Dagegen kann Musik in einem kleinen Büro oder bei der monotonen Arbeit an einem Fließband, die Mitarbeiter wiederum beflügeln und die Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes leichter von der Hand gehen lassen.
Musik bei der Arbeit –was ist zu beachten?
Zuerst einmal sollten alle Beteiligten, also alle im Raum tätigen Mitarbeiter, mit Musikuntermalung am Arbeitsplatz einverstanden sein. Ist dies der Fall, sollte man gemeinsam über Stil und Lautstärke der Musik entscheiden. Wird der Vorschlag, Musik im Arbeitsleben zu integrieren von den Mitarbeitern initiiert, so muss unbedingt auch die Zustimmung des Chefs eingeholt werden. Nicht zu vergessen ist auch die Erfüllung der gesetzlichen Auflagen bezüglich GEZ und GEMA. Was wann zum Tragen kommt, hängt vom Musikgerät und von der Öffentlichkeit des Arbeitsortes ab.
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Micha am 28 März 2009:
Bei uns im Betrieb (Tischlerei) läuft den ganzen Tag das Radio. Mit Musik ist der Tag viel schöner und weniger stressig. Ohne geht es nicht.
Maik am 17 August 2011:
Ich arbeite in einem Großraumbüro und wir dürfen leider keine Musik hören. Erstens würde es die anderen Mitarbeiter stören und zweitens stört Musik bei den Telefonaten. Ansonsten würde ich Musik aber begrüßen.
Linda am 17 August 2011:
Ich arbeite im Krankenhaus auf einer Station für Innere Medizin. Wir dürfen auch keine Musik hören, aber ich würde es auch sehr gut finden. Gerade die Nachtschicht wäre somit erträglicher.
Schraubenschlüs am 18 August 2011:
Ich arbeite in einer KFZ-Werkstatt und bei uns läuft den ganzen Fritz im Radio. Also ohne Radio geht es nicht!
Linia am 24 November 2011:
Also bei uns läuft den ganzen Tag ,von 6:30 bis 15:30, 35 Minuten Pause abgezogen, das Radio. Am Anfang fand ich das auch ganz toll. Jetzt nervt es mich nur noch. Wenn es wenigstens gute Musik wäre, vom Klang ganz zu schweigen… Aber den ganzen Tag läuft 104,6 RTL. Mehr Werbung als alles andere. Oder wenn wieder etwas verlost wurde und die Hörerin, die gewonnen hat dann erstmal ins Telefon kreischt. Ganz großes Kino. Vorgestern hab ich mal gefragt, ob man das Radio mal einen Tick leiser machen könnte. Die Antwort: Wieso?
Ein anderer Sender wird auch nicht eingeschaltet. Tja, und nu?????