Neid und Eifersucht: Es geht um Geld, Karrieren und Positionen

Wohl jeder hat es schon erlebt, und doch ist es wenig förderlich für die Zusammenarbeit: Neid, Missgunst und Eifersucht prägen das Betriebsklima und sorgen für Unruhe.

Doch wie kann es soweit kommen? Warum lässt es sich manchmal nicht vermeiden? Was sind die Auswirkungen, und gibt es vielleicht sogar Vorteile?

Neid und Eifersucht: Unvermeidbare menschliche Eigenschaften

Zunächst sind Neid und Missgunst Eigenschaften, die man kaum vermeiden kann, denn sie gehören zu einem menschlichen Charakter dazu. Der eine tendiert mehr zum Neid, der andere wird leicht eifersüchtig, und wieder andere sind mit unterschiedlichsten ungünstigen Charakterzügen gesegnet. Jeder einzelne dieser Fehler wird sich auf das Klima im Betrieb auswirken, und in der Regel sind die Auswirkungen durchaus auch negativ, doch man muss immer wissen: Sie gehören zu jedem Menschen dazu, und man wird sie nicht verhindern können. Aber nicht jeder reagiert in gleichem Maße und auf den gleichen Auslöser mit Missgunst, so dass die Bandbreite an Möglichkeiten durchaus recht weit gefasst ist. Im Grunde gehen Neid, Eifersucht und Missgunst immer darauf zurück, dass man selbst etwas haben möchte, was scheinbar unerreichbar scheint und was einem anderen offenbar in den Schoß fällt: Es geht um mehr Geld, um Karriere, um Weiterentwicklung, um die bessere Position.

Neigt jemand zu Neid und Missgunst und möchte er sich beruflich weiterentwickeln ohne dabei erfolgreich zu sein, ist die Auswirkung vorprogrammiert, wenn ein anderer den großen Coup landet und befördert wird: Es kommt zum Streit. Wann immer ein anderer also etwas erhält, was man selbst gerne hätte, wird man ihm diesen Erfolg neiden und missgünstig reagieren.

Die Auswirkungen: Negativ, aber auch positiv

Die negativen Folgen von Neid und Eifersucht liegen auf der Hand: Es kommt zum Streit unter Kollegen, es sind Intrigen zu befürchten, man wird alles tun, um den begünstigten Mitarbeiter in ein schlechtes Licht zu rücken. Gerne versagt man ihm die Unterstützung, wenn Hilfestellung nötig ist, und im schlimmsten Fall muss er sogar mit Mobbing oder Lügen und Rufmord-Kampagnen rechnen. Tatsächlich können die negativen Auswirkungen so weit gehen, dass man dem scheinbar bevorzugten Kollegen die weitere berufliche Entwicklung schwer macht, indem man Lügen verbreitet und seine Leistungen schmälert. Letztlich kann sich dieses Verhalten so negativ auf den Kollegen selbst auswirken, dass er beginnt Fehler zu machen und dass er irgendwann das Weite sucht. In diesem Fall hat die Maschinerie des erfolgreichen Mobbings ganze Arbeit geleistet, man hat den Widersacher schlicht vertrieben.

Doch Neid, Eifersucht und Missgunst können auch positive Folgen haben – wenn man versteht, die zugrunde liegende Energie und Beweggründe zielgerichtet zu nutzen und zu kanalisieren. Dieses Bestreben kann einerseits aus dem vernachlässigten Kollegen selbst kommen, es kann aber auch von Seiten der Vorgesetzten gefördert werden. Damit man selbst gegen das Gefühl von Neid und Eifersucht angehen kann, müssen die Gründe dafür klar sein. Das setzt eine gewisse Bereitschaft zur Selbstreflexion voraus.

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  • Warum fühle ich mich übergangen und benachteiligt?
  • Habe ich gute Arbeit geleistet, und keiner nimmt sie wahr?
  • Habe ich mich schlecht verkauft?
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Man muss also zunächst den Ursachen auf den Grund gehen. Im nächsten Schritt darf man Neid gerne als Antriebsfeder verwenden, die Dinge zukünftig besser zu machen. Vielleicht möchte man verstärkt auf das Selbstmarketing achten, vielleicht die eigenen Vorzüge besser platzieren, vielleicht mehr auf zielgerichtetes Networking achten. Wenn am Ende der Selbstreflexion die Bereitschaft steht, getreu dem Motto „Konkurrenz belebt das Geschäft!“ an sich selbst zu arbeiten und es dem erfolgreichen Kollegen nachzumachen, hat man aus den scheinbar negativen Eigenschaften Neid, Missgunst und Eifersucht das Beste herausgezogen und darf sich über eine gravierende persönliche Weiterentwicklung freuen. Doch auch der Vorgesetzte kann steuernd eingreifen, denn er kann diesen Prozess der Selbstreflexion unterstützen und den vordergründig benachteiligten Mitarbeiter in Zukunft stärker fordern und fördern. Auch dann hat man gemeinsam den scheinbar negativen Gefühlen etwas Positives abgewonnen.

Der Notfallplan: Wenn nichts mehr geht

Hat sich die Situation bereits so weit entwickelt, dass das Betriebsklima maßgeblich leidet, dass die Leistung im Team schlechter wird und dass einzelne Kollegen gesundheitlich angegriffen wirken, ist es höchste Zeit zu handeln.

Dann hilft nur noch der Notfallplan, der in der Regel besagt: Der Störenfried muss aus dem Team entfernt werden.

In diesem Fall greifen jegliche disziplinarischen Maßnahmen, angefangen bei einem klärenden Gespräch bis zur Versetzung in eine andere Abteilung. Ist es erst einmal so weit gekommen, muss der Vorgesetzte steuernd eingreifen um schlimmere Folgen für sein Team zu vermeiden. Allerdings bleibt zu hoffen, dass dies tatsächlich die letzte Konsequenz ist und dass der missgünstige Mitarbeiter schon vorher durch Vorgesetzte, Kollegen und durch eine gewisse Selbstreflexion wieder auf den richtigen Weg gebracht wurde.

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