I need a break: So setzen Sie Ihre Pausen richtig

Der Arbeitstag wird lang und stressig, die zu bearbeitenden Aufgaben stapeln sich und da sollen Sie noch in Ruhe Pause machen? Viele Angestellte haben Angst, ihr Arbeitspensum nicht erfüllen zu können oder einen sehr späten Feierabend zu haben und arbeiten deshalb gerne die eigentlichen Pausen durch. Leider ist genau das ein großer Fehler, denn regelmäßige Pausen sind wichtig für die Entspannung, Konzentrationsfähigkeit und auf lange Sicht Krankheitsprävention eines Menschen. Und wenn Sie die Pausen richtig setzen, können Sie anschließend wieder effizienter und damit auch schneller arbeiten. Eine Zeitersparnis durch weniger oder gar keine Pausen ist deshalb ein echter Trugschluss. Wir möchten Ihnen erläutern, wie Sie Ihre Pausen setzen und nutzen sollten, für weniger Stress und mehr Produktivität am Arbeitsplatz…

1. Wofür sind Pausen eigentlich gut?
2. Sind Pausen wirklich Zeitfresser?
3. Wie oft sollten Sie Pause machen?
4. Wie nutzen sie diese Pausen richtig?
5. Finden Sie Ihren individuellen Pausenplan

Wofür sind Pausen eigentlich gut?

Die Pausenregelung ist gesetzlich streng vorgeschrieben und hier haben sich die Politiker auch tatsächlich etwas dabei gedacht: Pausen sind wichtig für den Menschen, um auf Dauer psychisch und physisch gesund zu bleiben. Der Gesetzgeber sieht die Pausen deshalb als Schutz für den Mitarbeiter. Sie sollen eine Überanstrengung verhindern und ihm Zeit zum Essen und Entspannen geben, um den natürlichen Rhythmus des Körpers beibehalten zu können.

Die Konzentrationsfähigkeit eines Menschen ist laut neuester Studien nur rund 70 bis 80 Minuten auf einem hohen Level und anschließend für rund 20 Minuten passiv. Der normale Rhythmus eines Organismus weist zudem am Vormittag ein Leistungshoch auf, welches gegen Mittag immer mehr nachlässt.

Ein 20- bis 30-minütiger Mittagschlaf, der sogenannte Power-Nap, kann hier entgegenwirken.

Immer mehr Firmen führen dafür extra Entspannungsräume ein. Doch auch wenn Sie solch luxuriöse Möglichkeiten in Ihrem Unternehmen (noch) nicht haben, sollten Sie die Pausen an Ihrem natürlichen Rhythmus ausrichten und effizient nutzen. Nur so bleiben Sie auf Dauer gesund. Psychische Überlastungszustände sind nämlich mittlerweile die Hauptursache für krankheitsbedingte Fehlzeiten von Mitarbeitern.

Sind Pausen wirklich Zeitfresser?

Keine, zu kurze oder falsche genutzte Pausen sind übrigens auch der Hauptgrund für mangelhafte Leistungen am Arbeitsplatz. Entgegen dem allgemeinen Denken, Pausen seien reine Zeitfresser, ergaben neueste Studien nämlich, dass Arbeitnehmer, die sich an den folgend vorgestellten Pausenplan halten, alles in allem mindestens genauso produktiv sind wie ihre Kollegen mit nur einer halben Stunde Mittagspause. Wer dem Gehirn Zeit zur Erholung gibt, kann nämlich anschließend wieder umso konzentrierter und schneller arbeiten. Pausen sind daher zwar ein Zeitfresser auf der einen Seite, aber ein Produktivitätsschub auf der anderen. Unterm Strich kommen wir somit auf dasselbe Ergebnis. Mit dem wichtigen Unterschied, dass Arbeitnehmer, die mehr Pausen einlegen, auf Dauer gesünder sind und weniger Krankheitstage aufweisen, vor allem jene mit stressbedingten Ursachen.

Wie oft sollten Sie Pause machen?

Der bereits angesprochene, empfohlene Pausenplan der Experten sieht wie folgt aus:

  • 15 Minuten Pause am Vormittag
  • 30 Minuten Pause zur Mittagszeit
  • 15 Minuten Pause am Nachmittag

Außerdem sollten nach jeder vollen Stunde fünf Minuten Pause eingelegt werden. Möglich ist stattdessen auch die Anwendung der sogenannten Pomodoro-Technik, welche wir Ihnen im Artikel „Produktivität steigern: 3 + 7 Ansätze für mehr Leistung im Job“ bereits näher erläutert haben. Hauptsache, Sie geben Ihrem Gehirn regelmäßig einen kurzen Break.

Wie nutzen sie diese Pausen richtig?

Die Einhaltung dieses Pausenplans ist bereits ein großer Schritt in die richtige Richtung. Die optimale Nutzung der Pausen jedoch, ist mindestens ebenso wichtig, denn nur dann können Sie von den Vorteilen der regelmäßigen Pausen profitieren. Hierbei gibt es zwei Dinge zu beachten: Einerseits die absoluten Grundregeln, welche für jede Pause gelten, und andererseits Ihren biologischen Rhythmus, wonach Sie zu unterschiedlichen Tageszeiten auch eine unterschiedliche Art der Pause benötigen.

1. Die Grundregeln für jede Pause:

  • Verlassen Sie Ihren Arbeitsplatz, denn die räumliche Trennung hilft beim Abschalten der Gedanken von der Arbeit.
  • Sprechen Sie mit Ihren Kollegen, versuchen Sie jedoch einmal das Thema „Arbeit“ zu meiden.
  • Machen Sie ein paar kurze Übungen, bewegen Sie sich, gehen Sie an die frische Luft und entspannen Sie Ihre Augen, falls Sie bei Ihrer Arbeit viel vor dem Bildschirm sitzen.
  • Nehmen Sie Ihr Essen nicht am Arbeitsplatz oder „neben der Arbeit her“ ein, sondern nehmen Sie sich hierfür eine Pause, gehen Sie in die Kantine, in ein Restaurant oder suchen Sie sich ein nettes Bänkchen an der frischen Luft.
  • Eignen Sie sich kleine Entspannungsübungen für „Zwischendurch“ an, zum Beispiel Yoga, autogenes Training oder eine Traumreise. Verlassen Sie auch hierfür gerne den Arbeitsplatz, um nicht den Spott der Kollegen auf sich zu ziehen. Irgendwer wird es nämlich immer lustig oder unangemessen finden, wenn Sie in Ihrem Bürostuhl für einige Minuten die Augen schließen. Und unter Beobachtung kann schließlich kaum jemand so richtig entspannen…

2. Orientieren Sie sich an Ihrem natürlichen Rhythmus:

Die Gestaltung der Pausen hängt außerdem von der jeweiligen Tageszeit ab. Am Vormittag beispielsweise, bewegen Sie sich noch in Ihrem Leistungshoch. Hier können Sie die 15-minütige Pause für einen lustigen Kaffeeklatsch mit den Kollegen nutzen.

In der Mittagspause sollten Sie unbedingt Ihr Essen zu sich nehmen und zwar mit ausreichend Zeit. Schnell essen oder gar neben der Arbeit her ist ein großer Fehler und tut weder Körper noch Geist gut. Sehen Sie zu, dass Sie einen Kontrast zu Ihrer Arbeit finden, das bedeutet, dass Sie Ruhe vom stressigen Großraumbüro suchen oder Bewegung vom Sitzen am Schreibtisch. Versuchen Sie außerdem abzuschalten, nicht über die Arbeit nachzudenken und auch mit den Arbeitskollegen ein anderes Thema zu finden.

Am Nachmittag lässt dann stetig Ihre Konzentrationsfähigkeit nach. Hier sollten Sie deshalb vermehrt nach Entspannung suchen. Nutzen Sie die 15-minütige sowie alle Fünf-Minuten-Pausen dafür, bewusst herunterzufahren. Vielleicht haben Sie ja auch die Möglichkeit für einen kurzen Power-Nap oder Sie schließen einfach einmal für drei Minuten die Augen. Selbst das kann bereits Wunder bewirken, Sie werden sehen…

Finden Sie Ihren individuellen Pausenplan

Schlussendlich muss jeder für sich selbst den Rhythmus finden, der am besten funktioniert. Jeder Mensch hat andere Entspannungsmechanismen. Wichtig ist, dass Sie den für sich richtigen Plan entwickeln und strikt einhalten. Denn die Regelmäßigkeit der Pausen und ein fester Rhythmus bringen auf Dauer die besten Effekte und halten Sie psychisch sowie physisch gesund. Die Vorlieben sind hierbei ganz unterschiedlich. Laut einer bei Statista veröffentlichten Umfrage verbringen 47 Prozent der Arbeitnehmer ihre Pausen durch Klatsch und Tratsch mit den Kollegen. Doch auch alleine zu entspannen oder sonstige Tätigkeiten, wie zum Beispiel Sport oder ein Spaziergang, sind recht beliebt.

Statistik: Was machen Sie am liebsten in Ihren kurzen Pausen während des Arbeitstages? | Statista
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Welche sind Ihre liebsten Pausenbeschäftigungen?

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