Psychologische Tipps für das Vorstellungsgespräch

Ein Vorstellungsgespräch ist immer eine besondere Situation, die trotz bester Vorbereitung und Information nie bis ins letzte Detail durchgeplant und kontrolliert werden kann.

Diese Situation löst bei vielen Bewerbern Angstgefühle aus, die bis zu einem gewissen Grad durchaus positiv sind, weil sie Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen fördern können. Oft ist es jedoch kein realer Grund, sondern eher die Angst vor der eigenen Angst oder die Angst davor, dass die Angst anderen auffällt, die zu Nervosität, Herzklopfen oder sogar einem Blackout führen. Der erste Schritt ist ja schon geschafft und man wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Umgekehrt bedeutet dies aber auch, dass man die Angst meist relativ einfach mit den folgenden psychologischen Tricks in den Griff bekommen kann.

Ein Vorbereitungsritual zelebrieren

Mehr Sicherheit im Vorstellungsgespräch kann man sich im Vorfeld zum Beispiel dadurch verschaffen, dass man sich etwas Gutes tut und sich damit auf den Termin positiv einstimmt. Solche Vorbereitungsrituale können ein ausgedehntes Frühstück oder ein Spaziergang an der frischen Luft sein, bei dem man sich noch einmal seine Stärken ins Gedächtnis ruft und Mut zuspricht. Helfen kann es aber auch, das Selbstbewusstsein zu stärken, indem man sich für das Vorstellungsgespräch ein neues Outfit oder eine neue Frisur zulegt. Religiöse Menschen können vor allem Ruhe und Kraft aus Gebeten schöpfen, andere glauben dagegen an die Wirkung von Glücksbringern und nehmen sie mit zu wichtigen Terminen.

Die Körpersprache nutzen

Gefühle drücken sich immer auch in der Körpersprache aus. Angst zeigt sich beispielsweise in Verlegenheitsgesten wie sich am Kopf kratzen, mit den Füßen wippen, mit den Händen spielen, auf den Boden schauen, schnellem Sprechen oder einer steifen Sitzhaltung. Umgekehrt können eine entspannte Körperhaltung, Gestik und Mimik aber auch die Stimmung beeinflussen. Wer trotz Anspannung versucht, sich bequem hinzusetzen, seinem Gegenüber freundlich in die Augen zu blicken, langsamer zu sprechen, die Füße auf den Boden zu setzen und die Hände ruhig in den Schoß zu legen, wird deshalb bald merken, dass er lockerer wird. Und die entspannte Körpersprache wird sehr wahrscheinlich von den anwesenden Personen erwidert werden und insgesamt zu einer positiveren Gesprächsatmosphäre führen.

Auf andere Gedanken kommen

Wenn man sich in einem Vorstellungsgespräch trotzdem gehemmt fühlt, liegt das oft daran, dass man sich in Gedanken nur mit sich selbst und der eigenen Angst beschäftigt. Die Angst wird damit aber nicht weniger, sondern eher mehr. Auch wenn es trivial klingt, sollte man deshalb versuchen, sich abzulenken.

Eine sinnvolle Technik ist es beispielsweise, sein Gegenüber zu beobachten. Denn obwohl es eigentlich anders sein sollte, reden viele Arbeitgeber und Personalverantwortliche während des Vorstellungsgesprächs überwiegend selbst und man hat reichlich Gelegenheit, sie genauer unter die Lupe zu nehmen:

  • Was sagt das Outfit, die Büroeinrichtung über ihre Person aus?
  • Wie ist ihre Stimmung?
  • Wie würde ich an ihrer Stelle reagieren?
  • Wie verstehen sich die anwesenden Personen untereinander?

Damit lässt sich quasi der Spieß umdrehen, weil man sich von der Rolle des Beurteilten in die des Beurteilers versetzt und das Vorstellungsgespräch nicht mehr als bedrohliches „Verhör“ empfindet. Schließlich ist es Sinn und Zweck eines Vorstellungsgesprächs, dass sich nicht nur der potentielle Arbeitgeber ein Bild vom Bewerber, sondern auch der Bewerber ein Bild von seinem potentiellen Arbeitgeber macht.

Manchen hilft es zudem, sich die anwesenden Personen in komischen oder völlig absurden Situationen vorzustellen (z. B. nackt oder im Superman-Kostüm) oder darüber nachzudenken, welche Sorgen und Nöte sie wohl in ihrem Privatleben haben könnten. Die Interviewer wirken dann gleich nicht mehr so „perfekt“, wie sie dies vielleicht mit einem überlegenen Auftreten und schwierigen Fragen demonstrieren wollen, sondern genauso als Menschen mit alltäglichen Problemen wie man selbst. Den Respekt sollte man dabei aber nicht ganz verlieren.

2 Kommentare

  1. Der einfachste Weg, den ich kenne, um völlig entspannt ins Vorstellungsgespräch zu gehen, ist eine gute Vorbereitung. Wenn Sie vorbereitet sind und auf jede Frage die perfekte Antwort bereits parat haben, dann werden Sie völlig entspannt und locker dem Personalchef gegenüber sitzen und jede Frage mit Freude beantworten.

    Alles Gute,
    Raphael Knoche
    http://www.deine-perfekten-antworten.de

  2. Hallo,

    hatte gestern ein VG…Traumjob, perfekt passend.
    War super vorbereitet, mein Outfit war ok, habe mich auf das Gespräch gefreut…. und habe gnadenlos versagt.Blackout vom Feinsten! Wusste gerade noch so wie ich heiße. Schweißausbrüche, Händezittern, Nach einem Satz ständig den Faden verloren und nur noch Luft im Kopf… ärgere mich total.

    LG

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