Business-Knigge: 13 wichtige Regeln für Geschäftsessen

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Lecker, Geschäftsessen klingt gut. Aber machen Sie bloß nicht den Fehler, ein Geschäftsessen mit dem lustigen Beisammensein unter Freunden zu verwechseln. Vielmehr gleicht das Business-Essen einem Labyrinth durch zahlreiche versteckte Fettnäpfchen. Es lohnt sich tatsächlich, sich vorher über dieses und jenes schon einmal Gedanken zu machen: “Wohin setze ich mich?”, “Kann ich selbst mein Essen bestellen?”, „Welche Gabel nehme ich für welchen Gang?“ und „Darf ich ein Glas Wein zum Essen bestellen?“. Na, hätten Sie die Antworten gewusst? Besser wäre es, denn ein misslungenes Geschäftsessen kann von einer Peinlichkeit bis zum tatsächlichen Karriererisiko alles bedeuten, nur nichts Gutes…

1. Was ist überhaupt ein Geschäftsessen?
2. Fettnäpfchen mit Rutschgefahr
3. Alkohol
4. Besteck und Gläser
5. Drängeln
6. Fingerfood
7. Fisch
8. Getränke
9. Handy aus
10. Ich bin fertig…
11. Kleider machen Leute
12. Serviette
13. Tischgeflüster
14. Wahl des Restaurants
15. Und wer bezahlt am Ende?

Was ist überhaupt ein Geschäftsessen?

Oder besser gefragt: Wann ist ein Essen ein Geschäftsessen und wofür ist dieses überhaupt gut? Grob gesagt handelt es sich immer dann um ein Geschäftsessen, wenn mindestens ein Vorgesetzter oder Geschäftspartner mit am Tisch sitzt. Ob es dann ein Vorstellungsgespräch, ein Business-Meeting, eine Betriebsfeier in einem Restaurant oder die Einladung zum Chef nach Hause ist: Mögliche Anlässe gibt es zahlreiche. Je nach Kulisse wechseln auch die jeweiligen Verhaltensgrundsätze. Dennoch gibt es wichtige Grundregeln, die Sie stets einhalten sollten. Denn wenn Sie einmal als „nicht gesellschaftstauglich“ eingestuft sind, kommen Sie nur schwer aus dieser Schublade wieder heraus, was den Fortschritt einer Karriere erheblich behindern kann.

Fettnäpfchen mit Rutschgefahr

Fettnäpfchen mit Rutschgefahr beim GeschäftsessenAch, wenn eine lockere Atmosphäre herrscht und wir über Privates sprechen, kann doch auch die Etikette mal vernachlässigt werden, oder? Bei Geschäftsessen wird häufig mit einem netten Small-Talk begonnen und die Atmosphäre wirkt locker und freundschaftlich. Dennoch handelt es sich um „Arbeit“ im weiteren Sinne, bei der Sie weder zur viel von sich preisgeben noch Ihre Manieren vergessen dürfen. Nach der Frau fragen, ja. Die lustige Alkoholgeschichte aus der Jugend erzählen, nein. Doch es lauern noch weitere, viel verstecktere Fettnäpfchen auf Sie:

1. Alkohol

Bei einem Geschäftsessen ist es durchaus üblich Alkohol zu trinken. Dass dies nur in Maßen geschehen darf, sollte nicht noch extra erwähnt werden müssen. Interessant ist jedoch, dass Sie den Verzehr von Alkohol jederzeit ohne Angabe von Gründen ablehnen dürfen. Der Gastgeber kann sogar Alkohol ausschenken und selbst nur zum Wasser greifen. Darüber wird dann auch kein Kommentar verloren.

2. Besteck und Gläser

Das Besteck sowie auch die Gläser werden stets von außen nach innen verwendet, passend zum jeweiligen Gang. Eine einfach Regel, die es zu kennen und beherrschen gilt.

3. Drängeln

Wenn die Speisen an Buffets gereicht werden, gilt es Geduld zu beweisen. Drängeln Sie sich niemals vor, da Sie ja „die Suppe am Anfang der Theke sowieso nicht möchten“. Zudem nehmen Sie sich für jeden Gang einen extra Teller und häufen niemals große Portionen auf. Lieber gehen Sie später noch einmal Nachschlag holen. Am Buffet naschen ist absolut tabu, ebenso wie das Lästern über das Essen. Lustiger oder netter Smalltalk hingegen ist hier gerne gesehen.

4. Fingerfood

Dürfen Sie mit den Fingern essen? Solange es sich vermeiden lässt sollten Sie das nicht tun. Jedoch gibt es Ausnahmen, welche da Artischocken, Canapés, Austern, Garnelen, Spareribs, Wachteln und Muscheln sind. Allerdings sollten Sie stets jene Gerichte bevorzugen, die sich so diskret wie möglich essen lassen. Verschieben Sie die Spareribs dann vielleicht lieber auf das nächste Familienessen.

5. Fisch

Gerade in sehr feinen Restaurants ist das Bestellen von Fisch gang und gäbe. Hierfür finden Sie ein extra Fischmesser auf dem Tisch. Doch wie wird dieses verwendet? Zuerst entfernen Sie die Flossen. Anschließend zerteilen Sie mit dem Fischmesser die Filets von Kopf bis Schwanz und klappen die zwei Hälften dann auf. Nun können Sie die Gräten in einem entfernen und platzieren diese auf einem extra servierten Teller.

6. Getränke

Was Sie bestellen ist im Prinzip Ihre eigene Entscheidung. Die Regel des weißen Weines zum weißen Fleisch und Rot zu Rot ist nicht mehr aktuell. Wichtig ist jedoch, dass der Vorgesetzte zum ersten Schluck einlädt. Erst dann dürfen Sie zu Ihrem Getränk greifen.

7. Handy aus

Zu dem Geschäftsessen schalten Sie in der Regel Ihr Handy aus. Wenn Sie jedoch einen wichtigen Anruf erwarten, so schalten Sie auf Vibrationsalarm um und entschuldigen sich gegebenenfalls vom Tisch. In gehobenen Restaurants gibt es zudem häufig die Möglichkeit, sein Handy beim Kellner abzugeben, der Ihnen Bescheid sagt sobald Sie einen Anruf erhalten. So oder so: Legen Sie Ihr Mobiltelefon niemals auf den Tisch!

8. Ich bin fertig…

…ja, das sieht man. Nämlich dann, wenn Sie die Codes des Bestecks beherrschen. Legen Sie Ihr Essbesteck auf die sogenannte 20-nach-Acht-Stellung mit der Gabel auf acht und dem Messer auf vier Uhr, so signalisieren Sie dem Kellner, dass Sie nur eine Pause machen. Bei einer parallelen Lage auf vier Uhr jedoch, sagen Sie stillschweigend „Ich bin fertig“. Diese Position ist auch als die 20-nach-Vier-Position bekannt.

9. Kleider machen Leute

Natürlich gehört es sich, bei einem Geschäftsessen im schicken Business-Look zu erscheinen. Dazu gehören auch die Hände, die Haare und bei Frauen das Make-Up. Letzteres darf gerne jederzeit aufgefrischt und nachgezogen werden, allerdings niemals bei Tisch. Hierfür entschuldigen Sie sich diskret und ziehen sich in entsprechende Örtlichkeiten zurück.

10. Serviette

Die Serviette wird in der Regel ausgebreitet und einfach gefaltet auf den Schoß gelegt. Sie darf nicht als Taschentuch zweckentfremdet oder um den Hals gebunden werden. Die einzige Ausnahme im letzteren Fall ist beim Hummer- und Krebsessen. Sollte die Serviette versehentlich auf den Boden fallen, so bitten Sie den Kellner um eine neue. Wer aufsteht, der faltet die Serviette locker zusammen und legt sie links neben dem Teller ab. Haben Sie Ihr Essen beendet, so belassen Sie die Serviette so lange auf Ihrem Schoß, bis der Gastgeber diese ebenfalls links seines Tellers ablegt.

11. Tischgeflüster

Nun zum wirklich spannenden Teil eines Geschäftsessen: Was wird hier eigentlich geredet? Auf den ersten Blick betrachtet in der Regel einfacher Smalltalk. Man tauscht sich aus, lernt sich unverbindlich kennen und schafft
eine positive Atmosphäre.

Wenn Ihnen nichts einfällt können Sie

  • Themen rund um den Ort, an welchem Sie sich befinden, austauschen,
  • über den Anlass selbst reden,
  • das Essen kommentieren, aber stets positiv,
  • die Qualität der Getränke oder des Weins diskutieren,
  • gemeinsame Bekannte ansprechen,
  • Kunst, Musik, Städte, Reisen, Sport oder Hobbies erwähnen.

Absolute No-Gos hingegen sind

  • Kritik am Essen oder an Personen,
  • Politik,
  • Religion,
  • Weltanschauungen,
  • Krankheiten,
  • Gebrechen,
  • Tod.

12. Wahl des Restaurants

Wenn Sie selbst der Gastgeber sind, sollten Sie nur ein Restaurant wählen, welches Sie bereits aus eigener Erfahrung kennen und in dem Sie die Qualität des Essens sowie des Services auch beurteilen können. Wählen Sie einen geeigneten Tisch, der sich weder nahe des Eingangs noch der Toiletten befindet, möglichst in einer ruhigen Ecke. Dann erscheinen Sie pünktlich zum vereinbarten Termin, sodass Sie vor Ihren Gästen ankommen, begrüßen diese dann bei deren Eintreffen und führen sie zum Tisch. Sie bitten die Gäste Platz zu nehmen und setzten sich selbst erst als letzter.

13. Und wer bezahlt am Ende?

Wenn nicht vorher ausdrücklich vereinbart wurde, dass jeder seine eigene Rechnung übernimmt, so bezahlt stets der Gastgeber. Der Etikette wegen wird daher nie das teuerste Gericht der Karte bestellt. Als Gast können Sie sich gerne bei Ihrem Gastgeber orientieren. Sind Sie selbst in der Rolle des Gastgebers, so begleichen Sie die Rechnung am besten diskret abseits des Tisches und zahlen ein Trinkgeld in Höhe von zehn Prozent bei einem Rechnungsbetrag von unter 100 Euro, fünf Prozent sind es bei höheren Beträgen.

Wir wünschen einen guten Appetit!

Video-Tipp: Workshop zum Thema Geschäftsessen

Beitrag von

Mirijam Franke

Mirijam Franke ist freiberufliche Texterin und Autorin. Die studierte Medienwirtschaftlerin aus Friedrichshafen am schönen Bodensee stieg nach ihrem Abitur bereits im zarten Alter von 18 Jahren als Lektorin in der Industrie ein. Seit Oktober 2014 unterstützt sie unser Team von Arbeits ABC mit Textbeiträgen und Ratgebern rund um die Arbeitswelt.

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