Reiseverkehrskaufmann / Reiseverkehrskauffrau
Jährlich reisen Millionen Menschen aus verschiedensten Gründen. Egal ob es sich um eine Inlands- oder Auslandsreise, einen Individual- oder Pauschalurlaub, den Besuch von Kulturveranstaltungen, einen Wellnessurlaub, eine Kreuzfahrt oder eine Geschäftsreise per Bus, Bahn oder Flugzeug handelt – solche Reisen müssen von kompetenten Fachkräften geplant und organisiert werden. Zuständig dafür sind Reiseverkehrskaufmänner und -frauen.
Berufsbeschreibung / Tätigkeiten
Reiseverkehrskaufleute arbeiten hauptsächlich in den Bereichen „Reisevermittlung Touristik“ (z. B. Reisebüro), „Reisevermittlung Beförderung“ (z. B. Business Travel Services, Bus-, Bahn- oder Schifffahrtsunternehmen, Fluggesellschaften) oder „Reiseveranstaltung“ (z. B. Reiseunternehmen, größere Hotelketten).
In Reisebüros sind die Hauptaufgaben von Reiseverkehrskaufleuten, Reisen zu verkaufen und ihren Ablauf zu planen. Dabei informieren und beraten sie über Reiseziele und alternative Angebote, Verkehrsverbindungen und Übernachtungsmöglichkeiten. Zudem übernehmen sie beispielsweise die Buchung von Unterkunft und Tickets, fragen bei Beherbergungs- und Verkehrsunternehmen nach individuellen Angeboten, nehmen Platzreservierungen vor, ermitteln den Reisepreis und bieten dem Kunden geeignete Reiseversicherungen an. Daneben stellen Reiseverkehrskaufleute in Reisebüros auch Pauschalangebote für Veranstaltungsunternehmen zusammen, erarbeiten Werbekonzepte (z. B. Sonderangebote für spezielle Zielgruppen) und sind für die Bearbeitung von Kundenreklamationen zuständig (z. B. Zusammenarbeit mit zuständigen Reisedienstleistern).
Bei Reiseveranstaltern und anderen Tourismusunternehmen tätige Reiseverkehrskaufleute übernehmen vorwiegend die Organisation und Angebotserstellung von Reisen. Dazu müssen unterschiedliche Angebote verschiedener Reisedienstleister überprüft und verglichen werden. Reiseverkehrskaufleute kooperieren daher auch eng mit diversen Firmen (z. B. Hotels, Verkehrsunternehmen, Fremdenverkehrsvereine, Mietwagenfirmen), um für die Kunden die bestmöglichen Bedingungen aushandeln und attraktive Reisen zu günstigen Preisen anbieten zu können. Die ermittelten Pauschalangebote werden dann von Reiseverkehrskaufleuten in Katalogen oder Prospekten zusammengestellt.
Allgemein umfasst der Beruf des Reiseverkehrskaufmanns bzw. der Reiseverkehrskauffrau vor allem aber auch kaufmännische und administrative Tätigkeiten. Beispielsweise müssen Abrechnungen erstellt, Buchungen überprüft oder Kunden, Reisedienstleister und zuständige Behörden im In- und Ausland schriftlich kontaktiert werden. Weitere typische Aufgaben sind die Durchführung und Auswertung von Marktanalysen, Kundenbefragungen und Marketingmaßnahmen. Zudem ist es für Reiseverkehrskaufleute immer wieder erforderlich, sich die angebotenen Reiseziele selbst vor Ort anzusehen und sich über die Angebotsqualität zu informieren oder eventuellen Kundenbeschwerden nachzugehen.
Art, Dauer und Inhalt der Ausbildung
Die Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann bzw. zur Reiseverkehrskauffrau ist eine staatlich anerkannte Ausbildung, die im Dualen System von Berufsschule und Ausbildungsbetrieb stattfindet. Gesetzliche Vorschriften über eine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung existieren nicht.
Während des Berufsschulunterrichts lernen Auszubildende zum Reiseverkehrskaufmann bzw. zur Reiseverkehrskauffrau unter anderem, wie sie sich selbst und die Kunden am besten über Reiseangebote informieren können. Denn um kompetent Reisen vermitteln, Kunden beraten und Reiseangebote erstellen zu können, benötigen Reiseverkehrskaufleute vor allem ein breites Wissen über die Gegebenheiten des Reiseziels (z. B. Wetterverhältnisse, Sehenswürdigkeiten, kulturelle Sitten und Gepflogenheiten, Währungen), Einreisebestimmungen (z. B. erforderliche Impfungen, Pass-, Visa- und Zollbestimmungen) sowie die von ihnen angebotenen Reisen (z. B. Gegebenheiten des Hotels, zusätzlich buchbare Angebote). Daneben stehen betriebs- und volkswirtschaftliche Lerninhalte auf dem Lehrplan: zum Beispiel Buchführung, Wirtschaftspolitik, Wissen über die Tourismusbranche allgemein und die Auswirkungen des Tourismus in den Zielländern, Rechtsangelegenheiten (z. B. Reisevertragsrecht, Reiseversicherungen) sowie Marketing und Controlling.
Zu den Ausbildungsinhalten in der betrieblichen Praxis gehören beispielsweise die Arbeit mit verschiedenen Computersystemen (z. B. Reservierungs- und Informationssysteme), der Umgang mit Kunden (z. B. zielgruppengerechte Auswahl von Reiseangeboten, Konfliktmanagement), die richtige Erstellung von Rechnungen und Beförderungsdokumenten oder die Durchführung, Auswertung und Präsentation von Statistiken. Auch lernen Auszubildende hier, wie sie Pauschalangebote verschiedener Veranstalter und Tarifsysteme von Verkehrsunternehmen miteinander vergleichen können.
Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten
Die Beschäftigung im Bereich Tourismus ist in den letzten Jahren konstant hoch geblieben, da die Reisebranche nach wie vor großen Zulauf hat. Damit besitzen Reiseverkehrskaufleute nach ihrer Ausbildung gute Chancen, eine Arbeitsstelle zu finden bzw. vom Ausbildungsbetrieb übernommen zu werden. Zudem besteht die Möglichkeit, sich beispielsweise mit einem eigenen Reisebüro eine eigene Existenz aufzubauen.
Besonders gute Arbeitsmarktchancen haben Reiseverkehrskaufleute mit großer Weiterbildungsbereitschaft. Denn obwohl sich Reisemarkt und Kundenwünsche ständig verändern, müssen Reiseverkehrskaufmänner und -frauen immer in der Lage sein, Kunden gezielt beraten bzw. kundengerechte Angebote erstellen zu können. Die Möglichkeiten an in Frage kommenden Weiterbildungen sind dabei sehr umfangreich: von Fremdsprachen, EDV und Buchführung über Verkaufskunde bis hin zu Projektmanagement oder touristikspezifischen Angeboten. Als Aufstiegsweiterbildungen bieten sich insbesondere die Prüfung als Touristikfachwirt/in (ILS Fernkurs Tourismusfachwirt/in IHK ), Betriebswirt/in Touristik oder Betriebswirt/in Reiseverkehr an einer Fachschule an, oder bei Personen mit Hochschulreife ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Touristik.
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