Schlechte Angewohnheiten loswerden: 5 Schritte zum Glück

Jeder hat sie, die schlechten Angewohnheiten, und alljährlich versuchen wir sie durch halbherzige Neujahrsvorsätze loszuwerden. Doch seien Sie ehrlich: Wie gut hat das bei Ihnen in der Vergangenheit funktioniert? Ein Grund zum Schämen ist das nicht. Sich selbst zu ändern, ist schließlich eine der größten Herausforderungen für einen Menschen. Doch es gibt Hilfe: Mit diesen Tricks werden Sie Ihre schlechten Angewohnheiten endlich ein für alle Mal los!

Inhalt
1. Ein kurzer Querschnitt: Die schlechtesten Angewohnheiten der Deutschen
2. Das Problem mit den schlechten Angewohnheiten…
3. Ein Blick in die Gehirnforschung: Das Dilemma der Routine
4. Die „Basalganglien“ sind schuld!
5. Schlechte Angewohnheiten bedienen das Belohnungssystem
6. Mit diesen 5 Schritten machen Sie schlechten Angewohnheiten den Garaus

Ein kurzer Querschnitt: Die schlechtesten Angewohnheiten der Deutschen

Schlechte Angewohnheiten gibt es denkbar viele. Klassische Neujahrsvorsätze sind beispielsweise die gesündere Ernährung, mehr Sport zu machen oder ab sofort früher ins Bett zu gehen, um am nächsten Morgen nicht nach viel zu wenig Schlaf wie ein Zombie zur Arbeit zu geistern. Doch die häufigste schlechte Angewohnheit der Deutschen ist laut einer bei Statista veröffentlichten Umfrage die Prokrastination.
Statistik: Was ist Ihrer Meinung nach Ihre schlechteste Angewohnheit? | Statista
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Das Problem mit den schlechten Angewohnheiten…

…ist schlicht und ergreifend, dass sie in der Regel überwillentlich geschehen. Es handelt sich um über Jahre gefestigte Routinen und Gewohnheiten. Diese sorgen für dieses wohlig warme Gefühl der Sicherheit. Denn wenn alles so bleibt, wie es immer war, kann es schließlich nicht schlechter werden. Besser allerdings, wird es auch nicht. Der reine Entschluss zur Veränderung reicht nur selten aus, um schlechte Angewohnheiten dauerhaft loszuwerden. Aber woran liegt das?

Ein Blick in die Gehirnforschung: Das Dilemma der Routine

Gewohnheiten führen zur sogenannten Routine und diese wiederum hilft unserem Gehirn, den Alltag zu vereinfachen und dadurch wichtige Ressourcen einzusparen. So ist das Gehirn bei einem geübten Autofahrer am Steuer nur ebenso aktiv – oder eher inaktiv – wie beim Fernsehabend auf dem Sofa. Nur durch Routine können Sie jeden Morgen aus dem Bett aufstehen und müssen das Laufen nicht neu erlernen. Sie können noch im Halbschlaf und mit Sand in den Augen Ihre Zähne putzen, währenddessen die Haare kämmen und auf dem Weg zur Tür beinahe automatisch den Autoschlüssel einstecken. Müssten Sie hingegen über all diese routinierten Abläufe wieder und wieder nachdenken oder diese gar jeden Tag von Neuem lernen, wären Sie vermutlich bereits total erschöpft, bevor Sie überhaupt die Haustür hinter sich geschlossen haben.

Die „Basalganglien“ sind schuld!

Eben diese Routine, beziehungsweise Ihre „Gewohnheiten“, werden daher im Gehirn abgespeichert. Genauer gesagt in den „Basalganglien“. Diese befinden sich unterhalb der Großhirnrinde. Von dort aus steuern sie wichtige motorische, limbische und kognitive Vorgänge unbewusster Art. Und genau hierin liegt das Problem. Für unser „Bewusstsein“ sind die Basalganglien fast unerreichbar. Nur mit äußerster Konzentration lassen sich die hier abgespeicherten, routinierten Vorgänge ändern. Sobald Sie unachtsam werden, rutschen Sie hingegen wieder in alte Muster.

Sie kennen das gewiss selbst: Nehmen wir zum Beispiel an, Sie leiden unter Rückenschmerzen, da Sie immer krumm an Ihrem Schreibtisch sitzen. Ab heute soll sich das ändern! Deshalb achten Sie gleich am Morgen bewusst darauf, den Rücken zu strecken und gerade an Ihrem Schreibtisch zu sitzen. Fühlt sich gut an! Plötzlich taucht der Kollege aus der Nachbarabteilung mit einer wichtigen Frage auf. Ihre Konzentration schwindet. Was denken Sie, wie werden Sie sitzen, nachdem Sie Ihrem Kollegen weitergeholfen haben? Genau: krumm!

Während die Basalganglien für einen routinierten Alltag ein echter Segen sind, können sie hinsichtlich schlechter Angewohnheiten daher zum Fluch mutieren.

Schlechte Angewohnheiten bedienen das Belohnungssystem

Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Aspekt: Schlechte Angewohnheiten sind in der Regel nur auf lange Sicht schlecht für Sie. Kurzfristig betrachtet, tun sie Ihnen sogar gut. Sie haben sich diese schließlich angewöhnt, da sie in irgendeiner Hinsicht Ihr Belohnungssystem aktivieren. Schokolade schmeckt gut und macht glücklich. Auf Dauer nehmen Sie aber zu und belasten Ihre Gesundheit. Wenn Sie am Abend müde sind, macht es Sie glücklicher, entspannt auf dem Sofa Ihre Lieblingsserie zu sehen als sich zum Joggen zu zwingen. Auf lange Sicht jedoch, würden Sie sich durch regelmäßigen Sport ausgeglichener, energiegeladener und gesünder fühlen.

Der wahre Übeltäter ist also das menschliche Belohnungssystem, denn diesem liegt das momentane Glück stets näher als das zukünftige. Also wird intuitiv die Entscheidung getroffen, welche Ihnen genau jetzt am besten tut. Und das sind leider meist die schlechten Angewohnheiten.

Mit diesen 5 Schritten machen Sie schlechten Angewohnheiten den Garaus

Dem Belohnungssystem und den Basalganglien zum Dank, ist es leider kein Zuckerschlecken, schlechte Angewohnheiten loszuwerden. Doch es ist auch kein Ding der Unmöglichkeit! Sie müssen schlichtweg neue Strategien finden.

Alte Wegeverlassen, um neue Pfade zu bereten
Mit dem soeben erworbenen Wissen, sollte das gar nicht einmal so schwierig sein. Mit folgenden fünf Schritten dürften Ihre schlechten Angewohnheiten schon bald der Vergangenheit angehören:

Schritt 1: Verstehen Sie Ihr Belohnungssystem!

Mit Ihrem neuen Bewusstsein um die Funktionsweise von schlechten Angewohnheiten, können Sie diese fortan besser verstehen. Versuchen Sie herauszufinden, welche Belohnung eine schlechte Angewohnheit für Sie bedeutet. Rauchen Sie zum Beispiel immer, wenn Sie gestresst sind, und fühlen sich als Belohnung dann entspannter?

Schritt 2: Ersetzen Sie schlechte durch gute Angewohnheiten!

Nun können Sie prüfen, ob Sie dieselbe Belohnung eventuell durch eine andere Angewohnheit erhalten könnten, die weniger schädlich oder belastend für Sie ist? Vielleicht hat ja Kaugummikauen denselben entspannenden Effekt auf Sie wie eine Zigarette? Oder Sie gönnen sich in stressigen Situationen ab sofort eine Tasse heißen Kakao bei Ihrem Lieblingssong und nehmen sich so fünf Minuten Zeit zum Relaxen? Finden Sie neue Angewohnheiten, welche langfristig Ihre alten Ticks ersetzen sollen.

Schritt 3: Machen Sie sich auf Rückschläge gefasst!

Wie Sie bereits gelernt haben, reicht dieser Entschluss alleine aber nicht aus, um schlechte Angewohnheiten durch bessere zu ersetzen. Zu Beginn wird es Ihnen viel Konzentration, Geduld und Durchhaltevermögen abverlangen, immer und immer wieder gegen die schlechten Gewohnheiten anzukämpfen. Machen Sie sich daher auf Rückschläge gefasst und seien Sie nicht zu streng mit sich selbst. Wichtig ist, dass Sie nicht aufgeben. Probieren Sie es stets noch ein weiteres Mal. Sie werden sehen: Mit der Zeit wird es leichter!

Schritt 4: Führen Sie ein Erfolgstagebuch!

Um trotz aller Frustration durch die Rückschläge motiviert zu bleiben, sollten Sie ab sofort ein Erfolgstagebuch führen. Notieren Sie, wann Sie es geschafft haben, schlechte Angewohnheiten zu durchbrechen. Vielleicht können Sie auch Gründe identifizieren, wieso es heute so gut geklappt hat und gestern überhaupt nicht. So können Sie nämlich durch das Erfolgstagebuch nicht nur Ihre Motivation aufrechterhalten, sondern Sie lernen sich, Ihr Belohnungssystem und Ihre schlechten Angewohnheiten auch besser kennen.

Schritt 5: Halten Sie durch!

Planen Sie feste Zeiträume in Ihren Tagesablauf ein, um das Erfolgstagebuch zu führen und Ihren aktuellen Stand zu analysieren. So machen Sie sich immer wieder Ihr Ziel bewusst und verlieren es nicht im Alltagsstress aus den Augen. Denn alles, was Sie nun brauchen, ist Geduld. Halten Sie durch! Es braucht Zeit, bis die neuen Angewohnheiten in den Basalganglien angekommen und verankert sind. Doch früher oder später wird es funktionieren. Garantiert!

Welche Tipps haben Sie, um diesen Zeitraum zwischen alten und neuen Angewohnheiten zu überstehen und motiviert zu bleiben? Welche schlechten Gewohnheiten sind Sie bereits losgeworden und wie? Wir freuen uns auf Ihre Anregungen in den Kommentaren.

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