Schluss mit Multitasking! „Single“ ist wieder in

Männer können es bekanntlich nicht, Frauen dafür umso besser: Die Rede ist vom Multitasking. Doch so praktisch es sein mag, dass Frau gleichzeitig kochen, putzen und zuhören kann, so unpraktisch ist Multitasking im Beruf. Wir sagen Ihnen, wieso Sie ab sofort vom Multitasking lassen und wieder zum „Singletasking“ übergehen sollten.

Inhalt
1. Multitasking: Können das wirklich nur Frauen?
2. Multitasking ist Gift für Karriere und Gesundheit
3. Stoppen Sie das Multitasking bei der Arbeit!
4. Die Lösung lautet: To-Do-Listen

Multitasking: Können das wirklich nur Frauen?

Beim Multitasking jongliert das Gehirn zwei oder mehr Tätigkeiten zur selben Zeit. Sie können also beispielsweise im Meeting sitzen, der Diskussion lauschen, Notizen machen und nebenbei Ihre E-Mails checken. Zumindest scheinbar. Ein weit verbreiteter Mythos spricht diese Fähigkeit vor allem Frauen zu, während Männer angeblich schneller am Multitasking scheitern. Die Realität sieht natürlich anders aus: Männer und Frauen sind gleich gut im Jonglieren verschiedener Tätigkeit zur gleichen Zeit – oder sagen wir besser: gleich schlecht. Prinzipiell erweckt Multitasking nämlich nur den Schein, es würde den Arbeitstag effizienter gestalten, die Produktivität erhöhen und langfristig zu mehr Erfolg führen. Das Gegenteil ist der Fall!

Multitasking ist Gift für Karriere und Gesundheit

Lange Zeit wurde Multitasking als wichtiger Begriff für eine Bewerbung gehandelt, galt gar als essentieller Soft Skill. Mittlerweile findet (endlich) ein Umdenken statt, denn zahlreiche Studien belegen:

Multitasking bringt im Job kaum Vorteile, dafür aber eine Menge Nachteile mit sich. Sie können dadurch sogar Ihre Gesundheit und damit Ihre Karriere aufs Spiel setzen.

Multitasking funktioniert nämlich nur auf den ersten Blick gut. Bei genauerem Hinsehen meistern Sie nicht mehrere Aufgaben gleichzeitig, sondern absolvieren diese halbherzig, mit mangelnder Konzentration und hoher Fehleranfälligkeit. Multitasking

  • raubt die Konzentration,
  • verlangt dem Körper eine Menge Energie ab,
  • verlangsamt dadurch die Prozesse,
  • kostet Produktivität und
  • lässt den Körper schneller ausbrennen.

Wer dauerhaft mit Multitasking arbeitet, setzt sich dadurch andauerndem Stress aus. Auf lange Sicht kann dies zu stressbedingten Erkrankungen führen, wie dem Burnout-Syndrom, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rückenschmerzen, Schlafproblemen, Magen-Darm-Beschwerden bis hin zum lebensbedrohlichen Schlaganfall.

Stoppen Sie das Multitasking bei der Arbeit!

Plötzlich klingt Multitasking für Sie nach dem schleichenden Tod? Zugegeben, nach zwei Tagen Multitasking werden Sie nicht gleich mit einem Herzinfarkt umkippen. Auf Dauer kann es aber tatsächlich zur echten psychischen und physischen Belastung werden und in Kombination mit anderen Faktoren wie Lärm, Zeitdruck oder einer schlechten Arbeitsatmosphäre Ihre Leistungsfähigkeit mindern. Gleichzeitig bedroht Multitasking Ihre Karriere aber noch viel subtiler: Durch die geringere Konzentration passieren Ihnen mehr Fehler. Ihre Arbeit wird langsamer, unproduktiver und qualitativ schlechter. Klar, dass Sie dann bei der Beförderung übersehen werden. Sie sollten schließlich durch Leistung glänzen, nicht dadurch, dass Sie während dem Telefonieren eine E-Mail Abtippen können.

Die Lösung lautet: To-Do-Listen

Aufgaben auf einer To-do-Liste notieren
Arbeiten Sie bereits mit To-Do-Listen? Wenn nicht, wird es höchste Zeit. Sie sind der schnellste und einfachste Weg, um Multitasking zukünftig zu verhindern und dadurch wieder konzentrierter sowie produktiver zu arbeiten. Gehen Sie dafür wie folgt vor:

  1. Erstellen Sie am Abend die To-Do-Liste für den nächsten Tag.
  2. Schreiben Sie hierfür erst einmal alle zu erledigenden Tätigkeiten, Aufgaben und Termine nieder.
  3. Nun sortieren Sie diese nach Priorität.
  4. Anschließend bringen Sie die einzelnen Punkte in eine zeitliche Reihenfolge.
  5. Legen Sie diejenigen Aufgaben, welche Ihnen am meisten Konzentration abverlangen, auf die Morgenstunden.
  6. Weniger wichtige oder anspruchslosere Tätigkeiten können Sie kurz vor der Mittagspause oder am Nachmittag erledigen, wenn sich die ersten Anzeichen der Müdigkeit bemerkbar machen.
  7. Rechnen Sie für jeden Punkt auf Ihrer To-Do-Liste doppelt so viel Zeit ein, wie Sie im ersten Moment veranschlagen würden.
  8. Planen Sie zudem – je nach Tätigkeit – eventuelle unerwartete Anrufe oder kurzfristige Meetings als Pufferzeiten in Ihren Tagesplan mit ein.
  9. Vernachlässigen Sie auch die Pausen nicht: Wie im Artikel „To-do-Liste: 10 praktische und produktive Tipps“ erläutert, hat sich dabei zum Beispiel die 45-5-45-20-Methode bewährt. Sie arbeiten also für 45 Minuten, legen anschließend eine fünfminütige Pause ein, arbeiten noch einmal eine Dreiviertelstunde und machen hinterher 20 Minuten Pause. Finden Sie Ihren individuellen Rhythmus.
  10. Kontrollieren Sie am Ende des Tages Ihre To-Do-Liste und passen Sie diese für den nächsten Tag an. So können Sie mit der Zeit optimal einschätzen, was Sie alles an einem Arbeitstag schaffen können und wie lange Sie für einzelne Tätigkeiten brauchen.

Besonders spannend wird es, wenn Sie einen Vorher-Nachher-Vergleich anlegen: Wie viel schneller können Sie Aufgaben erledigen, wenn Sie auf „Singletasking“ setzen statt auf Multitasking? Eliminieren Sie dafür alle Ablenkungen, schalten Sie Ihr Smartphone aus, schließen Sie den Internetbrowser sowie das E-Mail-Postfach und setzen Sie sich einen Kopfhörer auf, wenn die viel zu laut telefonierende Kollegin gegenüber Ihre Konzentration raubt.

Und? Wie viel schneller arbeiten Sie nun, ohne Multitasking? Fühlen Sie sich besser oder weniger gestresst? Welche weiteren Tipps können Sie unseren Lesern neben den To-Do-Listen mitgeben, um Multitasking endlich aus dem Arbeitsalltag zu verbannen?

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