So lassen sich Missverständnisse schnell aus dem Weg räumen


Wie entstehen Missverständnisse?

Diese Situation kommt Ihnen sicher bekannt vor: „Ist noch Kaffee in der Kanne?“ Diese Frage als indirekte Aufforderung verstehend, holen Sie die Kanne und schenken dem Frager nach. „Ähm, danke, aber eigentlich wollte ich gar keinen mehr.“ ,Na super!’, denken Sie sich jetzt: ‘Hätte er auch gleich sagen können.’ Solche oder ähnliche Situationen spielen sich täglich ab. Fehlinterpretationen des Gesagten, nicht richtig zugehört oder tatsächlich das Gesagte nicht erfasst, sind Ursachen von Missverständnissen.

Prof. Dr. Schulz von Thun entwarf zum Thema das sogenannte „Vier-Ohren-Modell“, welches aussagt, dass Menschen auf vier unabhängigen Ebenen kommunizieren. Befinden sich Gesprächspartner auf gleicher Ebene – „die Chemie stimmt“, sagen wir dann gern – treten selten Missverständnisse auf. Kommunizieren Menschen jedoch auf unterschiedlichen Ebenen, beginnt es heikel zu werden – eine Botschaft wird anders empfangen, als sie abgesendet wurde. Ursache sind unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten der Botschaft. Eine sachliche Frage oder auch Aussage, wird von der „empfangenden“ Person zum Beispiel gefühlsmäßig interpretiert. Auch Körperhaltung und Intonation des „Senders“ beeinflussen den „Empfänger“. Ebenso können vom „Sender“ bewusst Körperhaltung und Intonation eingesetzt werden, jedoch der „Empfänger“ negiert diese Zusatzinformationen – bleibt also auf einer rein sachlichen Ebene.

Ein Missverständnis schnell beseitigen

Es gibt nur eine Weg – die direkte Klärung!
Dies ist nicht immer einfach, denn fallen manche Missverständnisse gar nicht auf, sorgen andere für „böses Blut“ und was ursprünglich mit einer kleinen Gegenfrage aus der Welt zu schaffen gewesen wäre, explodiert unter Umständen in Schuldzuweisungen, Beleidigungen und ungerechtfertigten Beschuldigungen. Lassen Sie es nicht so weit kommen! Entsteht der erste Verdacht eines möglichen Missverständnisses, gehen Sie auf die betreffende Person freundlich zu und erklären Sie, wie die Aussage von Ihnen aufgenommen wurde oder die Ihrige zu verstehen war. Geben Sie auch dem Gesprächspartner Gelegenheit durch nähere Erläuterungen eine Richtigstellung zu erreichen. Die Beseitigung eines Missverständnisses erfordert nicht nur den Mut auf die betreffende Person zuzugehen, sondern auch eine sachliche Herangehensweise. Und letztendlich hilft immer eine Entschuldung, von einem Lächeln begleitet.

Sind Missverständnisse vermeidbar?

Aber sicher! Bleiben wir bei unserer missverstandenen Kaffeefrage. Auf die allgemeine Frage nach noch vorhandenem Kaffee, beugt eine einfache Gegenfrage dem Missverständnis vor: „Möchtest Du noch welchen?“ Die für den „Empfänger“ ursprünglich mehrdeutige Fragestellung wird, durch Reduzierung auf nun mehr noch zwei mögliche Antworten, nämlich „Ja“ oder „Nein“, konkretisiert. Grundsätzlich sind Missverständnisse durch aufmerksames Beobachten unserer Gesprächspartner, aktives Zuhören und Nachfragen bei Unklarheiten, zu vermeiden. Beobachtung hilft uns parallel gesendete, nonverbale Aussagen zu erfassen und mit der eigentlichen sprachlichen Äußerung zu verbinden. Aktives Zuhören versetzt uns in die Lage, stimmliche Betonungen einer Aussage mit selbiger zu verknüpfen, dabei auch eventuelle Gegensätze zu erkennen, aber auch, Informationen nicht zu „überhören“. Nachfragen fordert zu konkreten, eindeutigen Aussagen auf. Und, natürlich, sind wir auch selbst als Gesprächspartner gefordert eindeutige Aussagen mit übereinstimmenden, nonverbalen Zusatzinformationen zu „senden“. Je genauer wir unsere Wünsche, Fragen und Anliegen formulieren, je eindeutigere Informationen der Gesprächspartner von uns erhält, desto geringer ist die Möglichkeit missverstanden zu werden.

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