So nutzen Sie Facebook für Ihre Karriere
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Facebook ist mit über 250 Millionen Mitgliedern das populärste Online-Netzwerk weltweit und wird nach aktuellen Angaben der ForschungsWerk GmbH mittlerweile auch in Deutschland von 10 Prozent aller Surfer ab 18 Jahren genutzt. Die Beliebtheit erklärt die Nielsen Company in ihrer „Global Faces and Networked Places“-Studie (2009) unter anderem damit, dass Facebook ein einfach organisiertes, benutzerfreundliches Interface besitzt. Zudem richtet sich Facebook nicht wie die meisten anderen sozialen Netzwerke an bestimmte Zielgruppen (z. B. XING oder LinkedIn als Karrierenetzwerke, Flickr als Foto-Community, StudiVZ für Studenten, MySpace als Unterhaltungsnetzwerk, Stayfriends zum Kontaktieren alter Schulfreunde), sondern vereint viele der Funktionen dieser Netzwerke auf einer Plattform. Obwohl der allgemeine Netzwerkgedanke gemäß der Unternehmensphilosophie „to give people the power to share and make the world more open and connected” im Vordergrund steht, lassen sich die Features von Facebook deshalb auch gut für Karrierezwecke nutzen.
Kontaktsuche, Networking und Selbstvermarktung
Wie in vielen anderen Netzwerken können in Facebook beispielsweise Kontakte zu weiter entfernten Kollegen, internationalen Geschäftspartnern oder ehemaligen Schulkameraden aufgebaut, gepflegt und intensiviert werden. Auch wenn speziell in Deutschland Karrierethemen noch weniger im Mittelpunkt stehen, kann es nützlich sein, mehr über die jeweiligen Personen als „Mensch“ zu erfahren (z. B. Interessen, Hobbys) und auf einer eher privaten Ebene mit ihnen in Verbindung zu treten.
Facebook bietet dazu die Möglichkeit, ein eigenes Profil zu erstellen, mit anderen Personen über persönliche Nachrichten, Chats und Gruppenforen in Kontakt zu treten sowie die Kontakte zu Kontaktlisten hinzuzufügen und ihnen unterschiedliche Zugriffsrechte auf Inhalte zu geben. Darüber hinaus können eigene Informationsbeiträge, Fotos, Links, Videos und Kommentare zu anderen Beiträgen gepostet sowie über Applikationen andere soziale Netzwerke (z. B. Twitter, Flickr) und nützliche Tools (z. B. Terminkalender) in das eigene Profil miteingebunden werden. Dazu gehören beispielsweise auch Business Anwendungen, mit denen Mitarbeiternetzwerke koordiniert oder Lebensläufe und Präsentationen erstellt werden können. Leider sind diese Anwendungen bis jetzt größtenteils in englischer Sprache und nicht immer voll funktionsfähig.
Wer sich selbst und seine Netzwerkaktivitäten der breiteren Öffentlichkeit präsentieren will, weil er zum Beispiel selbständig tätig ist, kann zudem eine eigene Facebook-Seite erstellen, die ähnlich wie ein Profil aussieht und auf denen sich „Fans“ der Seite eintragen können. Und wer eine eigene Webseite oder einen Blog betreibt, kann dort so genannte „Fanboxes“ einbinden, wenn er eine Facebook-Seite besitzt.
Von Unternehmen gefunden werden
Eine Studie des Recruitingunternehmens Jobvite bei US-amerikanischen Arbeitgebern bestätigt den weltweiten Trend, dass Arbeitgeber und Personalverantwortliche verstärkt auf soziale Netzwerke wie Facebook setzen, um nach Bewerbern zu suchen. Den Ergebnissen zufolge nutzen dabei 59 Prozent eigene Facebook-Aktivitäten, um Bewerber auf ihr Unternehmen aufmerksam zu machen, 44 Prozent nutzten die Facebook-Netzwerke ihrer Mitarbeiter. Für viele Arbeitgeber liegt der Vorteil von sozialen Netzwerken vor allem darin, dass sie so auch geeignete Kandidaten finden können, die eigentlich gar nicht auf der Suche nach einem neuen Job sind, und durch die Empfehlung ihrer Mitarbeiter nicht „die Katze im Sack kaufen“ müssen. 66 Prozent gaben an, dass sie auf diesem kosten- und zeitsparenden Weg schon mindestens einen gut geeigneten Mitarbeiter für ihr Unternehmen gewinnen konnten.
Ein weiteres Ergebnis der Jobvite-Studie ist, dass immer mehr Bewerber in ihrer Bewerbung auf ihr Netzwerk-Profil hinweisen. Ob ein Bewerber so von sich überzeugen kann, hängt aber scheinbar nicht nur von den Angaben im Profil oder auf der Seite und der Qualität der Kontakte, sondern auch von der Anzahl der Kontakte ab. Forscher an der Michigan State University haben 2008 herausgefunden, dass die Facebook-User in der Beliebheitsskala an oberster Stelle stehen, bei denen um die 300 Freunde auf der Kontaktliste befinden. Auch wenn sich die Profile der User sonst ähneln, wirken weniger und mehr Kontakte sozial unattraktiver. Zwar lässt sich aus der Studie nicht allgemein ableiten, wie speziell potentielle Arbeitgeber auf die Anzahl der Kontakte reagieren; da aber Arbeitgeber davon profitieren, wenn ihre Mitarbeiter über ein großes Netzwerk verfügen, auf dessen Ressourcen sie indirekt zugreifen können, kann davon ausgegangen werden, dass vor allem Bewerber mit wenigen Kontakten und Netzwerkaktivitäten auch weniger interessant erscheinen.
Job- und Arbeitsmarktinformationen einholen
Ebenfalls ist nicht sicher, inwieweit sich diese Studienergebnisse auf die deutsche Facebook-Nutzung übertragen lassen, die im Karrierebereich eher noch in den Kinderschuhen steckt. Jedoch finden sich auch hierzulande immer mehr große Firmennamen auf Facebook (v. a. international tätige Unternehmen), die das Online-Netzwerk für ihr Personalmarketing einsetzen. Beispielsweise nutzen der Bertelsmann-Konzern und die Siemens AG Facebook, um sich dort nach Studenten und Praktikanten umzusehen, Interessenten über Jobangebote und die Arbeit im Unternehmen zu informieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, eigene Fragen dazu zu stellen. Experten rechnen sogar damit, dass nicht nur Karrierenetzwerke, sondern auch für jedermann offen stehende Communities zu einer ernsthaften Konkurrenz für Jobbörsen im Internet werden können, da der informellen Stellenvermittlung und Arbeitsmarktinformation in Zukunft eine noch größere Bedeutung zukommen wird.
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Facebook – hilfreich oder hinderlich bei der Karriere!? am 14 Oktober 2010:
[...] Grenzgröße – bspw. mit Blick auf die bestätigten Kontakte: so haben amerikanische Forscher herausgefunden, dass Facebook-User mit rund 300 bestätigten Kontakten an oberster Stelle der Beliebtheitsskala [...]