Soziale Netzwerke – Wie profitieren Azubis davon?


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Soziale Netzwerke für AzubisSoziale Netzwerke gelten heute als das Allheilmittel für alle, die Karriere machen möchten und den beruflichen Aufstieg suchen.

Kontakte sind wichtig, ein Netzwerk ebenfalls, und deshalb werden schon Auszubildende dazu angehalten, sich entsprechend zu vernetzen. Was für etablierte Fach- und Führungskräfte während ihrer späteren Laufbahn tatsächlich sehr hilfreich sein kann, soll also schon für Auszubildende ein Geheimtipp sein – doch ist das so? Wie hilft ein soziales Netzwerk Auszubildenden? Wie profitieren sie davon? Was gilt es zu beachten, und welche Netzwerke sind hilfreich?

In die Wiege gelegt: Das Medium Internet

Schon Kinder kommen heute mit dem Medium Internet in Berührung. Was für ihre Eltern noch schwer zu verstehen und noch viel schwerer zu bedienen ist, hat man den heutigen Jugendlichen und Auszubildenden fast in die Wiege gelegt. Computerspiele, Musikdownloads und Chats aller Couleur sorgen dafür, dass schon Kleinkinder mit dem Internet Bekanntschaft machen. Da ist es nur zu verständlich, dass diese frühen Erfahrungen auch bei der Berufswahl und der Suche nach einem Ausbildungsplatz helfen. Warum also nicht schon als angehender Azubi in die sozialen Netzwerke einsteigen und von potenziellen Kontakten profitieren? Dass das Internet nicht nur dem Freizeitspaß und der persönlichen Zerstreuung dient, sondern in der Arbeitswelt eine immer stärkere Bedeutung hat, erfahren Jugendliche auf diesem Weg schon sehr früh und fast nebenbei.

Kontakte suchen und pflegen: Vitamin B der Extraklasse

Kontakte in sozialen Netzwerken suchen und pflegenOhne Beziehungen geht es nicht – diese Erfahrung machen schon junge Auszubildende. Selbst noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz haben sie schon erste Kontakte mit den einschlägigen Netzwerken. Vielleicht findet man so einen Ausbildungsplatz, vielleicht hat man die Chance auf ein Vorstellungsgespräch, vielleicht kommt man auch auf ganz neue Ideen. In jedem Fall sind Kontakte und ihre Wirkung nicht zu unterschätzen, und sie schaden tatsächlich nur dem, der sie nicht hat. Zwar möchte vordergründig niemand nur durch Kontakte – auch Vitamin B oder Beziehungen genannt – einen Ausbildungsplatz oder gar den Traumjob bekommen, doch ohne Kontakte geht es leider nicht. Deshalb heißt es, sich rechtzeitig in den passenden Netzwerken einzutragen und fleißig Kontakte zu sammeln. Denn wer weiß, wozu Beziehungen später einmal gut sind! Der Aufhänger für den Ausbildungsplatz, der Ansprechpartner für die erste Berufstätigkeit, ein erfahrener Kollege, der in einer schwierigen Situation weiterhelfen kann – das können soziale Netzwerke bieten, und man sollte ihre Schlagkraft in keinem Fall unterschätzen.

Ein ungewöhnlicher Weg: Die Bewerbung des Arbeitgebers

Nicht nur für Azubis sind die sozialen Netzwerke eine willkommene Variante, Beziehungen zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen: Es funktioniert auch umgekehrt. Immer mehr Branchen klagen über einen hohen Mangel an Fachkräften, es fehlt der Nachwuchs. Gleichzeitig verzeichnen die Universitäten einen unglaublichen Zulauf an Studenten, und die zunehmende Zahl an Immatrikulationen zeigt sich schon in den weiter steigenden Schülerzahlen auf den Gymnasien.

Das Ergebnis: Immer mehr Schüler wollen nach dem Abitur studieren, immer weniger entscheiden sich für eine klassische Ausbildung.

Indem potenzielle Arbeitgeber Werbung in den einschlägigen sozialen Netzwerken machen, ziehen sie die Aufmerksamkeit ihrer späteren Azubis schon sehr früh auf sich. Gleichzeitig machen sie nicht nur Werbung für sich selbst, sie haben im besten Fall auch die Möglichkeit, interessante Kandidaten von sich aus zu finden und anzusprechen. Eine Bewerbung des Arbeitgebers bei einem potenziellen Auszubildenden mag ungewöhnlich sein, doch ungewöhnliche Situationen rechtfertigen nun einmal außergewöhnliche Maßnahmen. Gelingt es auf anderem Weg nur schwer, offene Stellen für Auszubildende zu besetzen, greifen die Unternehmen heute mehr und mehr zu anderen Varianten, und das offensichtlich mit Erfolg. Es bleibt zu hoffen, dass diese Methode weiter um sich greift, denn damit könnten einerseits noch mehr Auszubildende eine Lehrstelle finden, und andererseits wäre dies ein erster Schritt, dem absehbaren Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken.

Vorsicht mit persönlichen Daten: Das Netz vergisst nichts

Wenn man sich entscheidet, an einem sozialen Netzwerk teilzunehmen, sollte man gut überlegen, welche Daten man angibt. Gleiches gilt für Fotos. Wenn Kollegen oder andere Auszubildende, vielleicht gar der Vorgesetzte oder der ranghöchste Chef ein unvorteilhaftes Foto sehen, kann es schnell vorbei sein mit der angehenden Karriere. Noch schlimmer ist es, wenn in diesen sozialen Netzwerken negative Bemerkungen über den Arbeitgeber gemacht oder ausgetauscht werden. Zum einen sind solche Bemerkungen nur schwer zu löschen und rückgängig zu machen, so dass sie im Zweifelsfall nachvollziehbar sind. Zum anderen können sie je nach der Schwere des Verstoßes sogar ein Grund für eine Kündigung sein, wenn man sich fortwährend und sehr negativ über den Arbeitgeber äußert. Deshalb heißt es, in Foren und ähnlichen Kommunikationswegen äußerst vorsichtig zu sein mit allen negativen Anmerkungen, die man über den Arbeitgeber trifft. Hier tut man sich einfach selbst am besten einen Gefallen, in dem man sich etwas zurückhält, und den vielleicht berechtigten Unmut nicht ganz so laut deutlich macht.

Soziale Netzwerke: Die neue Stellenbörse

Ob Wer-kennt-wen, XING, Facebook, SchülerVZ oder Azubister: angehende Azubis haben heute ganz unterschiedliche Möglichkeiten, sich in sozialen Netzwerken zu tummeln und darzustellen. Üblicherweise wird ein Profil angelegt, und man kann interessante Kontakte suchen und sich mit ihnen vernetzen. Das können Auszubildende unter sich sein, aber auch Ausbilder können so Kontakt zu ihren potenziellen Kandidaten aufnehmen. Während Wer-kennt-wen eher für die private Kontaktpflege untereinander gedacht ist, spricht XING die bereits etablierten Fach- und Führungskräfte an und kann eine logische Weiterführung der Azubi-Netzwerke sein. Doch schon auf Facebook können sich Azubis untereinander vernetzen und in Chaträumen miteinander austauschen. Auch SchülerVZ oder Azubister sind Netzwerke für Schüler, Studenten und Azubis, sie sind speziell für junge Leute konzipiert. Hier tauschen sich nicht nur die Azubis unter einander aus, sie haben auch die Möglichkeit, ein umfangreiches Profil anzulegen und so potenzielle neue Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen. Gleiches gilt für Betriebe, die Nachwuchs suchen. Ein aussagekräftiges Profil mag für beide Seiten schon erfolgversprechende Kontakte hergestellt haben.

Neben den klassischen sozialen Netzwerken gibt es einige unternehmensinterne Börsen. So hat der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim ein eigenes Netzwerk für den Firmennachwuchs ins Leben gerufen. Das Beispiel könnte Schule machen, ermöglicht es doch den interessanten firmeninternen Austausch der Auszubildenden untereinander. Dabei können nicht nur Jüngere von Älteren profitieren, sondern es entsteht eine altersübergreifende Gemeinschaft, die allen Beteiligten interessante Einblicke ins Berufsleben im eigenen Betrieb bietet.

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