Väter in der Elternzeit


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Väter in der ElternzeitZiel der rechtlichen Regelungen zur Elternzeit ist es, Müttern wie Vätern zu ermöglichen, sich um ihre Kinder zu kümmern, ohne dabei den Kontakt zu ihrem Beruf zu verlieren. Insbesondere die Chance auf Teilzeitarbeit soll für Väter ein Anreiz sein, sich mehr an der Kindererziehung beteiligen zu können.

Elternzeit: Anspruch und Regelungen

Alle Arbeitnehmer/innen in Deutschland haben entsprechend dem im Januar 2007 neu eingeführten Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) ein Anrecht auf Elternzeit. Dabei handelt es sich um eine bis zu 3-jährige unbezahlte Freistellung von der Arbeit, die für die Erziehung von Kindern im selben Haushalt beansprucht werden kann. Die Elternzeit muss nicht unbedingt bis zum Ende des 3. Lebensjahres des Kindes genommen werden; wenn der Arbeitgeber einverstanden ist, können bis zu 12 Monate auch bis zum Ende des 8. Lebensjahres des Kindes übertragen werden.

Beide Elternteile können die Elternzeit gleichzeitig nehmen oder auch untereinander aufteilen. Gearbeitet werden muss währenddessen nicht, eine berufliche Tätigkeit mit bis zu 30 Stunden pro Woche ist aber möglich. In der Regel besteht sogar ein Anspruch auf Teilzeitarbeit. Während der Elternzeit besitzen Arbeitnehmer/innen Kündigungsschutz; danach ist im Normalfall eine Rückkehr an den alten Arbeitsplatz oder – falls eine Umsetzung erforderlich und rechtlich zulässig ist – an einen gleichartigen und gleich entlohnten Arbeitsplatz möglich.

In den ersten 12 bis maximal 14 Monaten nach der Geburt eines Kindes kann zudem Elterngeld beantragt werden. Ausführliche Infos dazu stellt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) in der Broschüre „Elterngeld und Elternzeit“ zur Verfügung (http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Publikationen/Publikationen,did=89272.html).

Gründe für Väter, (nicht) in Elternzeit zu gehen

Obwohl die Elternzeitbeteiligung von Vätern nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seit 2007 von damals knapp 7 Prozent auf heute über 18 Prozent gestiegen ist, gehen immer noch vergleichsweise wenige Männer und auch für sehr viel kürzere Zeit in Elternzeit. Hauptgrund dafür ist laut des 2008 erstellten Evaluationsberichts des BMFSFJ, dass eine Reduzierung der Arbeitszeit finanziell (48 Prozent) oder beruflich bzw. betrieblich bedingt (35 Prozent) nicht möglich ist (z. B. weil der Mann besser verdient und die finanziellen Einbußen zu groß wären oder weil eine Teilzeitbeschäftigung in einem Kleinunternehmen bzw. einer selbständigen Tätigkeit nicht in Frage kommt). Überdies scheinen sich viele Männer die Kindererziehung (noch) nicht zuzutrauen und überlassen deshalb der Partnerin die Kindererziehung (20 Prozent).

Es gibt allerdings auch gute Gründe für Väter, die Elternzeit in Anspruch zu nehmen. Dazu gehören laut den Ergebnissen des Berliner Instituts für sozialwissenschaftlichen Transfer (SowiTra), das im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung eine Studie zur neuen Elternzeit durchgeführt hat:

• eine zunehmende Familienorientierung von Männern, die die Erweiterung ihrer Familie bewusst miterleben wollen,
• die Unterstützung der Partnerin in der stressigen Anfangszeit oder beim beruflichen Wiedereinstieg am Ende der Elternzeit,
• und einmal andere Erfahrungen abseits der Arbeit zu machen.

Auswirkungen der Elternzeit auf die Karriere von Vätern

Wie sich die Elternzeit von Vätern auf ihre Karriere auswirkt, dazu hat beispielsweise die Initiative vaeter-nrw.de des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration kürzlich ihre Leser befragt:

Bei der Frage, ob die Elternzeit Väter daran hindert, Karriere zu machen, ist die Meinung geteilt: 47 Prozent befürchten dies, 53 Prozent glauben eher nicht daran. Nach Angaben von SowiTra ist die Sorge über einen anschließenden Karriereknick allerdings oftmals unberechtigt. Vor allem die Männer, die bereits Elternzeit in Anspruch genommen haben, sehen sie überwiegend positiv. Allerdings spielt die Dauer dabei eine große Rolle: Eine Elternzeit, die länger als ein halbes Jahr dauert, ist in vielen Unternehmen noch ein Problem. Auch ist Teilzeitarbeit mit Führungspositionen kaum vereinbar.

Die Antworten auf die Frage, ob in der Elternzeit gemachte Erfahrungen beruflich genutzt werden können, zeigen ein ähnliches Bild: 48 Prozent befürworten dies, 52 Prozent haben daran Zweifel. Stefan Reuyß von SowiTra erklärt das Ergebnis damit, dass insbesondere Väter in Berufen, die ein gutes Organisationstalent verlangen, durch die Elternzeit lernen können, im Job gelassener zu bleiben und zielgerichteter zu arbeiten. In allen anderen Tätigkeiten scheint zumindest der berufliche Nutzen aber nicht so groß zu sein.

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2 Kommentare

  1. Micha 7. September 2009 at 14:09 - Reply

    Habe meinen Sohn die restlichen Monate der Elternzeit betreut und bin froh das es so etwas gibt. Familie geht für mich vor Arbeit. Wenn man sich mal überlegt wie schnell die kleinen Kerlchen heranwachsen, war das die richtige Entscheidung.

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