Rund ein Viertel aller deutschen Studenten studiert im Ausland: die meisten ein bis zwei Semester lang, um am jeweiligen Studienort ihre fachlichen und sprachlichen Kompetenzen zu erweitern; einige absolvieren aber auch ein komplettes Studium im Ausland, weil dort zum Beispiel die Studienbedingungen besser sind oder sie den Numerus Clausus umgehen wollen. Zudem schätzen es deutsche Unternehmen, wenn Berufseinsteiger Auslandserfahrungen mitbringen. Beliebte Studienländer sind dabei nach Angaben von bafoeg-aktuell.de insbesondere europäische Länder (80 Prozent) wie die Niederlande, Großbritannien, Schweiz, Österreich und Frankreich, weil die Kosten geringer sind und die Anerkennung von Studienleistungen weniger problematisch ist; gern wird aber auch in Amerika und den USA (14 Prozent) und Australien (5 Prozent) studiert.
Vorteile eines Auslandsstudiums
• Das Studienfach kann aus einer anderen Perspektive betrachtet werden (z. B. andere Lehrinhalte und -methoden).
• Eine Fremdsprache und eine fremde Kultur können hautnah kennen gelernt und so besser verstanden werden.
• Für die spätere Karriere wichtige Kompetenzen können erweitert werden, wie beispielsweise Eigenständigkeit, Anpassungsfähigkeit, interkulturelle Kompetenz und Toleranz, Flexibilität und Bereitschaft zur Mobilität.
• Es können private Freundschaften und beruflich nützliche Kontakte im Ausland geschlossen werden.
• Das Selbstvertrauen und die Belastungsfähigkeit können gestärkt werden, da doch einige „Hürden“ gemeistert werden müssen (z. B. Trennung von Familie und Freunden, Doppelbelastung durch gleichzeitiges Fach- und Sprachstudium).
Möglichkeiten, im Ausland zu studieren
Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Auslandsstudium zu absolvieren: über Austauschprogramme der Heimathochschule mit Partnerhochschulen im Ausland, über ein Auslandsstipendium einer Mittlerorganisation (allerdings nur sehr begrenzte Plätze) sowie über eine selbständige Bewerbung an einer ausländischen Hochschule. Dabei ist jedoch die Teilnahme an einem Austauschprogramm der Heimathochschule oder an einem organisierten Programm von Mittlerorganisationen (z. B. Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, EU-Programm ERASMUS) meist die einfachste Lösung. Denn das Akademische Auslandsamt der Hochschule bzw. die Organisation informiert in der Regel umfangreich über Länderspezifisches und Studienbedingungen (z. B. auch Erfahrungsberichte frührer Teilnehmer) und hilft bei der Abwicklung der Bewerbungsformalitäten (z. B. Anmeldung an der Hochschule, Beurlaubung / Freisemester, Beschaffung von Visa für Nicht-EU-Länder), der Unterbringung sowie der Vermittlung kompetenter Ansprechpartner am ausländischen Studienort. Zudem fallen häufig keine oder nur reduzierte Studiengebühren für das Auslandsstudium an und die Anerkennung von Studienleistungen zwischen Heimat- und Partnerhochschule ist unkomplizierter. Wer sich dagegen selbständig bewirbt, muss sich um sämtliche Formalitäten selbst kümmern, was viel organisatorisches Geschick erfordert.
Zugangsvoraussetzungen
Ob und welche Zugangsvoraussetzungen für ein Auslandsstudium erfüllt werden müssen, ist je nach Studienfach und ausländischer Hochschule unterschiedlich. Wichtig ist es deshalb sich im Vorfeld genau darüber zu informieren, ob das jeweilige Fach zulassungsbeschränkt ist, welche Einschreibefristen eingehalten werden müssen, ob zuvor ein Sprachtest oder eine fachliche Eignungsprüfung absolviert werden muss und inwieweit die deutsche Hochschulreife bzw. bisherige Studienleistungen anerkannt werden können.
Finanzierung des Auslandsstudium
Zu beachten ist ebenfalls, dass ein Auslandsaufenthalt meist sehr viel mehr kostet als dieselbe Zeit in der Heimat, da zusätzliche Reisekosten und unter Umständen höhere Lebenshaltungskosten (und eventuell auch höhere Studiengebühren) anfallen. Gleichzeitig ist es oft relativ schwierig, während des Auslandsstudiums noch einen Nebenjob zu finden, so dass es im Vorfeld unbedingt erforderlich ist, sich rechtzeitig um die Finanzierung zu kümmern. Möglichkeiten dazu sind wie beim Inlandsstudium vor allem BAföG (beim Auslands-BAföG allerdings höhere Förderungssätze), ein Bildungskredit oder ein Stipendium. Bei Austauschprogrammen können zusätzlich finanzielle Mehrkosten für die Dauer des Aufenthalts bezuschusst werden (z. B. aus Mitteln der Europäischen Kommission bei Studien innerhalb der EU), wenn die genannten Finanzierungsmöglichkeiten nicht ausreichen.
Gesundheit und Krankenversicherung
Und um einen längeren Auslandsaufenthalt auch zu überstehen, ist es wichtig, die eigene psychische und gesundheitliche Belastbarkeit zu überprüfen (evtl. auch Schutzimpfungen und Gesundheitscheck erforderlich). Daneben sollte eine Auslandskrankenversicherung vorhanden sein, die einen ausreichenden Versicherungsschutz während des Auslandsstudiums bietet.
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Also ich kann ein Auslandsstudium jedem empfehlen der schon immer mal weg aus Deutschland wollte. Es ist wirklich sehr interessant und man lernt viel neues über andere Kulturen dazu.