Mehr Erfolg dank Wanderlust – Wie Wandern Ihr Gehirn verändert

Gehen Sie gerne raus an die frische Luft? Erklimmen Sie in Ihrer Freizeit die Gipfel der umliegenden Berglandschaften oder verbringen Sie Ihren Urlaub am liebsten mit dem Wandern? Das ist auch gut so! Denn Forscher fanden jetzt heraus, dass das Wandern zahlreiche positive Effekte auf Ihren Körper und Geist hat – welche Ihnen (auch) im Berufsleben mehr Erfolg bescheren. Welche das sind? Wir verraten es Ihnen!

Inhalt
1. 35 Prozent der Deutschen wandern – Sie auch?
2. Ruhe, Natur, Bewegung, frische Luft – doch das Wandern kann noch viel mehr!
3. Studie #1: Wandern senkt die Gefahr psychischer Erkrankungen
4. Studie #2: Wandern fördert Kreativität & Problemlösungskompetenz
5. Studie #3: Wandern aktiviert mehr (neue) Gehirnregionen
6. Studie #4: Wandern verhindert Abbau der grauen Gehirnmasse
7. Fazit: Glücklicher und erfolgreicher durch Wanderungen

35 Prozent der Deutschen wandern – Sie auch?

Wann waren Sie das letzte Mal wandern? Gehören auch Sie zu den 35 Prozent der Deutschen, welche regelmäßig frische Bergluft schnuppern? Oder fahren Sie sogar extra in den Wanderurlaub, um neue Länder, Landschaften und Kulturen zu Fuß zu erkunden? 7,4 Milliarden Euro setzt der Wandertourismus im Jahr durchschnittlich um. Im Jahr 2013 lag er auf dem fünften Platz der beliebtesten Urlaubsarten der Deutschen (Quelle: Statista). Und auch auf der Liste mit den beliebtesten Freizeitaktivitäten findet sich das Wandern auf dem fünften Rang wieder.

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Während das Wandern – vermutlich dank Games, TV & Co – bei den jüngeren Generationen allerdings an Beliebtheit verliert, sind es vor allem die sogenannten „Best Ager“ zwischen 50 und 65 Jahren, welche besonders gerne und häufig die Wanderschuhe anziehen. Wieso? Weil es sich beim Wandern um die perfekte Kombination aus Natur und Sport handelt. Die optimale Gelegenheit also, um bis ins höhere Alter fit zu bleiben. Dennoch: Auch die jüngeren Generationen sollten sich von den „Best Agern“ noch eine Scheibe abschneiden. Schließlich bringt das Wandern zahlreiche positive Effekte mit sich, welche (auch) Ihren beruflichen Erfolg nachhaltig beeinflussen können.

Ruhe, Natur, Bewegung, frische Luft – doch das Wandern kann noch viel mehr!

„Natürlich ist wandern gesund“, werden Sie sich jetzt denken. Schließlich bewegen Sie sich und treiben ein wenig Sport. Das Grün der Natur oder der Ausblick vom Gipfel über die unendliche Ferne beruhigen, bauen Stress ab und lassen alle Probleme plötzlich ganz klein und weit weg erscheinen. Und dass frische Luft gesund ist und den Kopf frei macht, ist ja ohnehin allseits bekannt.
Auf hohen Bergen atmet es sich freier
Richtig! Doch das Wandern kann noch viel mehr: Zahlreiche Studien untersuchten die Wirkung regelmäßiger Wanderungen auf das Gehirn – mit verblüffenden Ergebnissen:

Studie #1: Wandern senkt die Gefahr psychischer Erkrankungen

Gregory N. Bratmana, J. Paul Hamiltonb, Kevin S. Hahnc, Gretchen C. Dailyd und James J. Gross fanden in ihrer Studie „Nature experience reduces rumination and subgenual prefrontal cortex activation“ heraus, dass ein 90-minütiger Spaziergang durch die Natur die Gefahr psychischer Erkrankungen drastisch senken kann. Die Probanden neigten nach ihrer Wanderung deutlich weniger zum Grübeln – einem ersten Anzeichen für Depressionen oder Burnout-Erkrankungen.

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Interessant dabei ist, dass diese positive Wirkung nach einem 90-minütigen Spaziergang durch städtisches Gebiet in der Studie nicht festgestellt wurde. Fakt ist also, dass das Wandern in Kombination mit der Ruhe der Natur die Gefahr einer psychischen Erkrankungen erheblich mindern kann. Angesichts der stetig steigenden Krankenzahlen in der deutschen Gesellschaft, sollte das Wandern daher besonders bei Großstädtern eine wichtige Rolle im Leben einnehmen.

Studie #2: Wandern fördert Kreativität & Problemlösungskompetenz

Kommen wir zu einer weiteren Studie mit dem Titel „Creativity in the Wild: Improving Creative Reasoning through Immersion in Natural Settings“. Ruth Ann Atchley, David L. Strayer und Paul Atchley kamen zu dem faszinierenden Ergebnis: Nach einer dreitägigen Wanderung in der Natur zeigten die Probanden mehr Kreativität und Problemlösungskompetenz als vor dem Studienbeginn. Und das um bis zu 50 Prozent. Die Forscher schließen daraus, dass die Ruhe der Natur sowie die fehlenden Reize moderner Technologie Stress im Gehirn abbaut und dadurch „Kapazitäten“ für Kreativität und Problemlösungsansätze freiräumt.

„Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen und kenne keinen Kummer,
den man nicht weggehen kann.“
(Søren Kierkegaard)

Studie #3: Wandern aktiviert mehr (neue) Gehirnregionen

Charles Hillman von der University of Illinois liefert hierfür auch direkt die passende Erklärung: Bereits nach 20 Minuten schnellem Wandern beziehungsweise Gehen wiesen die Testpersonen in den durchgeführten Gehirnscans eine deutlich verstärkte Gehirnaktivität auf – vor allem im hinteren Kopfbereich. Die Konsequenz: Die Probanden konnten nach der Wanderung schneller und leichter Konzentrationsaufgaben lösen als ihre Vergleichsgruppe.

Studie #4: Wandern verhindert Abbau der grauen Gehirnmasse

Doch diese Effekte sind nicht nur kurzfristig, sondern können auch über einen langen Zeitraum verblüffende Ergebnisse mit sich bringen. In ihrer Studie „Physical activity predicts gray matter volume in late adulthood: the Cardiovascular Health Study“ fanden Erickson KI, Raji CA, Lopez OL, Becker JT, Rosano C, Newman AB, Gach HM, Thompson PM, Ho AJ und Kuller LH heraus, dass die graue Materie im Gehirn langsamer und später schrumpft, wenn ein Mensch jede Woche durchschnittlich zehn bis 16 Kilometer zu Fuß zurücklegt.

Lese-Tipp:Stress lässt Gehirn schrumpfen: Wie Sie gegensteuern

Die Folge: Sie bleiben im Alter länger fit und Ihr Risiko einer Demenzerkrankung sinkt um die Hälfte. Dadurch bleibt zugleich Ihre Fähigkeit des lebenslangen Lernens erhalten, Ihre kristalline Intelligenz kann länger bewahrt werden oder sogar wachsen und Ihre Denkprozesse bleiben schneller und komplexer. Sie bleiben also schlicht länger „geistig“ fit und können dadurch auch im Beruf bis zu Ihrem Renteneintritt mehr Leistung erbringen und dementsprechend erfolgreicher sein.

Lese-Tipp:Kristalline Intelligenz: Altersweisheit ist trainierbar!

Fazit: Glücklicher und erfolgreicher durch Wanderungen

Das Wandern hat also nicht nur positive Effekte auf Ihre körperliche Gesundheit, zum Beispiel das Herz-Kreislauf-System, sondern auch auf Ihr Gehirn und damit auf Ihren beruflichen Erfolg. Sie erhalten Ihre graue Materie (länger), beugen Demenz vor, können auch im Alter noch schneller und besser Neues lernen und bringen zugleich Ihre Kreativität sowie Problemlösungskompetenz auf Trab.
"Das Geheimnis des Vorwärtskommens besteht darin, den ersten Schritt zu tun" (Mark Twain)
Zuletzt erhöhen Sie durch regelmäßige Wanderungen Ihre Konzentrationsfähigkeit, Sie bauen Stress ab und mindern die Gefahr psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout. Benötigen Sie noch mehr Argumente für das Wandern als neues Hobby? Und nicht vergessen: Immer Smartphone & Co ausschalten!

Gehe auch Sie gerne regelmäßig wandern? Welche positiven Effekte können Sie dadurch bei sich beobachten? Und haben Sie Tipps für all die „Wander-Neulinge“ unter unseren Lesern? Wir freuen uns auf Ihren Beitrag in den Kommentaren!

1 Kommentar

  1. Als Kind waren die Wanderausflüge mit der Familie eher nevir. Dann habe ich das Gehen in der Natur zu schätzen gelernt. Schließlich konnte ich mich mit der Kombination aus Bewegung im Kopf und in der Natur selbständig machen. Als Coach und Trainerin bringe ich jetzt Menschen in Bewegung und genieße selbst die positiven Effekte, die Wandern und dabei im Gespräch sein haben.

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