Freude und Zufriedenheit im Beruf sind wichtig, um sich bei der Arbeit wohl zu fühlen, sich mit der Tätigkeit identifizieren und gute Leistungen erbringen zu können.
Personen, die mit ihrem Beruf unzufrieden sind und an Sinn und Zweck ihrer Tätigkeit zweifeln, beschäftigen sich dagegen häufig mit dem Gedanken, den Beruf zu wechseln.
Gründe für eine berufliche Neuorientierung
Wann es Zeit für eine berufliche Neuorientierung ist, muss jeder selbst entsprechend den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen sowie der persönlichen Schmerzgrenze entscheiden. Denn nicht immer muss es gleich ein kompletter Berufswechsel sein; oft bringen auch schon kleine Veränderungen im Arbeitsalltag den Spaß an der Arbeit zurück. Spätestens wenn jedoch mehrere der folgenden Bedingungen als dauerhaft unbefriedigend empfunden werden, kann es sinnvoll oder sogar notwendig sein, nach einem neuen bzw. besser passenden Beruf zu suchen:
- Unerreichbarkeit kurz-, mittel- oder langfristiger beruflicher Zielvorstellungen (z. B. geringe Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten)
- Nicht-Übereinstimmung von Arbeitsaufgaben und den eigenen Fähigkeiten (z. B. Unter- und Überforderung, Langeweile, Stress und Zeitdruck)
- Unvereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (z. B. wenig familienfreundliche Arbeitsbedingungen, mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten)
- fehlende oder unzureichende soziale Beziehungen am Arbeitsplatz (z. B. schlechtes Arbeitsklima, Konflikte mit Vorgesetzten und Kollegen, Mobbing)
- unzureichende Möglichkeiten zur finanziellen Existenzsicherung (z. B. geringes Einkommen, mangelnde Sozialleistungen, Arbeitsplatzunsicherheit)
- gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Arbeit (z. B. durch unregelmäßige Dienstzeiten, Nacht- und Schichtarbeit, schwere körperliche oder psychisch belastende Tätigkeiten)
- Krankheiten oder Behinderungen, die die bisherige berufliche Tätigkeit erschweren oder unmöglich machen
Die Gründe für die berufliche Unzufriedenheit auszumachen, ist meist relativ einfach, wenn man sich ehrlich mit den eigenen Bedürfnissen beschäftigt; schwieriger ist es dagegen oft herauszufinden, in welche die Richtung der berufliche Weg in Zukunft führen soll.
Folgende Schritte können dabei helfen, sich neu zu orientieren:
1) Persönliche Standortanalyse: Was kann ich? Was mache ich gerne? Was will ich erreichen?
Wichtig ist es, zunächst den persönlichen „Standort“ zu analysieren und sich ein möglichst realistisches Bild über die eigenen Stärken und Schwächen, Interessen und Einstellungen zu machen, um daraus grobe berufliche Ziele ableiten zu können. Anhaltspunkte können dabei zum Beispiel erzielte Erfolge oder mit Spaß verbundene Freizeittätigkeiten sein.
2) Information über mögliche Berufsfelder: Welche beruflichen Möglichkeiten gibt es überhaupt?
Anschließend sollte man sich einen Überblick über mögliche Berufsfelder, Unternehmen und dortige Entwicklungsmöglichkeiten verschaffen und versuchen, erste Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen zu sammeln (z. B. über den Bekanntenkreis oder Erfahrungsberichte aus der jeweiligen Branche).
3) Suche nach Übereinstimmungen zwischen persönlichen Zielvorstellungen und beruflichen Möglichkeiten: Was kommt für mich in Frage? Wo kann ich eine konkrete Perspektive entwickeln?
Im letzten Schritt gilt es, die persönlichen Ziele mit den beruflichen Möglichkeiten zu vergleichen und daraus möglichst konkrete berufliche Zielvorstellungen zu entwickeln: D.h. einen Beruf oder eine Stelle zu finden, die der eigenen Standortanalyse entspricht, und zu überprüfen, ob diese Berufswünsche auch realisierbar sind (z. B. regionale Arbeitsmarktbedingungen, Abstimmung mit der Familie).
Hilfen und Beratung beim Berufswechsel
Beratung bezüglich der beruflichen Neuorientierung und Berufsorientierungsmaßnahmen (auch für Personen in speziellen Lebenslagen) werden beispielsweise kostenlos von den Berufsberatern der Arbeitsagentur und kostengünstig an Volkshochschulen angeboten. Zusätzlich können Berufswahltests und Berufsinformationen im Internet dabei helfen, die eigenen Fähigkeiten und Interessen genauer zu durchleuchten. Wer eine individuelle, auch längerfristige Begleitung beim Berufswechsel benötigt, kann sich auch an einen privaten Berufs- oder Karriereberater wenden. Solche persönlichen Services sind jedoch meist sehr teuer und nicht immer seriös. Professionell arbeitende Coaches können aber unter anderem über den Deutschen Verband für Bildungs- und Berufsberatung e.V. (DVB) oder die Deutsche Gesellschaft für Karriereberatung e.V. (DGfK) erfragt werden.
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Beratung bei Neuorientierung im Berufsleben
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin 64 Jahre alt. Meine Qualifikationen als Ingenieur für Kfz- Technik und Dipl.-Ing. Ök. sowie einen Fahrlehrerschein erwarb ich vor mehr als 40 Jahren. In den ersten 22 Jahren habe ich es vom Werkstattleiter, später ökonomischen Leiter bis zum Direktor für Technik und stellvertretenden Betriebsdirektor gebracht.
Vor 20 Jahren gründete ich eine private Fahrschule, leitete diese und war auch als Fahrlehrer tätig. Zur Fahrschule gehören sechs Mietwohnungen die ich selbst verwalte. Das Unterrichtsmaterial wird von mir mit Adobe aktualisiert. Mit einem von mir modifiziertem Access erfolgt die Datenerfassung/Abrechnung.
Wegen nachlassender Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit erscheint es mir ratsam, die Fahrausbildung jüngeren Fahrlehrern zu überlassen.
Eine Neuorientierung im Berufsleben ist deshalb notwendig.
Mir schwebt eine Tätigkeit vor, in der ich vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten noch einige Jahre in einem Angestelltenverhältnis anwenden kann
In meinem Alter muss ich mit erheblichen Vorbehalten bei Bewerbungen rechnen.
In welchen Bereich habe ich nach Ihrer Erfahrung die größten Erfolgschancen?
Kann ich durch Weiterbildungsmaßnahmen eine erfolgreiche Bewerbung günstig beeinflussen und welche würden Sie mir vorschlagen?
Ich bitte um Ihre Beratung.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Schmidt