Mobbing findet auf unterschiedlichen Führungsebenen, zwischen Führungskräften und Mitarbeitern sowie unter den Mitarbeitern statt und ist immer häufiger Inhalt arbeitsrechtlicher Auseinandersetzungen.
Die Palette möglicher Mobbingattacken ist umfassend und beginnt meistens bei abwertenden Äußerungen. Mobbing kann sich gegenüber dem Mobbingopfer weiter steigern durch Nachahmen bestimmter Verhaltensweisen, eine geringschätzige Behandlung, Beleidigungen und offene Anfeindungen. Was zunächst ein einzelner Mitarbeiter im Verborgenen anzettelt, kann weite Kreise unter den Mitarbeitern ziehen und sich für das Mobbingopfer bis zu einer systematischen Schikane steigern. Mobbing schadet nicht nur dem Opfer, sondern auch dem direkten Arbeitsumfeld, der weisunggebenden Führungskraft und letztendlich auch dem Unternehmen selbst.
Vertrauen, Ehrlichkeit und Fairness als präventive Maßnahmen gegen Mobbing
Vertrauen, Ehrlichkeit, Fairness und ein respektvoller Umgang sind unverzichtbare Bausteine für ein positives Betriebsklima und die beste Prävention für Mobbing. Der Erfolg des Vertrauens ist abhängig von der Möglichkeit, als Mitarbeiter seinen Standpunkt und seine Meinung offen äußern zu dürfen. Es liegt in der Hand des Vorgesetzten und vor allem in Händen der Unternehmensspitze, diese Kultur zu schaffen und auch zu stärken. Einige Unternehmen haben das längst begriffen und partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz und faire Konfliktlösung in einer Betriebsvereinbarung verankert. Um diese Vereinbarung konsequent und nachhaltig umzusetzen, wird je nach Größe des Unternehmens auch eine innerbetriebliche Beratungsgruppe eingerichtet oder zentrale Kontaktpersonen etabliert.
Der Chef und seine Aufgabe zu führen
Tritt Mobbing am Arbeitsplatz auf, hängt das weitere Geschehen wesentlich vom Verhalten des Chefs ab. Ein Chef ist eine Führungskraft, deren Aufgabe es ist zu führen und auch zu handeln. Greift der Chef nicht in das Geschehen ein, lässt er Mobbing freien Raum. Die Folgen sind immer dieselben und absehbar. Das Mobbingopfer fällt zunächst ab und zu, dann immer häufiger krankheitsbedingt aus bis hin zum freiwilligen Verlust des Arbeitsplatzes. Wer als Chef nichts gegen Mobbingattacken unternimmt, schafft in seiner Abteilung ein Klima der Angst und der Demotivation, was zum Leistungsverlust aller Mitarbeiter führt und ein Unternehmen Glaubwürdigkeit und vor allem Geld kostet. Wer sich als Vorgesetzter in einer Mobbingsituation weg duckt, hat die Bezeichnung Führungskraft nicht verdient und ist an dieser Stelle fehl am Platz. Gleiches gilt für Unternehmen, die eine Mobbingkultur in ihren Unternehmen etablieren, um Mitarbeiter zu manipulieren – ein negatives Klima, das langfristig zu einer dauerhaften Schädigung des Gewinns und der Marktposition sowie des Images führt.
Das persönliche Einzelgespräch als klärende Maßnahme
Wer als Vorgesetzter aktiv gegen Mobbing vorgehen möchte, dem stehen eine Reihe von Möglichkeiten offen. Für eine möglichst objektive Einschätzung der Situation ist eine Analyse notwendig. Im Beisein einer weiteren neutralen Person werden mit den betroffenen Parteien – dem Mobbingopfer sowie dem Mobber – jeweils getrennt Gespräche geführt, wobei die neutrale dritte Person ein Arbeitnehmervertreter oder ein geschulter Mediator sein kann. Manchmal stellt sich heraus, dass sich der Mobber über die Konsequenzen seines Handelns nicht im Klaren ist. Hier gilt es den Mobber aufzuklären und ihn aufzufordern, sein dem Mobbingopfer gegenüber schädigendes Verhalten einzustellen, gegebenenfalls unter Androhung arbeitsrechtlicher Schritte wie eine Abmahnung, Versetzung oder schlimmstenfalls auch die Androhung einer fristlosen Kündigung.
Klare Strukturen und definierte Aufgabengebiete als Maßnahmen gegen Mobbing
Doch mit Gesprächen allein ist der Konflikt oftmals nicht beigelegt. Jetzt ist auch der Vorgesetzte gefragt, die Situation in seiner Abteilung zu überdenken und gegebenenfalls weitere Maßnahmen zur Konfliktbewältigung einzuleiten. Häufig sind Ursachen für Mobbing Neid, Missgunst und die Angst um den Arbeitsplatz. Es ist deshalb sinnvoll, nicht nur die Arbeitsbereiche zwischen dem Mobber und dem Gemobbten strikt zu trennen, gegebenenfalls durch Versetzung oder Zuteilung eines neuen Arbeitsbereiches. Fehlt es an Berührungspunkten, hat auch Mobbing keinen Nährboden mehr. Feste und für alle Mitarbeiter verbindliche Regeln helfen Mobbing zu unterbinden. Manchmal macht es Sinn, die Aufgaben innerhalb einer Abteilung neu zu organisieren und zu verteilen. Die Kompetenzen und Aufgabenbereiche müssen klar, schriftlich und eindeutig definiert sein. Verantwortungsvoller Umgang mit Mitarbeitern beinhaltet auch, dass Mitarbeiter entsprechend ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen eingesetzt und beansprucht werden. Ein guter Chef kennt seine Mitarbeiter, bringt ihnen Anerkennung und Interesse entgegen und unterstreicht durch seine Vorbildfunktion einen guten Führungsstil.
Hinweis
Für Fragen zum Thema besucht bitte unser Mobbingforum!













