BAB – was ist die Berufsausbildungsbeihilfe?

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Das BAB ist die Berufsausbildungsbeihilfe des Staates für Auszubildende. Der staatliche Finanzzuschuss kann während der Berufsausbildung oder bei einer Berufsvorbereitungsmaßnahme beantragt werden, wenn der Betroffene dabei finanzielle Schwierigkeiten hat. Doch nicht jeder Azubi hat einen Anspruch auf das BAB und selbst wenn, variieren die Höhe und Dauer der Leistungen je nach individueller Situation. Hier deshalb das kurze Einmaleins der Berufsausbildungshilfe für Interessenten:

Inhaltsverzeichnis:
1. Voraussetzungen für den Bezug von BAB
2. Wird auch die zweite Ausbildung gefördert?
3. BAB für Ausländer
4. Grundregeln für den Bezug von BAB
5. Pflichten beim BAB-Bezug
6. Wo kann das BAB beantragt werden?
7. Die Höhe des BAB
8. Ein Rechenbeispiel
9. BAB-Rechner

Voraussetzungen für den Bezug von BAB

Um BAB beziehen zu können, muss ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf gewählt werden. Davon gibt es derzeit in Deutschland rund 340, die über die sogenannte Ausbildungsordnung geregelt sind. Eine Liste aller staatlich anerkannten Ausbildungsberufe gibt es hier. In diesem Fall kann die Förderung beantragt werden, sobald der Ausbildungsvertrag zwischen dem auszubildenden Betrieb und dem Azubi beidseitig unterzeichnet ist und bei der zuständigen Stelle eingetragen wurde. Dies können beispielsweise die IHK oder HWK sein. Sie erkennen die Genehmigung an einem entsprechenden Stempel auf dem Ihnen ausgehändigten Vertragsexemplar.

Wird auch die zweite Ausbildung gefördert?

Nein, in der Regel nicht. Es gibt aber eine Ausnahme, und zwar dann, wenn die zweite Ausbildung für die berufliche Eingliederung dauerhaft notwendig ist. Das bedeutet: Wenn die erste abgeschlossene Ausbildung zu keiner Einstellung auf dem Arbeitsmarkt führt und als auf Dauer chancenlos eingeschätzt wird, kann auch eine andere, zweite Ausbildung durch das BAB gefördert werden. Ähnlich verhält es sich, wenn eine erste Ausbildung vor dem erfolgreichen Abschluss beendet bzw. abgebrochen wurde. So kann das BAB für eine zweite Ausbildung beantragt werden, wenn für die Beendigung ein wichtiger Grund gemäß SGB III vorlag. Dies kann zum Beispiel aus gesundheitlichen Aspekten geschehen.

BAB für Ausländer

Prinzipiell ist das BAB eine staatliche Leistung für deutsche Staatsbürger. Doch auch Ausländer haben unter gewissen Umständen die Möglichkeit, eine Förderung zu erhalten. Dies ist erst einmal dann der Fall, wenn der Azubi aus einem Land der europäischen Union stammt. Alle Ausländer haben zudem das Recht auf Berufsausbildungsförderung, wenn sie entweder einen bestimmten Aufenthaltsstatus besitzen oder sich eines der Elternteile seit mindestens drei Jahren erwerbstätig in Deutschland aufhält.

Grundregeln für den Bezug von BAB

Das BAB kann nur beantragt werden, wenn

  • der Azubi nicht mehr bei seinen Eltern wohnhaft ist, weil die Entfernung zum Ausbildungsbetrieb zu groß wäre, Sie ein Kind haben, Sie verheiratet sind oder wenn Sie aus schwierigen sozialen Gründen von Zuhause ausziehen mussten. Azubis über 18 Jahren können das BAB trotz eigener Wohnung beantragen.
  • ein dringender Bedarf besteht, sprich die finanziellen Einnahmen des Azubis sowie seiner Eltern eine gewisse Mindestgrenze unterschreiten und so die Lebenshaltungskosten nicht mehr gesichert wären.
  • keine anderen staatlichen Hilfen oder Leistungen empfangen werden.

 

Pflichten beim BAB-Bezug

Wer BAB bezieht oder beantragen möchte, der hat gewisse Pflichten, die vor allem im Sinne von wahrheitsgetreuen Informationen bestehen. Zudem muss das bereitstellende Amt über jede Änderung im Leben des Azubis informiert werden, welche den Bezug bzw. die Höhe von BAB beeinflussen könnten. Diese sind zum Beispiel

  • die Beendigung oder Kündigung des Arbeitsverhältnisses,
  • ein Wechsel des Ausbildungsplatzes,
  • eine langfristige Erkrankung,
  • eine Schwangerschaft oder
  • eine Änderung der Adresse bzw. Unterbringungsart.

Hinzu kommen die sogenannten Mitwirkungspflichten der Eltern und, falls vorhanden, des/r Ehegatten/in. Auch diese müssen wichtige Angaben zu ihrem Einkommen und ihren finanziellen Verhältnissen offenlegen.

Wo kann das BAB beantragt werden?

Das BAB kann bei der Arbeitsagentur im Wohnbezirk des Auszubildenden beantragt werden, wo auch das Antragsformular erhältlich ist. Zu beachten ist, dass Berufsausbildungsbeihilfe frühestens ab dem Monat der Antragstellung geleistet wird. Auch wird BAB jeweils nur für einen Bewilligungszeitraum berechnet (18 Monate bei Berufsausbildung, sonst 1 Jahr), danach muss ein erneuter Antrag gestellt werden.

Die Höhe des BAB

Wer wie viel finanzielle Unterstützung erhält, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So genannte  Pauschalsätze werden gezahlt oder einbehalten, je nachdem ob ein Azubi beispielsweise

  • eine eigene Wohnung hat,
  • an berufsvorbereitenden Maßnahmen teilnimmt,
  • familienversichert ist,
  • Ersparnisse besitzt o.ä.

Die Höhe hängt daher jeweils vom Einzelfall ab und wird individuell berechnet. Eine Liste über die Berechnungsposten und Pauschalsätze gibt es hier. Der Maximalbedarf liegt bei 725 Euro monatlich.

Ein Rechenbeispiel

Ein lediger Auszubildender ohne Geschwister erhält eine Ausbildungsstelle in einer 80 km entfernten Stadt. Deshalb muss er sich dort für 200 Euro ein Zimmer mieten. Seine Ausbildungsvergütung im ersten Jahr beträgt jedoch nur 320 Euro und auch seine Eltern verdienen nur 2000 Euro im Monat. In diesem Fall berechnet sich der Gesamtbedarf wie folgt:

  • Weil der Auszubildende während seiner Berufsausbildung auswärtig untergebracht ist, wird ihm ein Grundbedarf von 314 Euro gewährt.
  • Zusätzlich erhält er die Mietpauschale von 146 Euro und den Mietzuschlag von 72 Euro, da seine monatlichen Mietkosten höher sind als 146 Euro.
  • Für benötigte Arbeitsbekleidung erhält er die Pauschale von 12 Euro.
  • Für Fahrtkosten zwischen Wohnung und Ausbildungsbetrieb erhält er den Preis für eine Bus-Monatskarte erstattet (45 Euro).
  • Auch erhält er 15 Euro für eine Bahnfahrkarte für eine Heimfahrt pro Monat.

Der Gesamtbedarf des Auszubildenden beträgt so 631 EUR. Dieser Gesamtbedarf wird mit dem anrechnungsfähigen Einkommen des Auszubildenden und seiner Eltern verrechnet. Dazu zählen in diesem Fall:

  • die Ausbildungsvergütung des Auszubildenden (320 Euro) abzüglich des Freibetrags für die auswärtige Unterbringung (-56 Euro)
  • und das monatliche Einkommen der Eltern (2000 Euro) abzüglich des Freibetrags für verheiratete Eltern (-1555 Euro) und des Freibetrags für die auswärtige Unterbringung ihres Kindes (-550 Euro).

Da das Einkommen der Eltern geringer ist als die Freibeträge und sich so ein negativer Betrag ergibt (-105 EUR), wird es nicht angerechnet. Das Einkommen des Auszubildenden ist jedoch positiv (264 EUR) und wird vom Gesamtbedarf (631 EUR) abgezogen. Insgesamt erhält der Auszubildende so Berufsausbildungsbeihilfe in Höhe von 367 EUR.

BAB-Rechner

Wie hoch die Berufsausbildungsbeihilfe im Einzelfall ist, kann mit dem BAB-Rechner der Arbeitsagentur berechnet werden (www.babrechner.arbeitsagentur.de).

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Arbeits-abc

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