Als E-Recruiting wird die Personalrekrutierung mittels computer- und webbasierter Medien bezeichnet.
Immer mehr Unternehmen bieten beispielsweise die Möglichkeit an, sich via Internet für ausgeschriebene Stellen zu bewerben – vor allem über die Homepage des Unternehmens oder in Stellenausschreibungen in Online-Jobbörsen. Gleichzeitig werden in den Unternehmen selbst zunehmend auch Software-Lösungen eingesetzt, die die Erstellung von Stellenprofilen sowie die Verwaltung, Bearbeitung und Dokumentation von personenbezogenen Bewerberdaten und Bewerbungsprozessen für die Personalverantwortlichen erleichtern.
Anwendungsbereiche von E-Recruiting sind vor allem die Bewerbervorauswahl, aber auch Placement-Entscheidungen im Rahmen der Personalentwicklung (z. B. in Kombination mit internen Assessment Centern, Mitarbeiterbeurteilungen oder Teamentwicklungsmaßnahmen). E-Recruiting-Verfahren können zwar den persönlichen Kontakt zwischen Bewerber und Unternehmen nicht ersetzen, bieten aber im Gegensatz zur traditionellen Personalbeschaffung sowohl für mitarbeitersuchende Unternehmen als auch für stellensuchende Arbeitnehmer zahlreiche Möglichkeiten und Vorteile.
Die größten Vorteile von E-Recruiting liegen für Unternehmen vor allem in der Vereinfachung und Optimierung des Bewerbermanagements sowie der damit verbundenen Einsparung von Zeit und Einstellungskosten: Online-Stellenanzeigen können im Gegensatz zu traditionellen Printanzeigen kostengünstiger weltweit verbreitet und zudem rund um die Uhr für Bewerber zugänglich gemacht werden, was die Zahl der interessierten Stellenbewerber deutlich erhöht. Bewerbungen können aber auch mit geeigneten IT-Lösungen schneller und effizienter bearbeitet werden, da relevante Daten von vornherein elektronisch erfasst werden können (z. B. in firmeninternen Personal- und Bewerberdatenbanken).
Zudem ist eine Vorselektion von Bewerbern über sog. „E-Assessment“ mit Hilfe internetgestützter Eignungstests (z. B. Erfassung von Persönlichkeitseigenschaften, Bildungsstand oder Soft Skills) und entsprechender Matching-Software möglich. Die Software kann dabei bereits nach Abschicken des Fragebogens die Bewerber ausfiltern, deren Profil nicht den Stellenanforderungen entspricht. Nach einer Studie der Westernacher Business Management Consulting AG (2006) nutzen bereits etwa 45 Prozent der befragten Unternehmen E-Assessment-Verfahren zumindest gelegentlich – insbesondere bei Eingang vieler Bewerbungen.
Für Stellenbewerber liegt der größte Vorteil von E-Recruiting in der Vereinfachung des Bewerbungsprozesses, der direkt online abgewickelt werden kann. Ein Bewerber kann so beispielsweise im Gegensatz zur herkömmlichen Papier-Bewerbung mit weniger Zeit- und Kostenaufwand biographische Daten in einem Webformular eingeben oder relevante Dateien auf einer Webseite hochladen (z. B. Lebenslauf, Arbeitszeugnisse, Zertifikate oder auch Bewerbungsvideos). Zusätzlich erweitern sich die Bewerbungsmöglichkeiten, da immer mehr Stellenangebote permanent online zugänglich sind. Und zunehmend ausgefeiltere Matching-Technologien in Jobbörsen helfen Bewerbern, bei der Stellensuche die passenden Stellenanzeigen angezeigt zu bekommen.
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Das ist schon eine feine Sache. Als Bewerber spart man sich eine Menge an Kosten. Zeitvorteil gibt es meiner Meinung nach keinen, da es der gleichen Sorgfalt bei der Eingabe der persönlichen Daten bedarf, wie beim Erstellen seiner Bewerbungsunterlagen.
In einigen Bereichen macht das Sinn. Handwerksbetriebe werden da eher zweigleisig fahren. Nicht jede "gute" Fachkraft sucht im Internet nach offenen Stellen. Besonders die Generation 50+, auch wenn ein Zuwachs zu verzeichnen ist.
Eine spezielle Form des E-Recruitings ist das Mobile Recruiting. Dabei nehmen Stellenanbieter Kontakt zu potentiellen Jobkandidaten auf, und zwar über Handys, iPhones und BlackBerrys. Jobangebote oder Links zu Jobseiten werden dann mit SMS an registrierte Interessenten versandt. Mobile Recruiting funktioniert vor allem bei jungen und mobilen Bewerbern: Diese sind meistens über das Handy besser zu erreichen, als über ihren PC. Ein klassisches Beispiel für Mobile Recruiting ist das Portal Aushilfe-Direkt.de. Dabei handelt es sich um einen Service, der Auftraggeber und Aushilfen zusammenführt. Alle Nutzer müssen sich zunächst auf dem Portal registrieren. Auftraggeber, die ein konkretes Hilfegesuch haben, schicken dieses über Aushilfe-Direkt.de ab: Automatisch gehen SMS an alle in Reichweite wohnenden Aushilfen heraus. Diese können sich dann per Handy bei dem Auftraggeber zurückmelden. Die Einzelheiten, wie zum Beispiel der Beginn der Arbeit sowie Dauer und Entlohnung, können dann direkt ausgehandelt werden.