Wie hoch sollte man sich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung absichern?
Die private Berufsunfähigkeitsversicherung
Seit einigen Jahren erhalten rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer im Fall einer Berufsunfähigkeit die staatliche Erwerbsminderungsrente. Sie wird jedoch nur dann in voller Höhe ausgezahlt, wenn eine Beschäftigung von weniger als drei Stunden möglich ist. Kann der Betroffene noch zwischen 3-6 Stunden pro Tag arbeiten, wird nur die halbe Erwerbsminderungsrente ausgezahlt. Durch diese Regelung können viele von einer Berufsunfähigkeit Betroffene ihren Lebensstandard in diesem Fall nicht mehr aufrecht erhalten, mitunter können auch Kreditraten nicht mehr bedient werden. Selbstständige und Freiberufler, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind, erhalten sogar überhaupt keine Leistungen. Ihnen droht im Fall einer Berufsunfähigkeit der finanzielle Ruin.
Einzige Möglichkeit ist daher der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie bietet dem Versicherten bei Berufsunfähigkeit eine monatlich vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente, mit der dann der Lebensunterhalt bestritten werden kann.
Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente
Die monatliche Rentenhöhe, die von der Berufsunfähigkeitsversicherung ausgezahlt wird, kann zwischen dem Versicherten und seinem Versicherungsunternehmen individuell vereinbart werden. Dabei sollte beachtet werden, dass die Berufsunfähigkeitsrente nicht nur die Kosten für die Lebenshaltung, also für Lebensmittel, Kleidung und Hausnebenkosten abdecken muss, sondern dass mit ihr auch etwaige Kreditkosten bedient werden können. Es ist daher ratsam, je nach finanziellem Bedarf die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente zwischen 60-80% des aktuellen Nettoeinkommens zu vereinbaren. Im Idealfall wird eine Aufstellung der pro Monat notwendigen Kosten vorgenommen, anhand dessen dann die Höhe der Berufsunfähigkeitsversicherung berechnet werden kann.
Einige Versicherungsunternehmen bieten daneben eine Einmalzahlung im Berufsunfähigkeitsfall. Mit diesem Geld kann dann zum Beispiel das Haus oder die Wohnung bei Bedarf behindertengerecht umgebaut werden, auch die Bezahlung teurer Kuren oder notwendiger Medikamente im Fall einer Erkrankung können damit finanziert werden.
Dynamik gleicht Inflation aus
Bei der Festlegung der Berufsunfähigkeitsrente auf Basis des heutigen Einkommens sollte nicht vergessen werden, dass diese vereinbarte Summe durch die vorherrschende Inflation über einen Zeitraum von mehreren Jahren oder gar Jahrzehnten nicht mehr ausreichen kann, den Lebensunterhalt zu decken. Die Vereinbarung einer Dynamik, die zwischen 3-5% vereinbart werden kann hilft, diesen Inflationsverlust auszugleichen.
Nachversicherungsgarantie vereinbaren
Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist bei vielen Unternehmen bereits ab dem 15. Lebensjahr möglich. Da Versicherte in dieser Zeit häufig noch die Schule besuchen und einen nur geringen Versicherungsbedarf haben, wird die Versicherungssumme meist niedrig abgeschlossen. Um nach dem Eintritt ins Berufsleben, bei einer Heirat oder der Geburt eines Kindes ebenfalls ausreichend versichert zu sein, bieten viele Versicherungen die so genannte Nachversicherungsgarantie. Ist sie vereinbart, kann in den oben genannten Fällen die Berufsunfähigkeitsrente auf Wunsch erhöht werden, ohne erneute Gesundheitsfragen beantworten zu müssen.
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