Wie wichtig sind Kollegen am Arbeitsplatz?

Die Arbeitsleistung wird stark vom sozialen Arbeitsumfeld beeinflusst. Wer sich an seinem Arbeitsplatz wohl und von seinen Kollegen akzeptiert und unterstützt fühlt, kann auch bessere Ergebnisse erzielen.
Kollegen sind vor allem dann für eine optimale Arbeitsleistung wichtig, wenn es darum geht, sehr komplexe Aufgaben zu bewältigen, die verschiedene Kompetenzen und Ressourcen sowie flexibles und kreatives Handeln erfordern (z. B. Produkt- oder Konzeptentwicklung), oder Leistungen zu erbringen, die ein Einzelner nicht erbringen kann (z. B. schwere körperliche Arbeiten). Berufe mit vorwiegender Teamarbeit werden häufig von Personen ausgeübt, die eher kontaktfreudig und extrovertiert sind und denen es wenig ausmacht, wenn sich ständig neue, unerwartete oder auch ambivalente Situationen ergeben.
Bei einfachen Aufgaben, die routinemäßig durchgeführt werden können (z. B. Büro- und Schreibtätigkeiten, Fließbandarbeit), bietet es sich dagegen an, alleine zu arbeiten. Mehrere Personen würden sich hier nur gegenseitig behindern. In Berufen mit überwiegender Einzelarbeit finden sich häufig Personen, die eher introvertiert und konfliktscheu sind, lieber im Hintergrund bleiben und vertraute, geregelte sowie ungestörte Arbeitssituationen bevorzugen.
Studien aus der Arbeits- und Organisationspsychologie konnten zudem zeigen, dass die Arbeitsleistung in der Zusammenarbeit mit Kollegen insbesondere dann effektiver ist als in Einzelarbeit, wenn der Zusammenhalt im Team groß ist, gemeinsame Ziele verfolgt und auch Leistungen schwächerer Kollegen toleriert und „aufgefangen“ werden. Die Vorteile, die daraus entstehen können, sind vor allem eine stärkere Identifikation und Zufriedenheit mit den beruflichen Tätigkeiten der einzelnen Mitarbeiter. Voraussetzung dafür ist jedoch ein Arbeitsklima, in dem sich Kollegen gegenseitig bei Problemlöseprozessen unterstützen, gegebenenfalls füreinander „einspringen“, Informationen austauschen und voneinander lernen. Daneben entstehen durch kollegiale Kooperationen auch so genannte „Synergieeffekte“ aufgrund der unterschiedlichen Kompetenzen der beteiligten Personen, mit denen Innovationen und kreative Ideen vorangetrieben werden können.
Besteht dagegen nur wenig Zusammenhalt und entwickelt ein Kollegenteam keine gemeinsamen Ziele, sinkt die Qualität der Arbeitsleistungen und der Vorteil von Team- gegenüber Einzelarbeit wird geringer. Besonders leistungsschwächere und statusniedrigere Kollegen werden dann nicht mehr „mitgezogen“, sondern von den leistungsstärkeren und statushöheren Kollegen isoliert. Dies wirkt sich insbesondere negativ auf das Leistungsverhalten der „Schwächeren“ aus, aber auch auf die Arbeitsleistung der übrigen Kollegen, die dann oft einen geschlossenen Kreis bilden und in der Gefahr stehen, “vor sich hin zu dümpeln”. In sehr großen Gruppen kann es zudem der Fall sein, dass die beteiligten Personen ihre Arbeitsleistung absichtlich „zurückschrauben“: Der Anteil der Einzelleistung an der Gesamtleistung der Gruppe verliert an Bedeutung, zugleich steigt aber das Konfliktpotential und die Motivation des Einzelnen sinkt.
Weitere Nachteile in der Zusammenarbeit mit Kollegen ergeben sich dadurch, dass es schwieriger wird, die Leistungen und Meinungen der einzelnen Kollegen zu koordinieren, und sich so Entscheidungen verzögern. Kollegiale Kooperation erfordert daher ein hohes Maß an Methoden- und Sozialkompetenz. Machtkämpfe, Intrigen und persönliche Konflikte zwischen Kollegen können die Vorteile der Zusammenarbeit dagegen zunichte machen.
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Sindy... am 9 September 2008:
Ich arbeite viel lieber im Team. Die Arbeit macht mehr Spass mit netten Leuten und ist nicht so eintönig. Habe 3 Jahre im Büro gearbeitet und war für alles allein verantwortlich. Der Chef lies sich 2 mal am Tag blicken. Das war mein einziger sozialer Kontakt während der Arbeit und somit vergingen die Stunden nicht. Jetzt arbeite ich zwar auch wieder im Büro, aber mit 3 weiteren Frauen.