Woran erkennt man unseriöse Jobangebote?


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Einen Job findet ein Bewerber so meist nicht

Viele Jobangebote – ob in der Zeitung, im Internet oder auf Flyern – versprechen das „große Geld“, von dem viele Leute träumen.

Hinter fast ebenso vielen dieser Angebote stecken aber unseriöse Firmen, die lediglich auf „Abzocke“ aus sind. Denn einen Job findet ein Bewerber so meist nicht: Im besten Fall ist er danach nur enttäuscht, auf ein solches Jobangebot hereingefallen zu sein; im schlimmsten Fall hat er eine hohe Geldsumme investiert, ohne irgendeine Leistung dafür zu erhalten. Und das Geld bekommt er oft auch nicht wieder, da viele dieser Firmen mit derart dubiosen Tricks arbeiten, dass sie der Strafverfolgung durch die Polizei entgehen können.

Vorsicht ist vor allem geboten, wenn das Angebot mindestens eines der folgenden Merkmale aufweist. Hier rät die Verbraucherschutzzentrale: „Finger weg!“.

Undurchsichtige Spitzenangebote

• Das Jobangebot ist „marktschreierisch“ formuliert und Bewerber werden mit utopischen Verdienstmöglichkeiten und Karriereperspektiven bei geringem Arbeitsaufwand gelockt (z. B. „Topverdienst in Heimarbeit“, „10.000 Euro monatlich im Nebenjob“).

• Aus dem Jobangebot geht nicht klar hervor, welche Tätigkeiten überhaupt ausgeführt werden sollen. Die Stellenbeschreibungen sind entweder sehr vage oder gar nicht vorhanden und es werden keine speziellen Qualifikationen von den Bewerbern erwartet.

• Es sind nur wenige oder keine Informationen über das Unternehmen angegeben, das Unternehmen ist nur unter einer Chiffrenummer oder via Postfach zu erreichen oder hat seinen Sitz im Ausland.

• Das Jobangebot kommt per Flyer im Briefkasten oder hinter dem Autoscheibenwischer. Seriöse Unternehmen müssen jedoch nicht auf solche Möglichkeiten zurückgreifen, um an Bewerber zu gelangen und gute Jobs sozusagen zu „verschenken“.

Teure Telefonvorwahlen, Schutz- und Servicegebühren

• Der Bewerber muss Kontakt zum Jobanbieter über eine teure 0190er- oder 0900er-Vorwahl aufnehmen, so dass pro Telefonat Kosten in Höhe von 30 EUR und mehr anfallen können. Dabei existiert meist überhaupt kein Job und der Anbieter kassiert lediglich die horrenden Gesprächskosten ein. Denn ruft ein Bewerber solche Nummern an, landet er in vielen Fällen bei einer endlosen Bandansage, die den Bewerber mit Nettigkeiten überschüttet und auf eine weitere teure Telefonnummer hinweist. Aber auch bei einem erneuten Anruf erhält der Bewerber keine genaueren Informationen über die Tätigkeit oder das Unternehmen.

„Kostenfallen“ können sich zudem auch hinter scheinbar günstigen Telefonvorwahlen verstecken: Häufig wird dann eine „Schutzgebühr“ für die Nennung von Kontaktdaten verlangt, die meist nur zu weiteren Scheinfirmen führen, die wiederum Schutzgebühren verlangen usw. Oder der Bewerber soll für letzten Endes wertloses Informationsmaterial bezahlen.

• Ebenfalls mit Vorsicht zu genießen sind Anmeldeformulare im Internet – vor allem, wenn sonst keine Kontaktdaten zum Unternehmen angegeben sind. Oft müssen bereits beim ersten Kontakt Bankdaten eingetragen werden, damit vom Konto des Bewerbers Registrierungs-, Mitglieds- oder sonstige Servicegebühren mit undurchsichtigem Zweck abgebucht werden können. Weitere Informationen erhält der Bewerber jedoch auch hier nicht.

Jobangebote mit der Bitte um Vorkasse

• Der Bewerber muss zunächst eine kostenpflichtige Schulung besuchen oder ein bestimmtes Produkt kaufen (z. B. Computer oder spezielle Software), um den Job ausführen zu können. Die versprochenen Aufträge bleiben dann allerdings aus und die betreffende Person muss sich selbst darum kümmern.

• In Heimarbeit sollen Produkte hergestellt werden (z. B. Kugelschreibermontage, Basteln von Perlenketten), die vom Jobanbieter anschließend abgenommen werden. Das benötigte Material muss jedoch erst einmal vom Bewerber gekauft werden und nach der Zahlung wird die Abnahmegarantie vom Unternehmen meist nicht eingehalten (z. B. wegen Qualitätsbeanstandung) oder es taucht einfach ab. Mehr dazu im Forum: Welche Heimarbeit ist seriös?

• Hinter dem Jobangebot als „Multi Level Marketing“- oder „Network Marketing“-Mitarbeiter kann ein illegales, so genanntes „Schneeballsystem“ stecken. Während bei legalen Vertriebssystemen vorrangig qualitative Produkte über ein Mitarbeiternetz verkauft werden sollen, spielt dies bei Schneeballsystemen gar keine Rolle. Die Produkte sind lediglich schwer verkäufliche „Alibi-Produkte“, auf denen der Vertriebsmitarbeiter sitzen bleibt. Denn letztendlich geht es darum, möglichst viele neue Mitarbeiter zu werben, um von diesen Provisionen abzukassieren. Die erst einmal zu leistenden Warenzahlungen sind dabei aber um ein Vielfaches höher als die Provisionen, die überhaupt erzielt werden können.

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