Zielstrebigkeit: Ziele erreichen per SMART-Formel

Ehrgeiz, Beständigkeit, Hartnäckigkeit, Disziplin, Geradlinigkeit, Charakterstärke, Beharrungsvermögen – Zielstrebigkeit hat viele Namen, doch schlussendlich bedeuten sie alle dasselbe: Die Fähigkeit, sich Ziele zu setzen und diese auch zu erreichen. Wir verraten Ihnen, wie Sie Zielstrebigkeit lernen können und Ihre Träume schon bald zur Realität werden.

Inhalt
1. Zielstrebigkeit gehört zu den gefragten Soft Skills
2. Ist Zielstrebigkeit angeboren oder erworben?
3. Ziele setzen: Was will ich eigentlich vom (Berufs-) Leben
4. SMART-Formel: Ziele richtig unterteilen und formulieren
5. Jeder Mensch braucht Träume und Ziele im Leben

Zielstrebigkeit gehört zu den gefragten Soft Skills

Die Zielstrebigkeit ist Bestandteil der sogenannten Schlüsselqualifikationen beziehungsweise Soft Skills, also jener Fähigkeiten, welche Sie nicht durch Ihr Schulzeugnis oder den Universitätsabschluss nachweisen können. Es handelt sich vielmehr um eine nicht greifbare Charaktereigenschaft, welche Sie dazu befähigt, Ihre selbstgesteckten Ziele durch Disziplin und Eigenmotivation zu erreichen. Eine wichtige Eigenschaft für das Berufsleben, zumindest sobald Sie Projekte oder ganze Teams eigenständig und eben „zielführend“ leiten sollen. Die Zielstrebigkeit, sofern Sie diese denn besitzen, ist daher ein großer Pluspunkt in der Bewerbung und kann das Zünglein an der Waage sein, um sich gegen einen gleichwertigen Konkurrenten durchzusetzen.

Ist Zielstrebigkeit angeboren oder erworben?

Doch nicht nur im Bewerbungsprozess, sondern auch im Privat- und Berufsleben ist die Zielstrebigkeit eine wichtige Schlüsselqualifikation. Wieso? Weil sie der Grundstein für die Erreichung Ihrer Lebensziele jeder Art ist und daher der „Schlüssel“ zu Ihrem Erfolg und Glück. Sind Sie allerdings nicht von Geburt an mit einem hohen Maß an Zielstrebigkeit gesegnet? Sie würden sich stattdessen eher in die „Couch-Potato-“ oder in die „Heute-so-und-morgen-anders“-Kategorie einordnen? Keine Sorge, denn Zielstrebigkeit können Sie lernen. Wichtig ist, dass Sie es verstehen, sich Ziele im Leben zu setzen, diese richtig zu formulieren und dann diszipliniert zu verfolgen. Wir verraten Ihnen, wie das funktioniert.

Ziele setzen: Was will ich eigentlich vom (Berufs-) Leben

Welche Ziele Sie im Leben haben, müssen Sie schlussendlich selbst herausfinden. Ihre Träume sind schließlich ebenso individuell wie Sie selbst und im Laufe eines Lebens können sich diese auch ändern. Üben Sie sich in Selbstreflexion, um herauszufinden, was Sie eigentlich wirklich vom Leben wollen.

  • Ein dickes Auto in der Garage?
  • Eine Villa am Meeresstrand?
  • Eine Familie und zwei Kinder?
  • Eine 30-Stunden-Woche und viel Freizeit?
  • Oder Sie möchten in Ihrem Leben jeden Kontinent mindestens einmal besucht haben?

Werden Sie sich klar darüber, was Sie glücklich macht und wo Sie sich in fünf, zehn oder auch 50 Jahren sehen. Gerne können Sie auch erst einmal mit einem Ziel beginnen. Die anderen ergeben sich dann vielleicht früher oder später ganz von selbst. Nehmen wir also einfach einmal als Beispiel: Ihr Ziel lautet „Mit spätestens 45 Jahren möchte ich mich als Grafikdesigner selbstständig machen.“

SMART-Formel: Ziele richtig unterteilen und formulieren

Ziele erreichen mit Hilfe der SMART-Formel

„Ein Mensch, der Berge versetzt, beginnt damit, indem er kleine Steine abträgt“

, soll einst William Faulkner gesagt haben. Nehmen Sie sich dieses Motto zu Herzen und beginnen Sie den Weg zu Ihrem Ziel mit kleinen Schritten. Setzen Sie einen Fuß vor den anderen und teilen Sie Ihr großes Endziel in viele kleine Zwischenziele auf. Schreiben Sie also nieder, was Sie mit 45 Jahren erreicht haben möchten, was mit 40, was mit 35 und was in einem halben Jahr? Je mehr Zwischenziele Sie haben, umso genauer ist Ihr „Fahrplan“ zum Ziel und mit jedem Haken, den Sie hinter ein noch so kleines Unterziel setzen, haben Sie ein Erfolgserlebnis. Der Traum wird greifbar und Ihre Motivation bleibt erhalten. Das allerdings funktioniert nur, wenn Sie die Ziele auch richtig formulieren. Zu diesem Zweck haben Experten die sogenannte SMART-Formel entwickelt:

„S“ MART: Spezifisch

Definieren Sie Ihre niedergeschriebenen Ziele so exakt wie möglich. Schreiben Sie also nicht nur „Mit 45 Jahren möchte ich mich als Grafikdesigner selbstständig machen“, sondern legen Sie die Kriterien fest:

„Mit 45 Jahren möchte ich mich als Solopreneur im Bereich Grafikdesign selbstständig machen und mindestens 50.000 Euro im Jahr verdienen.“

„Mit 45 Jahren möchte ich eine eigene Grafikdesign-Agentur mit mindestens zwei Mitarbeitern gründen und nach spätestens zwei Jahren schwarze Zahlen schreiben.“

„Mit 45 Jahren möchte ich meinen Angestelltenjob auf 50 Prozent reduzieren und als Selbstständige/r im Bereich Grafikdesign mindestens 15.000 Euro pro Jahr hinzuverdienen, um dennoch über die Runden zu kommen.“

S „M“ ART: Messbar

Nur, wenn Ihre Ziele spezifisch genug sind, werden sie auch messbar. Die Messbarkeit ist wichtig, um die Motivation aufrecht zu erhalten. Unspezifische Ziele, wie Reichtum oder Glücklichsein, sind nämlich stets eine Sache der Definition.

  • Wann sind Sie reich?
  • Mit einer halben Million Euro auf Ihrem Konto?
  • Einer ganzen? Fünf?

Sie sehen: Ihre Ziele müssen unbedingt messbar sein, sodass Sie einen Haken dahinter setzen und das Ziel guten Gewissens als „erreicht“ markieren können.

SM „A“ RT: Attraktiv

Je attraktiver das Ziel für Sie ist, umso höher bleibt Ihre Motivation. Stellen Sie sich daher selbst eine Belohnung in Aussicht, wenn Sie das Ziel erreicht haben. Klar, das Ziel selbst ist bestenfalls bereits eine Belohnung für Sie, wenn Sie eben endlich Ihre Festanstellung kündigen können oder sich den Lamborghini kaufen. Doch eine weitere Belohnung kann Ihnen dabei helfen, das Ziel auch in schwierigen Zeiten attraktiv erscheinen zu lassen und Sie so immer wieder zu neuer Zielstrebigkeit zu motivieren. Unternehmen Sie mit dem neuen Lamborghini also eine Reise ans Mittelmeer oder gönnen Sie sich nach Ihrer Kündigung einen Monat Auszeit, den Sie mit Ihren Kindern verbringen, bevor Sie sich voller Tatendrang in neue Abenteuer stürzen.

SMA „R“ T: Realistisch

Wären Sie motiviert genug, um diszipliniert auf ein Ziel hin zu arbeiten, welches Sie niemals erreichen werden? Nein! Natürlich würden Sie sich dann früher oder später neuen Zielen zuwenden. Stecken Sie Ihre Ziele daher nicht zu hoch, sondern prüfen Sie diese auf ihre Realisierbarkeit. Sie können dann, sobald Sie dieses Ziel erreicht haben, das nächste immer noch höher stecken oder aber sich völlig neue Ziele suchen. Je realistischer und kurzfristiger ein (Zwischen-) Ziel ist, umso eher werden Sie dieses erreichen.

SMAR „T“: Terminierbar

Apropos kurzfristig: Sie sollten bei Ihren kurz-, mittel- und langfristigen Zielen keine ungefähren Zeiträume oder gar ein „irgendwann“ angeben, sondern ein exaktes Datum. Sie wollen also nicht „Ende des Jahres eine Gehaltserhöhung“, sondern spätestens zum 01. Januar des nächsten Jahres. Nur so sind Ihre Ziele spezifisch und eben messbar genug.

Jeder Mensch braucht Träume und Ziele im Leben

Es ist durchaus erlaubt, dass sich Ihre Ziele im Laufe des Lebens verändern, dass neue Träume hinzukommen und alte Wege verlassen werden. Als Mensch durchlaufen auch Sie schließlich einen stetigen Wandel und so kann es durchaus sein, dass ein Ziel früher oder später nicht mehr zu Ihnen passt. Hier gilt es sich wieder in Selbstreflexion zu üben und die aktuellen Ziele in regelmäßigen Abständen kritisch zu hinterfragen. Wichtig ist allerdings, dass Sie sich neue Ziele suchen, sobald Sie sich von alten verabschieden oder aber diese erreicht haben. Denn wie Langston Hughes einst sagte:

Hold fast to dreams
For if dreams die
Life is a broken-winged bird
That cannot fly.

Hold fast to dreams
For when dreams go
Life is a barren field
Frozen with snow.

Ziele und Träume im Leben sind Ihr Motor, Ihre Motivation, das Beste aus Ihnen herauszuholen, und der einzige Schlüssel zum Glück. Ansonsten blicken Sie irgendwann auf ein Leben voller verpasster Chancen und verschwendeter Tage zurück. Beginnen Sie deshalb damit, noch heute Ihre kurz-, mittel- und langfristigen Ziele gemäß der SMART-Formel niederzuschreiben und üben Sie sich in Zielstrebigkeit. Das bedeutet: Sollten Sie doch einmal den Weg verlassen, erinnern Sie sich wieder an die Belohnung und finden Sie Ihre Eigenmotivation – welche übrigens auch in den Bereich der Soft Skills fällt. Haben Sie erst einmal Ihr erstes Ziel erreicht, werden Sie schon bald mehr und mehr dieser Erfolgserlebnisse wünschen. Sie wissen ja: Übung macht den Meister.

Wie haben Sie zu mehr Zielstrebigkeit gefunden? Woraus schöpfen Sie immer und immer wieder neue Motivation? Wann denken Sie, ist es an der Zeit, an einem Ziel festzuhalten, und wann, sich nach neuen Ufern aufzumachen? Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und persönlichen Erfahrungen zum Thema Zielstrebigkeit in den Kommentaren.

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