Sorry fürs Zuspätkommen: Das Königreich der Ausreden

„Entschuldigung, der Bus kam heute leider zu spät“ – was in der Schule zu den gängigsten Ausreden fürs Zuspätkommen zählte, ist im Erwachsenenalter tabu. Oder vielleicht doch nicht?

Übung macht ja bekanntlich den Meister – das gilt selbst für das Thema Ausreden. Wer schon zur Schulzeit auf die Standard-Ausrede fürs Zuspätkommen verzichtet und dem Lehrer lieber einen Spruch wie „Die Straßenbahn hatte einen Platten“ oder „Der Zug hat sich verfahren“ reingedrückt hat (und das natürlich ganz ohne dabei rot zu werden), wird im Arbeitsleben bestimmt auch schon einmal die ein oder andere Lüge aufgetischt haben. Wenn es um die Pünktlichkeit geht, hat es zumindest so mancher Arbeitgeber mit echten Ausreden-Profis zu tun.

Die verrücktesten Ausreden fürs Zuspätkommen

Das Karriereportal „CareerBuilder“ veröffentlichte bereits 2010 eine Studie mit den kuriosesten Ausreden. Europäische Arbeitgeber berichteten von den unterschiedlichsten Entschuldigungen für die Verspätung: Von der Angst über einen bevorstehenden Kometeneinschlag oder einem Banküberfall vorm Haus bis hin zum Pferd, das über die Hecke auf das Autodach sprang. Einige Arbeitnehmer sind um keine Ausrede verlegen. 2014 lieferte eine weitere Umfrage von „CareerBuilder“ dann die tatsächlichen Ursachen für das verbreitete Zuspätkommen: Zu 39 Prozent sind Behinderungen im Straßenverkehr Schuld daran, zu 22 Prozent Probleme im öffentlichen Personennahverkehr, zu 22 Prozent das Verschlafen, zu 13 Prozent die Wetterbehinderungen und zu sechs Prozent die Kinder, die zur Schule gebracht werden müssen. Kein Wunder also, dass ausgerechnet der Stau zu den häufigsten Ausreden gehört. Laut „CareerBuilder“ kommt jeder Zehnte deutsche Arbeitnehmer einmal im Monat zu spät zur Arbeit und fünf Prozent verspäten sich mindestens einmal pro Woche.

Zuspätkommen – ein Kündigungsgrund?

Gelegentliches und unverschuldetes Zuspätkommen fällt meistens nicht negativ auf. Wiederholte Verspätungen dafür allerdings umso mehr. Regelmäßige Unpünktlichkeit kann zu Abmahnungen und sogar zur Kündigung führen. Jeder Arbeitnehmer ist selbst dafür verantwortlich, dass er pünktlich an seinem Arbeitsplatz erscheint. Auch bei Schnee und Eis liegt das so genannte „Wegerisiko“ beim Arbeitnehmer. Kündigt der Wetterbericht vereiste Straßen an, muss der Wecker also früher gestellt werden. Und dann heißt es: Schnell raus aus den Federn, damit man trotzdem pünktlich ist. Wer sich in den Wintermonaten den Wecker also gerne etwas später stellt, um Väterchen Frost als Ausrede vorzuschieben, könnte Ärger am Arbeitsplatz bekommen. Anders sieht das bei einem plötzlichen Wintereinbruch aus: Hier sind die Arbeitgeber meistens tolerant. Sind Chef und Personaler in Sachen Pünktlichkeit besonders locker, sollte das aber trotzdem nicht ausgenutzt werden. Ständiges Zuspätkommen ist unprofessionell und strahlt Unzuverlässigkeit aus. Außerdem macht man sich damit meistens nicht nur beim Chef, sondern auch bei den Kollegen ziemlich unbeliebt.

Nie wieder Zuspätkommen: So klappt`s mit der Pünktlichkeit

Laut Studien sind Langschläfer den frühen Vögeln in puncto Kreativität eine Nasenspitze voraus. Deshalb haben Sie wahrscheinlich nicht nur mit der Pünktlichkeit ihre Schwierigkeiten, sondern sind richtig erfinderisch, wenn es um die Ausreden geht. Wer sich morgens eine neue Routine schafft, kommt meistens pünktlich aus dem Bett und auch wesentlich entspannter zur Arbeit. Ein paar Minuten früher aufstehen und etwas mehr Zeit am Morgen einplanen und schon sind Stress und Hektik in der Früh passé. Für alle, die dabei noch ein bisschen Hilfe brauchen, kommen hier die passenden Tipps und Tricks (mit einem kleinen Augenzwinkern – bitte nicht ALLES ernstnehmen):

  1. Stellen Sie sich den Wecker morgens einfach früher als sonst.
  2. Stoppen Sie mal die Zeit, wie lange sie für was brauchen und rechnen sie dann für den nächsten Morgen einen Zeitpuffer ein.
  3. Legen Sie sich schon am Vorabend die Klamotten und Unterlagen für den nächsten Tag raus.
  4. Nehmen Sie lieber eine Bahn früher und trinken Sie auf der Arbeit noch in Ruhe einen Kaffee, bevor es losgeht.
  5. Hören Sie die Stau-Schau schon unter der Dusche und legen Sie danach dann ggf. einen Zahn zu.
  6. Gehen Sie doch einfach mal früher schlafen. Vielleicht sind Sie fitter, wenn Sie sich die Nacht nicht um die Ohren schlagen.
  7. Lassen Sie die Rollos einen Spalt offen – dann werden Sie von der Sonne geweckt und wachen nicht in kompletter Finsternis auf.
  8. Kaufen Sie sich einen Hund, der schmeißt Sie morgens garantiert zum Gassigehen aus dem Bett.
  9. Vereinbaren Sie frühe Meetings, dass erhöht den Druck auf die Minute genau im Büro aufzukreuzen.
  10. Fahren Sie mit dem Rad zur Arbeit – dann haben Sie garantiert immer freie Fahrt.

Und wenn Sie dann doch einmal verschlafen haben, zu spät kommen und es die Notlüge sein muss: Entschuldigen Sie sich kurz und knapp, denken Sie sich keine verrückten Geschichten aus, aber überlegen Sie sich Details für Ihre Story (falls Nachfragen kommen, war der Stau – wie aus der Pistole geschossen – auf der A4). Und setzen Sie dazu den passenden, leicht gestressten Gesichtsausdruck auf. Dann gilt: Schnell das Thema wechseln und mit einer positiven Sache punkten, um Ihr Gegenüber vom Fehltritt abzulenken und milde zu stimmen. Mit etwas Glück klappt’s!

Wie sieht es bei Ihnen aus: Kommen Sie immer pünktlich aus den Federn oder haben Sie auch schon einmal eine Ausrede fürs Zuspätkommen gebraucht? Welche haben Sie auf Lager? Und welche ist die kreativste, die Sie schon einmal von Kollegen gehört haben? Wir sind gespannt auf Ihre Geschichten.

1 Kommentar

  1. Thomas Krug on

    Ausreden sollte man auch nicht mit “ich” anfangen. Probiert´s mal aus… 😉

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