Einen ganz maßgeblichen Teil des Tages verbringen wir an einem Ort, an dem wir manchmal gar nicht sein möchten: am Arbeitsplatz.

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Zwischen acht und zehn Stunden täglich, nicht selten auch deutlich länger, beschäftigen wir uns mit dem Wohl und Wehe unseres Brötchengebers, wir stellen ihm unsere ganze Kraft und Leistungsfähigkeit zur Verfügung, und wir sind umgeben von Kollegen, die wir uns im privaten Bereich nicht unbedingt aussuchen würden. Doch gerade weil wir täglich viele Stunden am Arbeitsplatz verbringen, ist die Stimmung unter den Kollegen und im Team von großer Bedeutung.

Getreu dem Motto „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ kann ein gut funktionierendes Team kann Berge versetzen – oder kläglich scheitern, wenn es nicht vernünftig zusammenarbeitet.

Was also ist das Geheimnis eines guten Teams, und wie stellt man eine Gruppe zusammen, die kontinuierlich eine echte Top-Performance liefert? Die folgenden Tipps zeigen, was man beim Aufbau eines Teams beachten sollte.

1. Der „Neue“ muss ins Team passen

Es sagt sich leicht daher, dass der neue Kollege ins Team passen sollte. Doch woran macht man das fest? Wie erkennt man das? Und wie wird deutlich, dass jemand nicht zur eingeschworenen Truppe passt? Hier trifft jeden Team- und Abteilungsleiter eine große Verantwortung, der er spätestens nach dem Bewerbungsgespräch gerecht werden muss. Denn es obliegt zum Teil seiner Einschätzung, ob er glaubt, dass der potenzielle neue Mitarbeiter ins Team passt. Im besten Fall gibt man den Kollegen die Möglichkeit, einen interessanten Bewerber kennenzulernen. Ist das Team der Meinung, es möchte gerne mit dem Neuen zusammen sein, ist ein großer Stein aus dem Weg geschafft, und die Chancen stehen gut, dass der Einsteiger tatsächlich ins Team passt.

Andererseits hat die Mannschaft auch das Recht, sein Veto einzulegen, wenn der Bewerber offenbar nicht passt. Sind mehrere Kollegen dieser Meinung, hat das meist einen Grund, und als Leiter ist man gut beraten, auf eine mehrheitlich eindeutige Einschätzung des Teams zu hören.

2. Die Frage der Qualifikation

Jeder Neuankömmling sollte die Qualität des Teams verstärken. Im besten Fall sucht man zielgerichtet einen Bewerber mit einer Eigenschaft aus, die das Team bisher noch nicht mit sich bringt. Hat man eine gute Mannschaft zusammengestellt, so dass kaum noch Qualifikationen fehlen, darf der Bewerber die gleichen Qualifikationen haben, die bereits im Team vorhanden sind, doch er sollte darin besser sein, denn genau dann wird er die Messlatte in der Gruppe noch höher legen. Konkurrenz belebt das Geschäft, und deshalb besteht dann die große Chance, dass das Team noch einmal an Fahrt aufnimmt, um noch besser zu werden.

3. Keine kurzfristigen Entscheidungen

Eine schnelle und kurzfristige Fehlentscheidung ist besser als gar nichts zu tun – das gilt definitiv nicht, wenn man ein gutes Team aufbauen möchte. Selbst wenn ein kurzfristiger Engpass besteht, sollte man eine Personalentscheidung dieser Tragweite niemals aus der Not heraus treffen. Braucht man dringend Personal, wird man eher über einen Fehler des neuen Mitarbeiters hinwegsehen, und entsprechend groß ist die Gefahr, jemanden auszusuchen, der nicht ins Team passt. Deshalb ist es bei Engpässen besser, sich zunächst mit einem befristeten Vertrag zu helfen und langfristig nach dem passenden Kandidaten zu suchen. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass man sich später von jemandem trennen muss, der nicht zum Stammteam passt – und damit ist niemandem geholfen.

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4. Gut Ding will Weile haben

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, und es dauert seine Zeit, bis ein neuer Mitarbeiter ins Team aufgenommen und völlig integriert ist. Am Anfang steht die Unsicherheit, was auf ihn zukommt und wie er sich mit den Kollegen verstehen wird. Auch das Team wird sein neues Mitglied vorsichtig beäugen. Bis ein belastbares Vertrauensverhältnis aufgebaut ist, geht einige Zeit ins Land, doch diese Zeit muss man dem neuen Kollegen und dem Team lassen. Dann aber bestehen gute Chancen, dass die Mannschaft noch einmal an Fahrt aufnimmt – vorausgesetzt natürlich, man hat die ersten drei Punkte des erfolgreichen Teamaufbaus beachtet.

5. Reisende soll man nicht halten

Das vielleicht größte Geheimnis einer erfolgreichen Teambildung liegt darin, Reisende ziehen zu lassen, wenn sie gehen wollen – doch niemals sollte man selbst jemanden zum Gehen bewegen, wenn es anders machbar ist. Ist eine Kündigung nötig, dann sollte auf dem Weg dorthin irgendetwas schief gelaufen sein, und deshalb ist jede Kündigung immer die allerletzte Maßnahme, die man treffen sollte.

Das Geheimnis hinter einem erfolgreichen Teamaufbau ist also keineswegs so unergründlich, wie man meinen möchte. Mit etwas Respekt vor seinen Mitarbeitern, mit etwas Herz und Verstand ist hier schon eine ganze Menge gewonnen, und der gemeinsame Weg zur Top-Mannschaft mit Spitzen-Performance verspricht durchaus von Erfolg gekrönt zu sein.

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