Anleitung zum Verfassen einer Fahrstuhlrede

Stellen Sie sich vor, Sie treffen im Aufzug eines Gebäudes einen potenziellen Kunden oder aber die Person, die Ihr zukünftiger Arbeitgeber sein könnte! Sie erhalten für 60 Sekunden die Möglichkeit, Ihr Gegenüber von Ihren Fähigkeiten oder Ihrer speziellen Konzeption zu überzeugen.

Diese Situation wird zugrunde gelegt, wenn es darum geht, sich mithilfe einer “Fahrstuhlrede” kurz und prägnant zu präsentieren. Dies zu können, ist ratsam in einer Zeit, in der manche Führungskräfte mit Tausenden von Anfragen und Initiativbewerbungen überschwemmt werden. Je zielgerichteter und genauer Ihre knappe Selbstdarstellung ausfällt, desto besser sind Ihre Chancen, diese auch bei inoffiziellen Treffen, geschäftlichen Meetings, auf Messen oder Tagungen an den Mann oder an die Frau zu bringen. Sie haben damit ein echtes Ass im Ärmel, nämlich einen Wettbewerbsvorteil im Rennen um einen guten Job oder einen lukrativen Auftrag. Sie sind in der Lage, das Interesse an Ihrer eigenen Geschäftsidee zu wecken.

Und so gehen Sie vor

  • Was ist der Gegenstand Ihrer Fahrstuhlrede? Ein Produkt, eine Idee, Ihr Know-how oder Ihr Wunsch nach Veränderung? Schreiben Sie es auf, finden Sie einen originellen Aufhänger.
  • Notieren Sie, wer Sie sind – und was Sie leisten. Beschreiben Sie Ihre Idee, Ihr Konzept oder Ihr Produkt.
  • Umreißen Sie kurz, wie Sie – und nur Sie – ein Problem Ihres Gegenübers lösen würden oder könnten.
  • Formulieren Sie die Vorteile, die sich aus einer Zusammenarbeit mit Ihnen ergeben.
  • Machen Sie einen Vermerk, wie Ihr Gegenüber mit Ihnen in Kontakt treten kann.

Jeder einzelne Punkt sollte gut durchdacht sein. Schreiben Sie am Anfang ruhig alles auf, was Ihnen einfällt. Und dann kürzen Sie, trennen sich von einfallsreichen, aber überflüssigen Formulierungen und Pointen. Sie können Ihre Fahrstuhlrede z. B. mit den Worten einleiten: “Bitte hören Sie mir kurz zu.” Oder Sie lächeln und sagen “Darf ich mich kurz vorstellen?” Wenn Sie der Typ dafür sind, können Sie auch ein bissche frecher vorgehen und sagen “Sie fragen sich vielleicht, wer hier vor Ihnen steht?”

Eine Minute ist länger, als Sie glauben, aber um “Guten Tag” zu sagen, reicht die Zeit allemal. Doch 60 Sekunden sind zu kurz für komplizierte Zusammenhänge und umständliche Formulierungen. Verwenden Sie nur kurze Sätze oder Stichpunkte wie z. B. “Ich habe ein Projekt…”, “Meine Idee ist folgende: …” oder “Stichwort: Social-Media-Marketing”. Reden Sie nicht zu schnell, aber lassen Sie keine Atempause für Zwischenfragen, die Sie aus dem Konzept bringen könnten.

Weitere Tipps für Ihre erfolgreiche Fahrstuhlrede

“Fahrstuhlrede” ist übrigens die Eindeutschung des in den USA sehr geläufigen Begriffes “elevator speech” und nicht ausschließlich Begegnungen in einem Lift vorbehalten. Sie können Sie überall anbringen, wo Ihnen die Gelegenheit günstig dafür zu sein scheint.

Üben Sie Ihre Fahrstuhlrede vielleicht anfangs im Freundeskreis, je sicherer Sie Ihre Präsentation rüberbringen, desto besser. Auch hier macht Übung den Meister! Wenn Sie unsicher sind, fehlt Ihrer Rede die Überzeugungskraft.

Wichtig ist es, Ihr Alleinstellungsmerkmal in der Rede zu verdeutlichen. Sie stellen deshalb z. B. das Innovative an Ihrem Konzept in den Vordergrund. Ihre Rede muss unmissverständlich zum Ausdruck bringen, worin Sie sich von anderen Anbietern unterscheiden. Ihr Auftritt sollte unvergesslich bleiben – das könnte Ihnen nämlich sehr helfen, wenn Sie sich noch einmal offiziell bewerben wollen.

Worauf Sie bei Ihrer Fahrstuhlrede außerdem achten sollten

Denken Sie daran, dass es nicht nur um Sie geht. Legen Sie den Schwerpunkt auf eine mögliche Zusammenarbeit und reagieren Sie ggf. flexibel auf Ihr Gegenüber, denn Flexibilität verbindet und verschafft Ihnen einen Vorteil in der Kommunikation.

Behalten Sie immer im Auge, dass Beharrlichkeit überzeugend wirkt. Aber seien Sie nicht aufdringlich oder distanzlos. Augenkontakt sind wichtig, auch eine gedämpfte Stimmlage, aber kein Raunen, als würden Sie ein Geheimnis ausplaudern. Seriös, freundlich, aber nachdrücklich sollte der Eindruck sein, den Sie hinterlassen. Ihr Gesprächspartner darf Sie gern für clever und smart halten.

Mit Verbindlichkeit können Sie immer punkten. Insofern bietet es sich an, am Ende der Fahrstuhlrede nachzufragen: “Wie können wir verbleiben?” oder “Wann darf ich mich bei Ihnen melden?” Ihre Visitenkarte sollten Sie auf jeden Fall bereit halten.

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