Manche Frau staunt: Die Rangordnung im Unternehmen scheint den männlichen Kollegen kaum Probleme zu bereiten. Das Prinzip „Oben sticht Unten“ liegt den meisten offenbar im Blut. Wie aber behaupten sich Frauen innerhalb dieses hierarchischen Gefüges?

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Einfache Antwort: Indem Sie die Rangordnung durchschauen und nicht glauben, es ginge einzig und allein um die Sache. Besitzen Sie nicht die entsprechende Position, werden Sie sich nur schwer Gehör verschaffen. Seien Sie deshalb nicht eingeschnappt, denn es hat mit Frauenfeindlichkeit oder Ungerechtigkeit nichts zu tun.

Schauen Sie lieber genau hin, wie sich die Männer verhalten und wie sich diese zwischen den Hierarchien bewegen. Dann empfinden Sie es auch nicht mehr als kränkend, wenn Sie eine Erfahrung machen wie diese: Während einer Besprechung äußern Sie einen Vorschlag, aber niemand scheint davon Notiz zu nehmen. Reaktion: gleich null. Kurz darauf sagt ein Mann in der Runde fast das Gleiche – und wird gehört. Haben da einmal mehr die „Männerbünde“ die Oberhand behalten?

Nein, meist geht es allein um den Rang des Sprechers. Befindet sich unter den Ranghöchsten eine Frau, wird diese keinerlei Probleme haben, das Wort zu ergreifen und ihr Anliegen vorzutragen. Das Maß des Redeanteils richtet sich nach dem Rang und nicht nach dem Geschlecht.

Die Nummer eins hat den Hut auf

Ein Mann will wissen, wer das Sagen hat. Am liebsten möchte er selbst derjenige sein, der die Marschrichtung vorgibt. Er hält nach Möglichkeit stets die Rangordnung im Unternehmen ein, kämpft sie gleichzeitig aber immer wieder neu aus. Wer es zu etwas bringen will, wendet sich an die Nummer eins und niemals an jemanden auf derselben Hierarchie-Ebene.

Offenbar ist es den meisten Männern in die Wiege gelegt, als Meinungsführer zu gelten oder zumindest von denen wahrgenommen zu werden, deren Meinung gilt. Insofern hat das Wissen für Männer einen anderen Stellenwert als für Frauen. Nicht wer über das meiste Wissen verfügt, ist der Gewinner, sondern derjenige, der sein spezifisches Wissen am besten verkaufen oder „an den Mann“ bringen kann. Eine Frau sollte wissen und es notgedrungen akzeptieren, dass das Sprechen von vielen Männern genutzt wird, um ihre Dominanz zu betonen. Wer im Rang unter ihnen steht, schweigt und beweist Geduld.

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So erkennen Sie den „Häuptling“

Bei deutlich benannten Funktionen und Positionen ergibt sich die Hierarchie von selbst. Jeder Außenstehende kann sie rasch überschauen. In einer Gruppe von gleichrangigen Personen lässt sich ebenfalls schnell herausfinden, wer hier das Sagen hat oder sich auf den vorderen Plätzen der Rangfolge befindet.

Die Privilegien der Ranghöchsten sind ebenfalls kein Geheimnis:

 

  • Sie dürfen zu spät zum Meeting kommen, ohne dass jemand murrt
  • Sie dürfen als Erste und am meisten reden
  • Sie lenken alle Blicke auf sich
  • Jeder schaut den Betreffenden an, wenn eine Entscheidung ansteht oder die Gruppe zustimmen soll
  • Sie werden weder kritisiert noch angegriffen
  • Sie haben es drauf, profilierungssüchtige Männer aus den unteren Rängen auszubremsen

 

Frauen von Rang …

… werden von Männern ernst genommen. Auch ihren Aussagen wird spürbar Aufmerksamkeit geschenkt. Wer also als Sekretärin oder Assistentin unterwegs ist, sollte sich keinen Illusionen hingeben. Führungskräfte setzen diese Funktionen automatisch mit den unteren Rängen im Unternehmen gleich. Frauen in untergeordneten Positionen besitzen folglich nicht den Status, sich zu Wort zu melden. Denn wer redet, ist ja der Dominante. Um die Sache oder Inhalte geht es nicht, es geht ausschließlich um die Hierarchie.

Wie Sie Ihren Rang aufpolieren können

Als Assistentin oder Sekretärin in einer männlich dominierten Runde von Führungskräften sind Sie das Schlusslicht, das sollten Sie akzeptieren. Selbstbewusst auftreten können Sie trotzdem, z. B. als Expertin für Organisation.

Wenn Ihr Chef mitzieht, wird er Sie gelegentlich um Ihre Stellungnahme während einer Besprechung bitten. Nutzen Sie diese Chance und drücken Sie sich so aus, dass Sie bei den Anwesenden Punkte machen. „Aus organisatorischer Sicht mache ich folgenden Vorschlag …“ Das klingt viel besser, als wenn Sie Ihr Statement mit „Ich meine…“, „Ich denke…“ oder „Man könnte…“ beginnen. Wenn Sie einige Male zu Wort gekommen sind, wird sich dies einspielen, und Sie haben sich einen festen Platz in der Runde erworben. Damit sind Sie auch in der Rangfolge aufgestiegen, zumindest in den Augen der Männer. Sie werden spüren, dass man Ihnen respektvoller begegnet als bisher.