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Sind Sie alleinerziehend, und kommt es immer wieder vor, dass Sie wegen eines kranken Sprösslings zu Hause bleiben müssen? Gibt es in Ihrem Betrieb mehrere Personen, die in der gleichen Lebenssituation sind? Dann fragen Sie sich eventuell, ob es gesetzlich geregelt ist, dass Sie frei haben, falls Sie daheim gebraucht werden.

Es gibt grundsätzlich keine gesonderten Regelungen, was Fehlzeiten angeht. Doch Eltern können sich auf das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 616, BGB) berufen. Dieser Paragraph besagt, dass ein Mitarbeiter im Notfall bis zu fünf Tage fehlen darf – bei vollem Lohnausgleich. Unter „Notfällen“ versteht der Gesetzgeber beispielsweise die eigene Hochzeit, Todesfälle im engen Familienkreis, Termine vor Gericht oder die Erkrankung eines Kindes.

Konkret: Ihr Arbeitgeber muss Sie – falls Sie Mutter oder Vater eines Kindes unter acht Jahren sind – pro Jahr bis zu fünf Tage bei vollem Lohnausgleich freistellen. Auch darf er eine nachträgliche Mehrarbeit quasi als „Gegenleistung“ von Ihnen nicht verlangen.

Wichtig: Ihr Chef kann diese Vorschrift allerdings aus seinen Arbeitsverträgen ausschließen, sofern sein Unternehmen nicht einem Tarifvertrag unterliegt, der die Lohnfortzahlung bei Erkrankung eines Kindes regelt. Sollte also der erwähnte BGB-Paragraph in Ihrem Arbeitsvertrag nicht aufgeführt sein, bedeutet dies, dass Ihr Arbeitgeber Sie für die Fehlzeiten nicht bezahlen muss. Sie müssen sich stattdessen an die gesetzliche Krankenversicherung wenden, wenn Ihr krankes Kind in dieser mitversichert ist. Dabei können Sie sich auf § 45 des Sozialgesetzbuches V berufen.

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Regelungen mit der Krankenkasse finden

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Ihre Krankenkasse zahlt:

  • Es ist unbedingt erforderlich, dass Ihr erkranktes Kind (unter 12 Jahre) betreut wird
  • Sie besitzen ein dementsprechendes ärztliches Attest
  • In Ihrem Haushalt lebt sonst niemand (etwa eine Au-pair-Hilfskraft, Großmutter oder Großvater), von dem Ihr Kind versorgt werden kann

Wenn dies der Fall ist, übernimmt eine gesetzliche Krankenkasse normalerweise die Kosten bzw. zahlt den entfallenden Lohn des betroffenen Elternteils. Von vollem Lohnausgleich kann jedoch nicht die Rede sein. Mehr als 70 Prozent vom beitragspflichtigen Einkommen bzw. 90 Prozent des Nettolohns sind in der Regel nicht drin.

Außerdem sollten Sie wissen, wie lange Sie als Elternteil Ihr krankes Kind betreuen dürfen:

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  • Jeweils zehn Tage jährlich stehen den Eltern für das erste kranke Kind zu – Alleinerziehende haben 20 Tage pro Jahr zur Verfügung.
  • Sind zwei Kinder krank, dürfen Mutter und Vater pro Jahr 20 Tage dem Job fernbleiben, bei Alleinerziehenden sind es 40 Tage.
  • Beide Elternteile dürfen jährlich 25 Tage zu Hause bleiben, sofern sie drei und mehr Kinder zu betreuen haben. Als Alleinerziehende sind es 50 Tage.
  • Sollte ein Kind an einer lebensbedrohlichen Krankheit leiden, gibt es eine unbefristete Freistellung und das Anrecht auf Krankengeld, das von der gesetzlichen Krankenversicherung gezahlt wird.

Zusatzinfo: Sofern beide Elternteile (und damit auch der Nachwuchs) privat versichert sind, ist von der gesetzlichen Krankenkasse selbstverständlich keine Zahlung zu erwarten. Und falls ein Kind oder mehrere im Urlaub krank werden, haben Sie als Eltern keinerlei Anspruch darauf, dass Ihnen die Urlaubstage, die Sie für die Betreuung Ihres Nachwuchses aufgewendet haben, ersetzt werden.

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