Es gab Zeiten, in denen Bartträger pauschal als Haudegen, Bösewichte und Unholde diffamiert wurden. Gesichtsbehaarung galt als eindeutiger Hinweis auf diverse negative Eigenschaften und wurde daher von vielen Männern tunlichst vermieden. Ein Bart im Büro? Absolut undenkbar! Doch wie gut, dass sich Zeiten hin und wieder auch ändern. Inzwischen sind Bärte wieder absolut en vogue. Egal ob Voll- oder Drei-Tage-Bart – erlaubt ist, was gefällt und gepflegt aussieht.

Inhalt
1. Der Bart als Symbol von Männlichkeit
2. Bart im Büro: Ja, aber bitte gepflegt!
3. Nicht jeder Mann kann jeden Bart tragen
4. Welche Bartfrisur passt zu mir?
5. Kopf- und Gesichtsbehaarung: So entsteht ein harmonisches Gesamtbild
6. Den Hype um den Bart zum Business machen

Der Bart als Symbol von Männlichkeit

Dass der Bart mittlerweile wieder salonfähig sind, beweisen zahlreiche Beispiele. Vom Fußball-Trainer über den Anwalt und das junge Startup bis hin zum Konzern-Chef – in nahezu jedem Bereich wird die männliche Gesichtsbehaarung mit Stolz zur Schau getragen.

Und das nicht ohne Grund, denn seit jeher gilt der Bart als Symbol von Männlichkeit und Macht. Dass der Trend wieder mehr in Richtung Behaarung geht, dürfte vor allem Männer mit dem sogenannten „Babyface“ freuen. Indem Sie Ihren jungenhaften Gesichtszügen einen haarigen Anstrich verpassen, wirken sie nicht nur automatisch älter, sondern auch professioneller, souveräner und auch überlegener. Keine Frage, die Entscheidung, sich einen Bart wachsen zu lassen, hat nicht nur optische Auswirkungen, sondern nimmt auch direkten Einfluss auf das Image des Trägers. Es ist also kein Wunder, dass der Bart inzwischen sein Comeback feiert und in all seinen Erscheinungsformen so beliebt wie schon lang nicht mehr ist.

Bart im Büro: Ja, aber bitte gepflegt!

Kommen wir zu einem ganz wesentlichen Punkt, den Sie beachten sollten, wenn Sie mit Bart ins Büro kommen wollen. Auch wenn gern behauptet wird, dass Bartträger einfach nur zu faul zum rasieren sind, handelt es sich hierbei keinesfalls um eine Erleichterung in Ihrer morgendlichen Bad-Routine. Ganz im Gegenteil. Wer nicht nur bei Frauen, sondern auch im Business mit Bart gut ankommen will, muss viel Zeit in die richtige Pflege investieren. Nichts ist schlimmer als ein aus der Form geratener Bart, trockene und schuppige Haut und ungleichmäßiger Haarwuchs, der das Gesicht fleckig erscheinen lässt.

Um Ihnen diese und weitere peinliche No-Gos zu ersparen, haben wir an dieser Stelle eine klassische Bartpflege-Routine für Sie zusammengestellt.

Schritt #1 | Den Bart gründlich waschen: Was im Falle des Haupthaares eine Selbstverständlichkeit ist, wird beim Bart gern außer Acht gelassen. Die Rede ist vom Waschen. Nutzen Sie hierfür entweder Ihr normales Shampoo oder – noch besser – ein spezielles Bartshampoo. Spülen Sie den Bart erst einmal mit warmen Wasser aus und massieren Sie das Shampoo dann gründlich in die Haare ein. Lassen Sie sich hierbei Zeit. Nach einer kurzen Einwirk-Phase muss das Shampoo schließlich wieder vollständig ausgewaschen werden. Gründliches Trocknen von Haut und Haaren nicht vergessen!

Schritt #2 | Den Bart in Form bringen: Ein gepflegter Bart wächst nicht einfach so vor sich hin, er wird regelmäßig (meist mehrmals pro Woche!) in Form gebracht. Egal, ob Sie sich für einen Ziegen-, Schnauz- oder Vollbart entscheiden – wichtig ist, dass Sie immer Wert auf klare Konturen und definierte Verläufe legen. Soll der Bart bürotauglich sein, wächst kein Haar, wo es nicht wachsen darf. Um den Bart in Form zu bringen, können Sie sowohl Feucht- als auch elektrische Rasierer, Pinzetten, Scheren und andere Utensilien verwenden.

Schritt #3 | Bartöl in Haare und Haut einmassieren: Es gibt inzwischen unzählige Pflegeprodukte für den Mann, die sich auf die Gesichtsbehaarung fokussieren. Ein Must Have für jede Bartform ist das Bartöl. Dieses sollte stets nach dem Waschen und Trocknen einmassiert werden, da die Hautporen unter dem Bart nun geöffnet sind. Das Bartöl sorgt nicht nur für seidig-weiche und glänzende Barthaare, sondern pflegt auch die Haut darunter, die leider allzu oft zu kurz kommt. Außerdem wirkt es desinfizierend und beugt Entzündungen der Haarwurzeln vor.

Schritt #4 | Den Bart kämmen: Dieser Schritt ist natürlich nur ab einer bestimmten Haarlänge notwendig. Ein spezieller Bartkamm bringt die Haare in die gewünschte Position und entwirrt sie. Auf diese Weise entsteht ein gleichmäßiger und ordentlicher Look.

Schritt #5 | Den Bart stylen: Auch dieser Part der Pflegeroutine ergibt nur bei besonders prächtigen Bärten Sinn. Nutzen Sie für das Styling beispielsweise Bartwachs oder auch Balsam. Das herkömmliche Haargel ist nicht geeignet, da die Struktur des Haupthaares nicht der des Gesichtshaares entspricht.

Wenn Sie sich für einen Bart entscheiden, sollten Sie unbedingt wissen, dass die Pflegeroutine mehr Zeit in Anspruch nimmt als eine vollständige Rasur. Es ist schlicht und ergreifend falsch, zu sagen, dass Bartträger faul sind. Wer seine Gesichtsbehaarung liebt, investiert sehr viel Zeit in Pflege und Styling.

Nicht jeder Mann kann jeden Bart tragen

Spätestens seitdem die Hipster-Bewegung nach Deutschland übergeschwappt ist, darf man(n) wieder voller Stolz einen prächtigen Vollbart zur Schau tragen. Dagegen ist auch grundsätzlich nichts einzuwenden… wäre da nicht ein entscheidendes Problem: Nicht jeder Mann ist ein „Vollbart-Typ“. Hierfür gibt es zwei Gründe:

  • Grund #1: Der Bartwuchs des Mannes ist ungleichmäßig, was zur Folge hat, dass der Vollbart Lücken aufweist.
  • Grund #2: Der Vollbart lässt den Träger unnötig füllig aussehen. Gerade stämmige Männer sollten den Bart daher eher kurz halten. Sehr schlanke hingegen können den Vollbart nutzen, um ihrem Aussehen einen interessanten Kontrast zu verleihen.

Nicht nur der Vollbart, sondern auch jede andere Bartfrisur sollte stets mit Vorsicht genossen werden. Nicht jede Form ist automatisch auch für jeden Mann geeignet. Wenn Sie beabsichtigen, sich einen Bart wachsen zu lassen, sollten Sie sich vorher unbedingt überlegen, was zu Ihnen passt und Ihren Typ unterstreicht und welcher Bart eher nachteilige Auswirkungen auf Ihre Erscheinung haben könnte. Um Ihnen die Entscheidung ein wenig zu vereinfachen, haben wir Ihnen eine umfangreiche Übersicht mit unterschiedlichen Barttypen und unseren Empfehlungen zusammengestellt.

Welche Bartfrisur passt zu mir?

Bartfrisurgeeignet für…ImagePflege- & Styling-Tipp
Drei-Tage-Bartnahezu jeden Mann. Der Drei-Tage-Bart macht das Gesicht optisch schlanker und hebt prägnante Züge hervor. Er verleiht dem Träger einen starken Ausdruck, der gleichzeitig sanft wirken kann.Der Drei-Tage-Bart hat ein extrem lässiges Image. Gut in Form gebracht kann er auch im Büro getragen werden. Manager und Führungskräfte sollten jedoch eher davon absehen.Die kurzen Bartstoppeln können sehr stark piksen. Nutzen Sie Bartöle und Bartbalsam, um sie geschmeidig zu machen – Ihre Partnerin wird es Ihnen danken. Außerdem ist es wichtig, dass die Haare stets auf einer Länge sind und nicht überall im Gesicht wild wuchern.
Vollbartextrovertierte Männer. Der Vollbart ist der Inbegriff von Männlichkeit und wird stets mit Stolz getragen. Wer dieser Aufgabe nicht gewachsen ist, sollte auf eine unauffälligere Variante zurückgreifen. Vorsicht: Der Vollbart lässt den Träger häufig etwas fülliger erscheinen.Ein „All-over“-Bartwuchs symbolisiert Stärke, Ursprünglichkeit und das Natürliche. Ist er gut gepflegt, wirkt sich das auch sehr positiv auf das Image des Trägers aus. Aufgrund seiner Wirkung kann der Vollbart auch ohne Probleme von Männern in hohen Positionen getragen werden.Der Vollbart „funktioniert“ nur bei gleichmäßigem Bartwuchs. Eine ausführliche Pflegeroutine ist außerdem unverzichtbar. Wer dem Vollbart das gewisse Etwas verleihen will, kann die Enden des Schnauzers leicht zwirbeln und nach oben stylen.
SchnauzerMänner mit Selbstbewusstsein. Der Schnauzer ist gerade erst auf dem Weg, wieder modern zu werden. Noch vor wenigen Jahren gern als „Popelbremse“ oder „Pornobalken“ verspottet, trauen sich nun auch immer mehr junge Männer an diese Bartfrisur.Ein Schnauzbart ist – ob nun kurz oder länger getragen – in jedem Fall ein Statement. Er kann zum einen für klassische männliche Werte stehen, aber auch neu und modern interpretiert werden.Ein moderner Schnurrbart erfordert ein außergewöhnliches Styling. Wie im Falle des Vollbartes dürfen die Enden gern ein wenig mit Wachs gezwirbelt und ausgerichtet werden. Ein passendes Outfit – zum Beispiel mit Fliege und Hosenträgern – komplettiert den mutigen Retro-Look.
Ziegenbart / Chin PuffMänner mit rundlichen Gesichtszügen. Der Ziegenbart oder Chin Puff streckt das Gesicht optisch.Manche mögen ihn als in die Jahre gekommen bezeichnen, andere finden ihn nach wie vor aktuell. Der Ziegenbart (mit langen Haaren) oder Chin Puff (die Kurzhaar-Variante) hat auf jeden Fall ein klassisches Image, das auch im Büro gut ankommt. Hiermit können Sie kaum etwas falsch machen.Die Haare müssen regelmäßig gestutzt werden, um auf einer Länge zu sein. Je ausgeprägter Haarwuchs, desto eher empfiehlt sich außerdem der Einsatz von Bartwachs.
Henriquatrenahezu jeden Mann. Der Henriquatre – eine Kombination aus Schnurr- und Kinnbart – gehört zu den beliebtesten Bartfrisuren. Er hat eine streckende Wirkung und lässt den Träger schlanker erscheinen.Nicht nur Männern, sondern auch Frauen mögen diese Bartfrisur. Der Henriquatre gilt als sehr männlich und auch sexy. Er kann – bei entsprechender Pflege – auch im Büro getragen werden.Der Henriquatre sollte stets sehr kurz getragen werden. Wichtig ist außerdem, dass die Konturen des Bartes immer klar zu erkennen sind. Für diesen Bart ist eine Kombination aus Nassrasur und „Feintuning“ nötig. Der Aufwand ist dementsprechend groß.
SchifferkrauseMänner mit einem schmalen Gesicht. Die Schifferkrause – auch Chin Curtain oder Lincoln Curtain genannt – verleiht dem Träger mehr Fülle im Gesicht.Dieser Bart strahlt Macht, Entschlossenheit und Dominanz aus – was vielleicht auch ein bisschen an seinem berühmten Namensgeber Abraham Lincoln liegen mag. Er ist bestens für den beruflichen Alltag geeignet, sollte hier jedoch nicht zu lang getragen werden.Die Schifferkrause kommt in vielen verschiedenen Varianten daher und hat starke Ähnlichkeiten zum Backenbart. Wie lang oder kurz Sie die Haare tragen, hängt in erster Linie von Ihrer Gesichtsform ab. Je runder diese ist, desto sparsamer sollte der Bart daherkommen.

 

Letztendlich hängt es zum größten Teil vom persönlichen Geschmack ab, welcher Bart zu einem Mann passt und welcher nicht. Wichtig ist, dass sich der Träger mit seiner Bartfrisur wohlfühlt, denn nur dann erzielt die Gesichtsbehaarung auch den gewünschten Effekt. Wenn Träger und Bart einfach nicht so recht zusammenpassen wollen, wirkt der Look schnell aufgesetzt und gestellt. Das gilt es auf jeden Fall zu vermeiden.

Kopf- und Gesichtsbehaarung: So entsteht ein harmonisches Gesamtbild

Nicht zuletzt sollten Sie auch immer darauf achten, dass Ihr Bart und Ihre Frisur ein harmonisches Komplettpaket abgeben. Erst wenn beides ideal aufeinander abgestimmt ist, haben Sie Ihren ganz eigenen, unverkennbaren Look gefunden, der auch im Büro auf positive Resonanzen stoßen wird.

Bei der Abstimmung von Kopf- und Gesichtsbehaarung gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Das Haupthaar überwiegt: Männer mit fülligem, vielleicht auch etwas längerem Haar tun gut daran, den Bart verhältnismäßig kurz zu halten. Andernfalls entstehen schnell Assoziationen à la Yeti oder Wolfsmensch.
  • Das Barthaar überwiegt: Andersherum kann die Gesichtsbehaarung auch als Gegengewicht herhalten, wenn es auf dem Kopf zunehmend lichter wird. Auch hier spielt das Erzeugen eines Kontrasts die zentrale Rolle. Das wohl krasseste Beispiel hierfür ist der Vollbart in Kombination mit einer Glatze. Dieser Look wird von immer mehr Männern mit viel Selbstbewusstsein getragen – auch im Büro.
  • Sowohl Frisur als auch Bart sind top gestyled: Um ein harmonisches Gesamtbild zu erzeugen, hilft es auch, wenn man das Styling von Bart und Frisur aufeinander abstimmt. Männer, die besonders viel Wert auf ihr Äußeres legen, investieren mitunter sehr viel Zeit in die tägliche Styling-Routine. Wenn das Ergebnis stimmig ist, lohnt sich dieser Aufwand auf jeden Fall.
  • Sowohl Frisur als auch Bart werden nur wenig gestyled: Das Pendant zum perfekt gestylten Mann ist der, der scheinbar keinen Wert auf irgendwelche Beauty-Routinen legt (was natürlich täuscht, denn der Bart sollte immer (!!!) gepflegt werden). Ob der messy hair-Look auch wirklich bürotauglich ist, ist fraglich. Im Zweifelsfall sollte lieber etwas mehr als zu wenig gestyled werden.

Den Hype um den Bart zum Business machen

Dass die männliche Gesichtsbehaarung in weiten Kreisen der Bevölkerung und auch in vielen Businessbereichen wieder absolut angesagt ist, lässt sich nicht mehr bestreiten. Ein eindeutiges Anzeichen hierfür sind zum Beispiel diverse Startups, die sich voll und ganz der Bartpflege verschrieben haben und wie Pilze aus dem Boden schießen. Sie verdeutlichen, dass nicht nur Bart im Business absolut okay ist, sondern auch Bart als Business funktionieren kann.

Wie ist Ihre Einstellung zum Bart im Büro? Durchaus legitim oder doch eher noch immer ein No-Go in Führungsetagen? Vielleicht sind Sie ja selbst Bartträger und möchten von Ihren Erfahrungen berichten. Wir freuen uns auf viele Kommentare.

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