4.4. Teillohnzahlungszeiträume

Heute, liebe Leserinnen und Leser des Online-Seminars Lohn und Gehalt, möchten wir die Frage beantworten, wie wir eine Brutto-Nettolohnabrechnung vornehmen, wenn der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin im Laufe eines Abrechnungsmonats eingestellt wird oder ausscheidet.

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Sie denken, das kommt in der Praxis nicht sonderlich häufig vor? Einstellungstermin sei in der Regel der jeweilige Monatserste und die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses erfolge zum Ende eines Monats? Einverstanden, dann möchten wir Ihnen aber einige weitere Beispiele nennen, die zeigen, dass Teillohnzahlungszeiträume zum Abrechnungsalltag gehören:

  • Eine Mitarbeiterin geht wegen Schwangerschaft in Mutterschutz oder beendet diesen.
  • Bei einem länger krank geschriebenen Mitarbeiter endet die sechswöchige Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber bzw. der Mitarbeiter nimmt seine Tätigkeit wieder auf.
  • Eine allein erziehende Mutter lässt sich wegen Erkrankung ihres Kindes von der Arbeit freistellen und erhält in dieser Zeit keine Entgeltfortzahlung, weil der Anspruch überschritten ist (20 Tage je Kind, maximal jedoch 50 Tage) oder vertraglich ausgeschlossen wurde.

Spielen wir die Situation gleich einmal mit dem installierten Lohnabrechnungsprogramm durch. Für diese Übung nehmen wir der Einfachheit halber die Angestellte Gundula Gehalt. Frau Gehalt bezieht bei ihrem Arbeitgeber ein monatliches Brutto in Höhe von 2.719,20 €. In den Stammdaten haben wir das erstmalige Eintrittsdatum ins Unternehmen jedoch auf den 12. Januar 2015 gesetzt. Wie sieht ihre Gehaltsabrechnung für den Januar aus und nach welchen Kriterien kann eine monatsanteilige Abrechnung erfolgen?

Das Lohn- und Gehaltsabrechnungsprogramm hat anhand unserer in den Mitarbeiterstammdaten hinterlegten Werten für das vereinbarte monatliche Gehalt und das Eintrittsdatum selbständig die Berechnung für den Teillohnzahlungszeitraum erstellt. Hier einige grundsätzliche Berechnungsbeispiele:

4.4.1. Teillohnzahlungszeitraum nach Kalendertagen

Der Monat Januar hat 31 Kalendertage, davon war Frau Gehalt 20 Tage als Arbeitnehmerin beschäftigt. Ihr anteiliges Gehalt beläuft sich somit auf 20/31 von 2.719,20 €, entsprechend 1.754,32 €.

4.4.2. Teillohnzahlungszeitraum nach tatsächlichen Arbeitstagen

Denkbar ist auch eine anteilige Berechnung nach tatsächlichen Arbeitstagen. Der Januar umfasst bei einer Fünftagewoche einschließlich der gesetzlichen Feiertage Neujahr bzw. in einigen Bundesländer zusätzlich des Dreikönigstages 22 Arbeitstage. Bei Eintritt am 12. Januar arbeitet Frau Gehalt dann noch 15 Tage. Ihr Bruttogehalt wäre dann mit 1.854,00 € anzusetzen.

4.4.3. Teillohnzahlungszeitraum auf der Grundlage tatsächlicher Arbeitsstunden

Unabhängig von tariflichen Vereinbarungen zur Wochenarbeitszeit rechnen wir beim Online-Seminar Lohn und Gehalt weiterhin mit der 40-Stunden-Woche. Für den Januar 2015 ergeben sich bei 22 Arbeitstagen 176 Soll-Arbeitsstunden. In der Zeit vom 12. Januar bis zum 31. Januar kommt Frau Gehalt auf 120 Ist-Arbeitsstunden. Ihr anteiliges Gehalt beträgt demnach 1.854,00 €., identisch mit dem Ergebnis der Abrechnung zuvor.

4.4.4. Teillohnzahlungszeitraum auf der Grundlage fiktiver Arbeitsstunden

In Kapitel 4.2. waren wir bereits der Frage zur Berechnung von Soll- und Ist-Arbeitszeiten nachgegangen und hatten auf der Grundlage des Faktors 4,345 für eine 40-Wochenstunde als monatlichen Durchschnitt 174 Soll-Arbeitsstunden ermittelt ohne Beachtung der tatsächlichen Länge des Kalendermonats. Bei 120 von 174 gearbeiteten Stunden bekäme auf dieser Grundlage Frau Gehalt ein Brutto von 1.875,31 €.

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4.4.5. Teillohnzahlungszeitraum nach der Dreißigstel-Methode

Merkwürdig, alle die bislang aufgeführten Berechnungsmethoden führen nicht zum gleichen Ergebnis wie in der maschinell erstellten Lohn- und Gehaltsabrechnung. Eine weitere Variante gilt es demnach noch darzustellen.

Die Dreißigstel-Methode wird Ihnen aus der Zinsrechnung bekannt sein, nach der jeder Monat unabhängig von seiner tatsächlichem Länge mit 30 Tagen angesetzt wird. Das Gehalt in Höhe von 2.719,20 €wird durch 30 dividiert und mit der Anzahl der auf den Abrechnungsmonat entfallenden Kalendertage multipliziert. Beschäftigt vom 12. Januar bis einschließlich 31. Januar errechnen sich 20 Kalendertage. Angewandt auf die anteilige Gehaltshöhe bekäme Frau Gehalt bei dieser Berechnungsmethode 1.812,80 €, so wie in der Abrechnung ausgewiesen.

Mit 30 Sozialversicherungstagen (SV-Tage) wird übrigens auch ein voller Kalendermonat angesetzt, was aus der Abrechnung hervorgeht (rechts zwischen PV-Abzug und Gesamtnetto ersichtlich). Und, für die Berechnung der einzubehaltenden Lohnsteuer ist die Tages-Lonsteuertabelle heranzuziehen.

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