Sie sind der Schrecken eines jeden Personalers: Skurrile Bewerber verhalten sich im Vorstellungsgespräch schon einmal ziemlich schräg. Und das kommt gar nicht so selten vor. Im Gegenteil: Personaler treffen in ihrem Berufsleben auf so viele seltsame Bewerber, dass sie diese bereits in Kategorien einteilen. Welche? Wir haben die 15 skurrilsten Bewerbertypen für Sie zusammengetragen. Gehören Sie vielleicht auch dazu?

1. Nummer 1: Der Angsthase
2. Nummer 2: Der Alkoholiker
3. Nummer 3: Der Superhero
4. Nummer 4: Die Tratschtante
5. Nummer 5: Der Jäger
6. Nummer 6: Der Trickser
7. Nummer 7: Der Bescheidene
8. Nummer 8: Der Freigeist
9. Nummer 9: Der Depressive
10. Nummer 10: Der Zerstreute
11. Nummer 11: Der Schüchterne
12. Nummer 12: Der Endlose
13. Nummer 13: Der Lockere
14. Nummer 14: Der Begeisterte
15. Nummer 15: Der Aggressive

Nummer 1: Der Angsthase

ängstlicher Kollege versteckt sich
Nervosität ist bei einem Bewerbungsgespräch völlig normal und wenn der Personaler Ihnen das ein wenig anmerkt, ist das in der Regel auch nicht weiter schlimm. Wenn Sie aber bereits Tage vor dem Vorstellungstermin ausflippen, unter Panikattacken leiden, den Personaler mit schwitzigen Händen begrüßen und dann im Gespräch kaum ein Wort hervorbringen, werden Sie als Angsthase abgestempelt. Für eine Praktikantenstelle werden Sie dann vielleicht trotzdem noch ausgewählt, aufgrund mangelnder Erfahrung kann dann über Ihre Angst nämlich noch hinweg gesehen werden. Wer sich jedoch als gestandener Geschäftsmann oder erfolgreiche Geschäftsfrau auf eine Führungsposition bewirbt, muss natürlich auch entsprechend souverän, selbstsicher und reif auftreten.

Nummer 2: Der Alkoholiker

Sie mögen lachen, doch es kommt leider gar nicht so selten vor, dass Bewerber/innen mit einem kleinen Schwips oder einer kräftigen Fahne beim Vorstellungsgespräch auftauchen. Entweder haben sie sich auf ungeeignete Weise der Angst vor dem Termin entledigt, beziehungsweise „enttrunken“, oder aber sie haben ein feierwütiges Wochenende hinter sich. Zudem gibt es noch die tatsächlichen Alkoholiker, die an einer Suchterkrankung leiden – bewusst oder (noch) unbewusst. So oder so: Alkohol ist im Bewerbungsprozess natürlich ein absolutes No-Go.

Nummer 3: Der Superhero

Als Überflieger zu mehr Erfolg im Berufsleben
Superhelden gibt es nur im Film, das haben aber noch nicht alle Bewerber/innen eingesehen. Der ein oder andere scheint tatsächlich zu denken, ein echter Superhero zu sein. Jede Aufgabe wird problemlos gemeistert, er ist allzeit zur Stelle, Überstunden sind selbstverständlich, das Studium wurde als Jahrgangsbester abgeschlossen und die Doktorarbeit mit summa cum laude ausgezeichnet. Auf die Frage nach den Schwächen, antwortet der Superhero schlichtweg: „Hab‘ ich nicht!“. Auch wenn der Superhero aufgrund seiner Qualifikationen vielleicht trotzdem eine Chance auf den Job hat: Mit Bescheidenheit und Mut zur Schwäche hinterlassen Sie einen deutlich besseren Eindruck. Personaler wissen schließlich auch, dass sie wahre Superhelden nur im Kino finden.

Nummer 4: Die Tratschtante

Klatsch und Tratsch
Klatsch und Tratsch gehört nicht in das Vorstellungsgespräch, eigentlich sogar überhaupt nicht ins Berufsleben. Dem Bewerbertyp „Tratschtante“ fällt es schwer, sachlich und bei den wirklich wichtigen Fakten zu bleiben. Auf die Frage nach dem früheren Arbeitgeber oder der Arbeit im Team schweift die Tratschtante aus: Der Chef war ein Choleriker und sie hat gehört, dass gegen ihn ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung laufen soll. Die Teamkollegen waren eigentlich nett, aber das Pärchen im Team hat sich immer gestritten und dann soll er sie mit einer anderen Kollegin betrogen haben. Sie selbst hat aber natürlich aus Solidarität zu ihrer Freundin gehalten, sie hat sie sowieso gleich am Anfang vor ihm gewarnt, da er wie ein Womanizer wirkte. Wer tratscht oder über seine früheren Kollegen und Vorgesetzten lästert, schießt sich schnell als „unprofessionell“ selbst ins Aus. Ihre zukünftigen Kollegen und Vorgesetzten wollen schließlich nicht selbst der neue Mittelpunkt Ihres Klatsches werden.

Nummer 5: Der Jäger

Flirten ist im Vorstellungsgespräch ein absolutes Tabu
Apropos Womanizer: Flirten ist im Vorstellungsgespräch ein absolutes Tabu! Wer denkt, mit gutem Aussehen und einem Augenzwinkern punkten zu können, hat weit gefehlt. Die Dame mit tiefem Ausschnitt und kurzem Rock wird gewiss nicht ernst genommen und der selbstverliebte Bewerber, der der Personalerin am Ende geschickt seine Telefonnummer zusteckt, braucht auf keinen Anruf zur Jobzusage mehr warten.

Nummer 6: Der Trickser

Tricksen und Schummeln im Lebenslauf
Wow, der Lebenslauf ist wirklich beeindruckend! Nicht selten folgt auf diesen Gedanken für den Personaler eine echte Enttäuschung. Im Bewerbungsgespräch war das Projekt plötzlich gar nicht mehr so groß, den 1,0-Abschluss hatte an der Universität jeder, da die Prüfungen so einfach waren, und bei der Bewerbung wurde ihm ehrlich gesagt von seiner Mutter geholfen. Der Trickser kreiert mit seinen Bewerbungsunterlagen die perfekte Illusion und kann dieser anschließend im Vier-Augen-Gespräch nicht mehr standhalten. Dann sollten Sie doch lieber bescheiden bleiben und sich Schwächen eingestehen. Ehrlichkeit währt schließlich am längsten.

Nummer 7: Der Bescheidene

Andersherum jedoch, können Sie durch zu viel Bescheidenheit auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Es gilt, das gesunde Mittelmaß aus Ehrlichkeit und Selbstbewusstsein zu finden. Bei unerlaubten Fragen, ist die Lüge manchmal sogar notwendig – und auch erlaubt – damit Sie überhaupt noch eine Chance auf den Job haben. „Ehrlich gesagt…“

  • „…hatte ich sehr viele Fehlzeiten.“
  • „…würde ich gerne in den nächsten zwei Jahren eine Familie gründen und schwanger werden.“
  • „…hat mich die Arbeit überfordert, deshalb habe ich gekündigt.“
  • „…fällt es mir sehr schwer, mich in ein Team zu integrieren.“
  • „…bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich Ihre Anforderungen erfüllen kann.“

Bescheidenheit in allen Ehren, doch diese Sätze sollten Sie lieber vermeiden.

Nummer 8: Der Freigeist

Der Freigeist will sein Leben genießen und sieht die Arbeit nur als Mittel zum Zweck, um finanziell über die Runden zu kommen. Eine Einstellung, die durchaus in Ordnung ist, nur sollte diese natürlich nicht für den potenziellen neuen Arbeitgeber offensichtlich sein. Dieser möchte schließlich hoch motivierte Mitarbeiter, die sich für den Job gänzlich aufopfern und am liebsten ihr Leben nur mit Arbeiten verbringen würden. Die ständige Frage nach Urlaubszeiten, Brückentagen und Überstundenregelungen hinterlassen im Bewerbungsgespräch daher keinen guten Eindruck.

Nummer 9: Der Depressive

ausgebrannte Führungskraft
Despressionen sind eine ernstzunehmende Krankheit und sollen hier auch nicht heruntergespielt werden. Leider steigt die Zahl der von Depressionen betroffenen Menschen in Deutschland stetig an, häufig mit der Folge der Arbeitsunfähigkeit. Viele Bewerber erleben jedoch keine krankhafte Depression, sondern einer Art Sinnkrise in Form einer depressiven Phase. Diese ist dann nicht selten auch der Grund für den Jobwechsel. Der Personaler sollte das aber nicht merken. Jammern oder sich über die aktuelle Arbeitsstelle zu beklagen, sollten Sie im Bewerbungsgespräch unterlassen. Auch Unsicherheit, wie „Ich glaube einfach, dass der aktuelle Job vielleicht nicht das Richtige für mich ist, und dass die neue Stelle besser zu mir passen könnte“, ist im Vorstellungsgespräch fehl am Platz.

Nummer 10: Der Zerstreute

Wir alle kennen diese Tage, an denen irgendwie alles schiefgeht, wir schon morgens mit dem kleinen Zeh schmerzhaft gegen die Bettkante stoßen und bei der Arbeit Fehler machen, aufgrund derer wir uns anschließend selbst ungläubig an den Kopf fassen. Hoffen Sie also, dass der Termin nicht auf einen dieser Tage fällt. Zerstreuung und ein ratloses „Ähm“ oder „Jetzt fällt mir der Name gerade nicht ein“ sind nicht gerade Teil eines überzeugenden Auftrittes.

Nummer 11: Der Schüchterne

Schüchterne Bewerber werden deshalb besonders häufig missverstanden
Zugegeben, Schüchternheit ist eine Charaktereigenschaft und kann nicht einfach abgelegt werden. Dennoch hat sie im Vorstellungsgespräch nichts verloren. Wer kein Wort über die Lippen bringt, kann natürlich die Personaler auch nicht überzeugen. Die berühmten Ein-Wort-Antworten wirken zudem schnell schnippisch oder unmotiviert. Schüchterne Bewerber werden deshalb besonders häufig missverstanden und als arrogant oder desinteressiert abgestempelt.

Nummer 12: Der Endlose

Es gibt aber auch das Gegenteil des schüchternen Bewerbertyps: Den kommunikativen Bewerber, der einfach kein Ende finden will. Statt mit nur einem Wort, beantwortet er die Fragen mit einem regelrechten Wasserfall und will einfach nicht mehr aufhören zu erzählen – von der Uni, der früheren Arbeitsstelle, den Kollegen, dem Abenteuer als Expat in China oder seinen hochtrabenden Zukunftsplänen. Spätestens, wenn es ans Privatleben geht, sollten Sie endgültig einen Punkt finden.

Nummer 13: Der Lockere

cooler und lockerer Bewerber
„Ja, das krieg ich schon irgendwie hin“ oder „Was nicht passt, wird passend gemacht“ sind ebenfalls Sätze, die im Vorstellungsgespräch vermieden werden sollten. Der Lockere nimmt alles nicht so ganz ernst und plaudert gemäß dem Motto „Das wird schon irgendwie funktionieren“ über lustige Fehler, der er bei der Arbeit gemacht hat, oder seine Kunst, das Studium trotz Feierei und Trinkerei mit einem 1,-Schnitt abzuschließen. Er hat Lücken im Lebenslauf und sichtlich Freude am Leben. Das ist schön, nur eben nicht die passende Geisteshaltung für ein Bewerbungsgespräch.

Nummer 14: Der Begeisterte

Der begeisterte Bewerber freut sich, dass er zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde und möchte unbedingt diesen Traumjob ergattern. Die Motivation schwillt geradezu über und jedes Wort vom Personaler wird aufgesaugt. Dennoch ist es nicht notwendig, dass Sie jeden Satz mit „Wirklich, wow das ist ja toll“, „Das ist ja unglaublich beeindruckend“ oder „Ich kann es gar nicht abwarten“ kommentieren.

Nummer 15: Der Aggressive

aggressiver Bewerber im Vorstellungsgespräch
Dann gibt es da noch diese Bewerber, die bereits angespannt und irgendwie geladen in den Raum treten. Auf die Frage nach dem aktuellen Arbeitgeber lassen sie ihren Frust freien Lauf oder antworten mit einem genervten Schnauben. In manchen Vorstellungsgesprächen versuchen die Personaler zudem, den Bewerber bewusst aus der Reserve zu locken. Wer hier aggressiv oder passiv-aggressiv reagiert, hat dann gleich noch einen weiteren Grund zum Ärgern: die Absage.

Und, welcher Bewerbertyp sind Sie?

1 Kommentar

  1. Chris B.

    Immer eine Freude die Artikel zu lesen.
    Sehr hilfreich .
    Weiter so

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