Umweltbewusstsein und der Sinn für Nachhaltigkeit sind heute nicht allein für das Bewusstsein privater Verbraucher relevant. Auch betriebswirtschaftlich ist das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu einer wichtigen Größe am Markt geworden. Das hängt damit zusammen, dass Nachhaltigkeit heute längst nicht mehr nur die Frage nach einem sparsamen Umgang mit Ressourcen stellt. Sie ist vielmehr auch mit Fragen nach einer ganzheitlichen Produktion und umweltbewusstem Konsum verbunden. Wer hier authentische Konzepte bietet und sich mit diesen einen guten Namen macht, kann das Vertrauen der Verbraucher gewinnen und sich einen guten Platz am Markt sichern. Aber welche Schritte können im Unternehmen zu einem umfassenden Konzept von Nachhaltigkeit beitragen?

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Mitarbeiter diskutieren und arbeiten am Laptop
Photo by Climate KIC on Unsplash

Wie Unternehmen heute zum Umweltschutz beitragen

Wurden die Interessen von Wirtschaft und die Sorge um die Umwelt noch bis zur Jahrhundertwende als Gegensatz gesehen, so stellt sich die Situation heute differenzierter dar. Tatsächlich leisten viele Unternehmen ihren eigenen und wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Dass sie dies tun, hat ganz unterschiedliche Gründe. Zum einen nehmen die Unternehmen damit ihre gesellschaftliche Verantwortung bewusst war und leisten einen wichtigen Beitrag bei der Lösung von Schlüsselproblemen unserer Zeit. Ein Unternehmen, das als Marke mit nachhaltigem Unternehmensengagement und einer umweltbewussten Produktion wahrgenommen wird, wird von Verbrauchern gerne genutzt. Wer die Wahl zwischen verschiedenen Produkten hat, entscheidet sich beim Kauf heute bewusst für das nachhaltigere Produkt. Die Unternehmen sind sich dieser Entwicklung bewusst und setzen auf eine umweltbewusste Produktion, da wie eine neue Studie der Kommunikationsagentur Serviceplan Corporate Reputation gemeinsam mit der Managementberatung Biesalski & Company zeigt, trägt Nachhaltigkeit signifikant zum Umsatz bei.

Warum sich gerade grüne Marken am Markt etablieren?

Mit der Entwicklung ihrer Produkte wiederum tragen die Unternehmen zu einem nachhaltigeren Verbrauch bei. Beispiele hierfür finden sich nicht nur bei der Entwicklung elektronischer Geräte oder in der Automobilproduktion. Hier werden Produkte entwickelt, die immer weniger Energie für ihre Leistung benötigen. Auch die Entwicklung von cradle to cradle Produkten trägt an vielen Stellen zu einer nachhaltigen Entwicklung bei.

Hierbei handelt es sich um einen Produktionskreislauf, der insgesamt auf Nachhaltigkeit ausgerichtet wird. Bereits bei der Planung des Produkts wird das Recycling später zurückbleibender Rohstoffe gezielt eingeplant. Anstatt sich nur um die Produktion eines Produkts zu kümmern, planen die Unternehmen hierbei ein Produkt, das sich besonders nachhaltig nutzen und problemlos weiterverwenden oder wieder abbauen lässt. Mit Produkten dieser Art kann sich ein Unternehmen bewusst als grüne Marke am Markt etablieren. Aber nicht nur die Produkte sollten einen grünen Anstrich erhalten, die Marke muss authentisch erscheinen. Das bedeutet, dass die Unternehmen ein allgemeines Nachhaltigkeitskonzept entwickeln sollten, ein umweltbewussstes Controlling, das ihre allgemeinen Produktionsabläufe stetig verbessert.

Was etabliert man ein Nachhaltigkeitskonzept im eigenen Unternehmen?

Neben der Etablierung einer umweltbewussten Firmenkultur bietet ein Nachhaltigkeitskonzept verschiedene Vorteile. Zunächst einmal ist es auch mit dem Gedanken der Sparsamkeit verbunden. Auf diese Weise kann es auch Kosten einsparen. Bei dem Prinzip der Sparsamkeit ist es besonders wichtig, dass diese mit einem Nachhaltigkeitskonzept verbunden wird. Es kommt in diesem Fall ganz besonders darauf an, dass an den richtigen Stellen gespart wird. Wer am falschen Ort spart, erzeugt dadurch nicht zwangsläufig eine umweltbewusste Produktion. Unter Umständen können dann sogar Mehrkosten entstehen oder es ergibt sich ein höherer Anteil an Abfall.

Um das Nachhaltigkeitskonzept gezielt zu planen und als Teil der Firmenkultur zu etablieren, muss es auf der Steuerungsebene angesiedelt werden. Das bedeutet, dass eine entsprechende Planungsgruppe sich der Sache annimmt und deren Vorschläge als Handlungsvorgaben des Unternehmens umgesetzt werden. In der entsprechenden Gruppe können Mitarbeiter des Unternehmens sich beteiligen. Erfahrungsgemäß wird eine Partizipationsmöglichkeit in diesem Bereich von Beschäftigten gerne wahrgenommen. Als Inspiration für eigene Ideen können positive Beispiele aus anderen Firmen gesichtet werden. Ein Beispiel für eine gute Umsetzung eines Nachhaltigkeitskonzepts liefert die gaerner GmbH.

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Anschließend sollten die eigenen Produktionsabläufe gezielt gesichtet werden und ein gemeinsames Konzept entwickelt werden. Im Verlauf dieses Prozesses sollte die Gruppe für Vorschläge aller Mitarbeiter offen sein und diese bewusst in die eigene Arbeit einbinden. Das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Organisationsentwicklungsprozess, der mit der Einführung des Nachhaltigkeitskonzeptes verbunden ist. Die Mitarbeiter nehmen sich selbst dann bewusst als Teil des Prozesses wahr und identifizieren sich damit.

Wo können Nachhaltigkeitskonzepte ansetzen?

Nachhaltigkeitskonzepte lohnen sich nicht nur in großen Unternehmen. Sie können bereits in kleinen Betrieben an vielen Stellen ansetzen und hier zu positiven Veränderungen führen. Ein Bereich ist der Verbrauch von Papier. Hier sollte gezielt darauf geachtet werden, wo Ausdrucke notwendig sind und an welchen Stellen eine digitale Bearbeitung ausreicht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Mülltrennung. Hier handelt es sich um einen Bereich, in dem sowohl Kosten eingespart wie auch eine nachhaltige Verbesserung erreicht werden kann. Wenn alle Mitarbeiter Müll einfach trennen, kann dies sowohl Aufwand als auch Kosten für den Abtransport von Müll reduzieren.

Wer bei der Ausgabe von Essen oder Getränken auf Nachhaltigkeit setzt, kann weitere Kosten sparen. Gesundes Essen und Kaffee aus Tassen statt Plastikbechern sparen Geld und sorgen für umweltbewussten Konsum. Im Idealfall können Umstellungen wie diese mit einer Verbesserung der Atmosphäre verbunden werden. Bei der allgemeinen Produktion wie auch bei der Frage nach der Regeneration im Unternehmen können die Mitarbeiter oft die besten Tipps für einfache aber effiziente Verbesserungen geben. Diese sollten unbedingt genutzt werden.

Am Markt ist der Anteil an grünen Marken in den letzten Jahren stark gestiegen. Diese Entwicklung lässt sich bereits beobachten, wenn das Sortiment von Supermärkten gesichtet wird. Konsum und Verbrauch wird heute auch nach dem Maßstab der Nachhaltigkeit eingekauft. Die Entwicklung zur grünen Produktion betrifft aber auch viele andere Industriezweige. Wenn Nachhaltigkeit richtig eingesetzt wird, kann sie sowohl Kosten einsparen wie auch Marktanteile sichern. Um aus dem Gedanken der Nachhaltigkeit jedoch ein Firmenkonzept zu machen, muss ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept entwickelt werden, das als Teil der Firmenkultur wahrgenommen wird. Dies setzt einen gezielten Organisationsentwicklungsprozess voraus. Große Unternehmen setzen dabei auf externe Unterstützung und interne Expertise aller ihrer Mitarbeiter.