Online-BewerbungsformularLaut der aktuellen Umfrage „Recruiting Trends“ des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt a. M. und Bamberg in Kooperation mit dem Jobportal Monster nutzen zwei Drittel der 1.000 größten Unternehmen in Deutschland das Internet und bevorzugt Online-Bewerbungsformulare zur Stellenbesetzung.

Vor allem internationale Konzerne wie Siemens, Lufthansa oder BMW, bei denen sich regelmäßig hunderte Personen für eine Stelle bewerben, und Unternehmen aus der Medienbranche verweisen Bewerber auf ihrer Homepage oder ihren Stellenanzeigen in Online-Jobbörsen explizit auf eine Webseite mit einem Bewerbungsformular. Einige nehmen sogar nur noch Bewerbungen auf diesem Wege entgegen.

Funktionsweise eines Bewerbungsformulars

Eine solche Bewerbung direkt über das Internet unterscheidet sich von einer Mappen- oder E-Mail-Bewerbung vor allem dadurch, dass sich die Bewerber deutlich weniger Gedanken über die Aufbereitung ihrer Informationen machen müssen. Die Gliederung wird im Bewerbungsformular durch standardisierte Fragen, die via Auswahlmenüs oder Texteingaben beantwortet werden müssen, vom Unternehmen vorgegeben. Hinter dem Online-Bewerbungsformular steht in vielen Fällen eine Software, die die eingegebenen Daten nach Absenden des Formulars in einer Datenbank erfasst und automatisch nach bestimmten Kriterien auswertet. Bewerber, die diese Kriterien nicht erfüllen, werden dann von vornherein aussortiert.

Aufbau eines Bewerbungsformulars

Im Allgemeinen setzen Unternehmen zwei Arten von Bewerbungsformularen ein:

• Die einfachere Art ähnelt ihrem Aufbau nach einem Kontaktformular und dient wie eine Kurzbewerbung überwiegend nur zur ersten Kontaktaufnahme. Anhand der eingegebenen Daten prüft das Unternehmen, ob ein Bewerber für eine Stelle bzw. das Unternehmen grundsätzlich geeignet erscheint. Falls ja, wird der Bewerber meist noch um die Einsendung seiner vollständigen Bewerbungsunterlagen per Post oder E-Mail gebeten.

• Die komplexere Art ist dagegen vergleichbar mit einer Standardbewerbung und erfordert in der Regel vor Beginn eine Registrierung. Danach werden auf einer oder mehreren Webseiten alle Daten abgefragt, die normalerweise zu einer vollständigen Bewerbung gehören. Zudem besteht oft die Möglichkeit, in Freitextfeldern die Bewerbungsmotivation zu schildern und/oder persönliche Grußformeln anzubringen sowie Dateien (z. B. Lebenslauf, Bewerbungsfoto, Arbeitsproben) hochzuladen. Nach dem Absenden des Formulars wird dem Bewerber auf dem Bildschirm zumindest eine Empfangsmeldung angezeigt. Eventuell erhält er auch gleich einen Zwischenbescheid oder eine Absage oder kann über seinen User-Account jederzeit seinen Bewerbungsstatus abrufen.

Vor- und Nachteile für Unternehmen und Bewerber

Für Unternehmen bringt ein Bewerbungsformular vor allem den Vorteil, dass durch den Einsatz von Auswertungssoftware der personelle Aufwand für die Sichtung der Bewerberdaten reduziert werden kann, was Zeit und Kosten sparen hilft. Darüber hinaus erhalten Personalverantwortliche nur die für sie relevanten Informationen und können so einzelne Bewerber besser miteinander vergleichen.

Jobkandidaten profitieren bei einer Online-Formularbewerbung insbesondere gegenüber der Mappenbewerbung davon, dass Material- und Portokosten entfallen. Ein großer Nachteil ist jedoch, dass durch die standardisierten Vorgaben sehr viel weniger Raum bleibt, um persönliche oder fachliche Qualifikationen ausführlich darzustellen und der Bewerbung damit eine individuellere Note zu verleihen. Speziell für Personen, deren Lebenslauf Lücken aufweist oder denen bestimmte Qualifikationen fehlen, ist eine Bewerbung via Online-Bewerbungsformular nicht geeignet, da hier kaum eine Möglichkeit besteht, diese Mängel eventuell durch Hervorhebung anderer Stärken und Fähigkeiten zu kompensieren. Auch bedeutet ein Bewerbungsformular für Bewerber im Gegensatz zu Unternehmen meist keine Zeitersparnis. Das Ausfüllen verlangt im Vergleich zur Erstellung einer Mappen- oder E-Mail-Bewerbung eine mindestens ebenso große Sorgfalt, da schon eine vergessene Angabe dazu führen kann, dass die Bewerbung von der Software ausgefiltert wird.

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