Heutzutage gibt es kaum noch Bewerber, die kein Online-Profil besitzen – manchmal sogar unfreiwillig, weil die eigentlich privaten Facebook- oder Twitter-Beiträge aufgrund eines Fehlers im Wirrwarr der Einstellungen plötzlich öffentlich zugänglich sind. Besser, wenn Sie also den Überblick über Ihre Online-Präsenz behalten. Und noch besser, wenn Sie Ihr Online-Profil auf Xing oder LinkedIn sogar gezielt für die Jobsuche oder einen Karriere-Push zu nutzen wissen.
Frau sucht am Laptop nach Jobs
Inhalt
1. Haben Sie ein Online-Profil?
2. Behalten Sie den Überblick über Ihre Web-Präsenz
3. Nutzen Sie berufliche Netzwerke aktiv – nicht nur als Bewerber
4. Schritt 1: Das Foto als erster Eindruck
5. Schritt 2: Der Unternehmensname ist Ihr Aushängeschild
6. Schritt 3: Eine selbsterklärende Funktionsbeschreibung finden
7. Schritt 4: Was können Sie?
8. Schritt 5: Wer sind Sie?
9. Schritt 6: Bewerber sollten Lebenslauf hinterlegen
10. Schritt 7: Referenzen als Selbstmarketing
11. Schritt 8: Schlagworte für die Suchmaschinen
12. Schritt 9: Ein Titel, der zum Lesen anregt
13. Schritt 10: Der berühmte rote Faden
14. Schritt 11: Vor der Veröffentlichung Korrektur lesen
15. Schritt 12: Ehrlich währt am längsten
16. Schritt 13: Nur ein Klick und Sie erreichen die ganze Welt
17. Schritt 14: Aktualität ist im Internet das A und O
18. Schritt 15: Netzwerke sind zum Netzwerken da
19. Xing, LinkedIn, Facebook oder Google+?

Haben Sie ein Online-Profil?

Sie werden heutzutage kaum noch einen Menschen treffen, der kein Online-Profil hat. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Sie dafür aktiv ins Internet gehen und sich bei einem sozialen Netzwerk anmelden müssen oder eine eigene Webseite benötigen. Es reicht bereits aus, dass Ihr Arbeitgeber Ihren Namen auf seiner Homepage erwähnt oder es einen uralten Zeitungsartikel über Ihren Schulabschluss im Online-Archiv der ortsansässigen Tageszeitung gibt. Probieren Sie es aus, und googeln Sie sich einmal selbst: Was finden Sie hier? Herzlich willkommen auf Ihrem Online-Profil. Sollte es nun tatsächlich keinerlei Informationen über Sie geben, gehören Sie zu einer echten Minderheit in der deutschen Gesellschaft und gewiss nicht zur Generation Y, den sogenannten „Digital Natives“. Wenn also quasi jeder mittlerweile ohnehin ein Online-Profil hat, ist es dann nicht besser, dieses aktiv zu nutzen als es passiv dem Zufall zu überlassen?

Behalten Sie den Überblick über Ihre Web-Präsenz

Sollten Sie bei Ihrer Google-Recherche keinerlei Informationen über sich selbst gefunden haben, ist es dennoch an der Zeit zumindest über die berufliche Nutzung der sozialen Netzwerke nachzudenken. Sind Sie bereits entweder privat oder (auch) beruflich in einer beziehungsweise verschiedenen Social-Media-Plattformen aktiv, müssen Sie ebenfalls unbedingt den Überblick behalten. Das bedeutet: Private Inhalte sollten auch privat bleiben und niemals öffentlich zugänglich sein. Doch denken Sie daran: Das Internet vergisst niemals! Selbst private Postings können über Dritte plötzlich veröffentlicht werden oder Sie machen einen Fehler in den häufig unübersichtlichen Einstellungsmöglichkeiten und prompt stehen Ihre Bilder, Statusmeldungen oder Kommentare der ganzen Welt offen. Rückgängig machen? Das geht im World Wide Web nur bedingt. Hat sich zum Beispiel ein Bild einmal verbreitet, wird es für immer irgendwo im Internet aufzufinden sein. Bei privat genutzten Netzwerken gilt deshalb Vorsicht statt Nachsicht. Das bedeutet: Schreiben oder posten Sie hier nichts, was Ihr berufliches Umfeld im Zweifelsfall nicht auch sehen dürfte.

Nutzen Sie berufliche Netzwerke aktiv – nicht nur als Bewerber

Bei der Jobsuche gehört die Präsenz in mindestens einem beruflichen sozialen Netzwerk mittlerweile quasi zum guten Ton. Beinahe jeder Personaler wird Sie, sofern Sie in die engere Wahl kommen, via Suchmaschinen und Social Media abscannen. Es ist daher unerlässlich, dass Sie simultan zum Bewerbungsprozess mindestens ein Online-Profil in Xing oder LinkedIn anlegen und richtig zu gestalten wissen. Zudem haben Sie hier innovative und spannende Möglichkeiten für das Selbstmarketing, welche Ihnen in den klassischen Bewerbungsunterlagen verwehrt bleiben. Ihr Online-Profil sollte sich daher nicht nur mit den in der Bewerbung gemachten Angaben decken, sondern diese im besten Fall sogar ergänzen.

Doch nicht nur für die Jobsuche bieten sich berufliche Netzwerke an. Selbst wenn Sie sich noch in der Ausbildung oder im Studium befinden oder bereits bei einem Unternehmen angestellt sind, kann eine professionelle Präsenz in einem beruflichen Netzwerk als Karriereschub dienen. Es kann schließlich nie schaden, wichtige Kontakte zu knüpfen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen oder sogar Jobangebote zu erhalten. Auch, wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber sowie Ihrer Arbeitsstelle eigentlich zufrieden sind, rücken Sie so nämlich in eine bessere Verhandlungsposition. Wer vor allem in Deutschland tätig ist, ist dann bei Xing am besten aufgehoben, während LinkedIn eher international ausgerichtet ist:
Statistik: Ranking ausgewählter Länder nach der Anzahl der registrierten LinkedIn-Mitglieder im Jahr 2016 (in Millionen) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Legen Sie sich daher jetzt ein entsprechendes Online-Profil im zu Ihnen passenden Netzwerk an oder professionalisieren Sie Ihre bestehende Präsenz und nutzen Sie diese dadurch aktiv als Karriere-Push. Wie? Mit dieser praktischen 15-Schritte-Anleitung:

Schritt 1: Das Foto als erster Eindruck

Das Erste, was Ihnen bei jedem Online-Profil ins Auge springen wird, ist natürlich das Foto. Und bekanntlich brauchen wir Menschen ja nur den Bruchteil einer Sekunde, um uns ein Bild von unserem Gegenüber zu machen. Das gilt auch für die digitale Welt. Wählen Sie deshalb unbedingt ein professionelles Porträt aus, auf dem Sie natürlich möglichst sympathisch wirken und welches zu Ihrem Beruf passt. Das bedeutet: In kreativen Berufen dürfen Farben, Kleidung oder auch Mimik ruhig etwas gewagter sein, als CEO eines Industrieunternehmens hingegen, wählen Sie lieber den klassischen schwarzen Anzug. Tabu sind natürlich private sowie semiprofessionelle Aufnahmen zum Beispiel aus dem Urlaub.

Schritt 2: Der Unternehmensname ist Ihr Aushängeschild

Der Unternehmensname steht in den sozialen Netzwerken in der Regel unmittelbar in der Nähe des Bildes, häufig unter Ihrem Namen, und ist zum Beispiel durch Schriftgröße und Fettschrift hervorgehoben. Er dient daher als eine Art Aushängeschild und zieht den zweiten Blick auf sich. Sollten Sie sich derzeit in keiner Anstellung befinden, können Sie hier zum Beispiel Ihre Tätigkeit, den Ort und auf Wunsch auch Ihre Verfügbarkeit nennen. Dies könnte wie folgt aussehen: „Social-Media-Manager, Berlin, ab Juni verfügbar“. Nehmen Sie unbedingt von kreativen Umschreibungen, drei Punkten oder Gedankenstrichen Abstand.

Schritt 3: Eine selbsterklärende Funktionsbeschreibung finden

Direkt unter dem Unternehmensnamen können Sie meist eine Funktionsbeschreibung einfügen. Wichtig ist dabei, dass diese kurz und prägnant, dennoch aber selbsterklärend ist. Schreiben Sie also zum Beispiel nicht einfach nur „Führungsposition“, sondern auch die zugehörige Funktion und Ebene. Experten halten die Funktionsbeschreibung aber ohnehin für überbewertet, weshalb Sie diese auch guten Gewissens weglassen können.

Schritt 4: Was können Sie?

Welche genau nämlich Ihre Berufserfahrungen, Tätigkeiten und Kompetenzen sind, können Interessenten in Ihrem Profiltext nachlesen. Hier bieten Sie einen kurzen Überblick über Ihren Werdegang, quasi eine Kurzfassung Ihres Lebenslaufes. Halten Sie sich dabei so kurz wie möglich und so lange wie nötig. Beachten Sie, dass die Zeit der Personaler begrenzt ist und diese oft nur wenige Klicks auf Ihrem Profil vornehmen. Nur, wer also mit den ersten wenigen Sätzen überzeugen kann, bringt den Leser dazu, sich auch die weiteren Informationen in Ruhe anzusehen.

Schritt 5: Wer sind Sie?

Für ausführlichere Angaben können Sie eine weitere Rubrik nutzen, die in der Regel „Über mich“ oder ähnlich heißt. Diese gleicht der dritten Seite einer Bewerbung und soll Sie als Person – natürlich aus beruflicher Sicht – näher vorstellen. Dies empfiehlt sich vor allem für Bewerber oder Selbstständige. Hier können Sie also all jene Informationen verpacken, die weder in das Anschreiben noch in den Lebenslauf oder auf eine der anderen Seite Ihres Profils passen. Hier ist zudem Platz für Ihre ganz persönlichen Träume und Wünsche, Sie können die Gründe für eine berufliche Neuorientierung erläutern oder auch Lücken im Lebenslauf erklären.

Schritt 6: Bewerber sollten Lebenslauf hinterlegen

Wer sich auf Jobsuche befindet, sollte dem Online-Profil unbedingt auch einen tabellarischen Lebenslauf beifügen. Achten Sie hier, ebenso wie bei der klassischen Bewerbung, auf die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben. Da Sie sich derzeit im Bewerbungsprozess befinden, sollte sich der Online-Lebenslauf natürlich mit den eingesendeten Unterlagen decken.

Schritt 7: Referenzen als Selbstmarketing

Nicht nur bei Selbständigen und Freiberuflern, sondern auch bei Arbeitnehmern werden Referenzen als Bestandteil der Bewerbung immer wichtiger. Je nach sozialem Netzwerk, können Sie daher entsprechende Referenzen sowie Arbeitsproben oder Auszeichnungen hinterlegen.

Schritt 8: Schlagworte für die Suchmaschinen

Schlagworte, auch Keywords genannt, sind sowohl für externe als auch die netzwerkinternen Suchmaschinen wichtig, damit Sie gefunden werden können. Nutzen Sie daher Ihre wichtigsten Kenntnisse, Fähigkeiten, Erfahrungen sowie Arbeitsfelder und Ihre Branche als entsprechendes Schlagwort. Versetzen Sie sich dafür in die Lage des Personalers: Nach welchen Begriffen würden Sie an seiner Stelle suchen, um genau Sie zu finden?

Schritt 9: Ein Titel, der zum Lesen anregt

Welche Artikel lesen Sie am ehesten in einer Zeitung oder einem Online-Magazin? Vermutlich diejenigen, welche Ihnen vom Titel – und vielleicht den ersten ein bis zwei Sätzen – her am interessantesten erscheinen. Genauso verhält es sich auch mit Ihrem Online-Profil. Die Headline sollte informativ und professionell, dennoch aber kreativ und individuell sein. Versuchen Sie also mit so wenigen Wörtern wie möglich herauszustellen, was Sie besonders macht. Gerne können Sie hierfür ein wenig in den Profilen Ihrer Kontakte stöbern und sich inspirieren lassen.

Schritt 10: Der berühmte rote Faden

Jeder Lebenslauf sollte einen roten Faden haben
Vermutlich können Sie es nach all unseren Artikeln und Ratgebern zum Thema „Bewerbung“ schon gar nicht mehr hören: Doch ja, auch Ihr Online-Profil benötigt den berühmten roten Faden. Sollten Sie sich im Bewerbungsprozess befinden, muss dieser natürlich derselbe sein, wie in Ihren eingesendeten Unterlagen auch.

Schritt 11: Vor der Veröffentlichung Korrektur lesen

Nun sind Sie eigentlich schon fertig, doch bevor Sie auf „veröffentlichen“ drücken, sollten Sie Ihr gesamtes Profil noch einmal Korrektur lesen. Noch besser ist es, wenn Sie ein oder zwei andere Personen über Ihr Online-Profil sehen lassen, da Sie selbst früher oder später „betriebsblind“ werden. Dabei geht es natürlich einerseits um die korrekte Rechtschreibung und Grammatik, andererseits aber auch um die Richtigkeit und Attraktivität der gemachten Angaben.

Schritt 12: Ehrlich währt am längsten

Apropos Richtigkeit der Angaben: Natürlich gilt auch in Ihrem Online-Profil die Devise der absoluten Ehrlichkeit. Gerade im Internet lassen sich nämlich Angaben mit nur wenigen Klicks überprüfen und auch der klassische Anruf beim vorherigen Arbeitgeber gehört bei vielen Personalern immer noch zur alltäglichen Praxis.

Schritt 13: Nur ein Klick und Sie erreichen die ganze Welt

Endlich ist es so weit: Sie können Ihr Profil veröffentlichen. Es braucht nur einen Klick und schon sind Ihre Angaben für quasi die ganze Welt, zumindest aber für alle Personen in dem entsprechenden sozialen Netzwerk, abrufbar. Sie werden also fortan so viele Menschen mit Ihrem Online-Profil erreichen, wie das mit der klassischen Bewerbung absolut undenkbar wäre. Wer weiß, welche Chancen sich daraus für Sie ergeben…

Schritt 14: Aktualität ist im Internet das A und O

Mit der Veröffentlichung ist die Arbeit allerdings noch nicht getan. Gerade im schnelllebigen Netz ist Aktualität nämlich besonders wichtig. Bringen Sie daher Ihr Online-Profil in regelmäßigen Abständen, spätestens aber bei wichtigen Änderungen, auf den neuesten Stand der Dinge.

Schritt 15: Netzwerke sind zum Netzwerken da

In dem sozialen Netzwerk sollten Sie natürlich auch die Chance zum Netzwerken nutzen. Treten Sie daher Gruppen bei, die für Ihre Tätigkeit oder Branche relevant sind und versuchen Sie sich aktiv in der Community zu beteiligen. Beachten Sie aber, dass Ihre Profilbesucher unter Umständen sehen können, in welchen Gruppen Sie Mitglied sind sowie eventuell Ihre dortigen Kommentare und Beiträge. Auch hier gilt daher: Im Zweifelsfall ist Reden Silber und Schweigen Gold.

Xing, LinkedIn, Facebook oder Google+?

Legen Sie jetzt los! Sie sind noch nicht überzeugt oder haben Schwierigkeiten damit, sich zwischen Xing und LinkedIn zu entscheiden? Dann sollte Ihnen die folgende Infografik weiterhelfen. Wir wünschen viel Spaß und Erfolg mit Ihrem Online-Profil.
Infografik: Die Deutschen und soziale Netzwerke | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

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