Wer sich zu benehmen weiß, hat bessere Karrierechancen. Das ist das Ergebnis von mehreren Studien unter Arbeitnehmern.

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Damit sind nicht Kriechertum und Unterwürfigkeit gemeint, sondern ganz normales Taktgefühl und eine natürliche Höflichkeit. Gehen Sie mit Untergebenen genau so freundlich und verbindlich um wie mit Ihren Kollegen und Vorgesetzten – es wird nicht unbemerkt bleiben. Aber wenn Sie sich auch nur einmal richtig daneben benehmen, macht es schnell die Runde. Das Ansehen sinkt, und Sie müssen lange kämpfen, ehe Sie wieder ganz für voll genommen werden.

Am besten behandeln Sie jeden an Ihrem Arbeitsplatz so, wie Sie selbst behandelt werden möchten: respektvoll, wertschätzend, aber distanziert.

Es ist nicht immer ganz leicht, im Alltagsstress einen kühlen Kopf zu behalten, aber es lohnt sich – nicht nur im Hinblick auf das Weiterkommen.

Dieselben Studien zum Thema Umgangsformen am Arbeitsplatz zeigen: Korrektes Benehmen fördert das Betriebsklima. Höfliche Kollegen sind – wen wundert’s – beliebter als Ganztagsmuffel, man traut ihnen mehr und vertraut ihnen auch eher. Wer respektvoll behandelt wird, fühlt sich im Job wohler. Eine Weisheit, die zwar viele Arbeitnehmer kennen, nach der Beförderung jedoch manchmal aus dem Auge verlieren.

Der gute Ton im Büroalltag

Sicherlich ist es im Job manchmal angebracht, bestimmt aufzutreten, wenn Sie sich durchsetzen wollen. Ein zu forsches Verhalten jedoch hat schon Einstellungsgespräche platzen lassen, selbst wenn die Qualifikation des Bewerbers genau passte. Bereits die Form der Begrüßung zeigt, ob Sie Schliff besitzen. Meist merken Sie selbst innerhalb von Sekunden, ob Ihnen jemand sympathisch ist, genau so geht es Ihrem Gegenüber auch. Unter Business-Partnern reicht man sich kurz und kräftig die Hand, langes Händeschütteln ist nicht angebracht in der Arbeitswelt. Dabei sehen Sie Ihrem Gesprächspartner in die Augen und signalisieren damit Interesse und Respekt. Empfangen Sie einen Besucher, stehen Sie auf und bringen damit zum Ausdruck, dass Sie sich für ihn in Bewegung setzen. Die Kommunikation kann auf Augenhöhe verlaufen. d. h. gleichberechtigt.

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Schluss mit den schlechten Angewohnheiten am Telefon

Auch fürs Telefonieren gibt es so etwas wie einen Knigge, jedenfalls im beruflichen Umfeld. Ob I-Phone, Headset oder Schnurlostelefon – bei einem Telefonat sollte weder gegessen, getrunken, geraucht oder laut mit Papier geraschelt werden. Auch Nuscheln oder jemanden in der Leitung hängen lassen, zeugt von keiner guten Kinderstube. Völlig tabu sind überhebliche Sätze wie “Das ist falsch …” oder “Nun passen Sie mal auf …” Wenn Sie bei solchen Fauxpas ertappt werden, rutschen Sie garantiert einige Plätze runter im Ranking der Kandidaten für die Beförderung.

Verhalten Sie sich so professionell wie möglich am Telefon, denn viele Geschäfte werden auf diesem Wege angebahnt. Verwenden Sie keine Phrasen, wie sie im Call Center oder bei Vertretern gedroschen werden. Vermeiden Sie Floskeln wie “Was kann ich für Sie tun?” und sprechen Sie Ihren Gesprächspartner nicht ständig mit seinem Namen an. Bei wichtigen Kundengesprächen sollten Sie hochkonzentriert sein. Sie können das Telefonat steuern, indem sie offene Fragen stellen, die eine umfangreichere Antwort provozieren als Ja oder Nein.

Mit wem Sie auch immer sprechen müssen, rufen Sie nie jemanden an, wenn Sie voll im Stress sind oder ärgerlich. Falls ein Telefonat eingeht, bitten Sie darum, innerhalb der nächsten 30 Minuten zurückrufen zu dürfen. Atmen Sie durch, lächeln Sie mit allen zur Verfügung stehenden Kräften, stehen oder sitzen Sie entspannt mit dem Telefon in der Hand – Ihre Stimme wird freundlich und natürlich klingen. Wer ins Telefon brüllt, kommt dominant rüber, wer betont leise redet, wird als unsicher eingeschätzt. Heikel sind häufig telefonische Absagen – mancher Anrufer fühlt sich brüskiert von einer negativen Aussage. Versuchen Sie deshalb, auch Absagen so positiv wie möglich zu formulieren.

Wie man andere zu besserem Benehmen “erzieht”

Besonders unbeliebt unter den Kollegen oder bei Teamworkern sind meistens die notorischen Zuspätkommer, vor allem dann, wenn sie mit fadenscheinigen Ausreden aufwarten. Ein probates Mittel, damit sich ggf. etwas ändert: Nichts sagen außer “Guten Tag” oder “Guten Morgen” und dem Nachzügler für die nächsten zehn Minuten keine Aufmerksamkeit schenken. Es hat sich auch als heilsam erwiesen, wenn alle Anwesenden verstummen, sobald der Zuspätkommer erscheint. Schaut ihm die gesamte Runde schweigend zu, wie er sich hinsetzt, seine Unterlagen hervorholt und ordnet, muss es sich schon um einen sehr abgebrühten Zeitgenossen handeln, wenn ihm das nicht peinlich ist.