Sie ist der heimliche Star unter den neuen Bewerbungsformen im Zeitalter des Web 2.0 – doch wer glaubt, bei einer Online-Bewerbung keine Fehler machen zu können, muss sich schnell eines Besseren belehren lassen.

Denn tatsächlich kann man bei einer Internet-Bewerbung unzählige Kleinigkeiten falsch machen, die im besten Fall zu einem Stirnrunzeln bei dem potenziellen Vorgesetzten führen werden. Im schlimmsten Fall sorgen sie dafür, dass man trotz bester Qualifikation eine Absage erhält. Die heiß begehrte Stelle geht damit an die Konkurrenz. Eine Auflistung der wichtigsten Fehler zeigt, was man falsch machen kann – und wie man diese Tücken vermeidet.

1. Schlamperei ist eigene Schuld

Kleine Flüchtigkeitsfehler kommen in jeder Bewerbung vor, sei es in einer Online-Bewerbung oder bei der klassischen schriftlichen Form. Rechtschreibfehler müssen allerdings einfach nicht sein, mit der nötigen Sorgfalt und einem guten Rechtschreibprogramm lassen sie sich schnell und ohne große Komplikationen vermeiden.

2. Die falsche Mailadresse

Verschickt man eine Bewerbung per Mail, hat die Mailadresse eine größere Aussagekraft, als dem Bewerber vielleicht lieb sein könnte. In jedem Fall verwendet man eine seriöse Adresse, die aus dem Vornamen und dem Nachnamen besteht. Im Zweifel ist es besser, eine neue Adresse anzulegen, als eine zweideutige Anschrift zu verwenden, denn sie ist immer kontraproduktiv.

3. Ein eindeutiger Betreff ist Pflicht

In der Betreffzeile der E-Mail muss ein aussagekräftiger Betreff stehen. Die ausgeschriebenen Position, der Standort und eine Kennziffer aus der Stellenanzeige, falls diese vorhanden ist, helfen dem Ansprechpartner, die Bewerbung zuzuordnen. Das erhöht die Chance, nicht gleich im virtuellen Papierkorb zu landen.

4. Der Anhang sprengt das Postfach

So wichtig eine aussagekräftige Bewerbung ist, so sehr gilt es, die Anlagen überschaubar zu halten. Der gesamte Anhang sollte drei MB nicht überschreiten, damit sie von dem Postfach des Empfängers angenommen wird. Viele Firmen begrenzen die Annahmekapazität der E-Mail-Postfächer, und für den Empfänger ist es ärgerlich, wenn seine E-Mail durch einen umfangreichen Anhang gesperrt wird.

5. Zu viele Anlagen

Im besten Fall fasst man alle Dokumente in einer Datei zusammen. Das erleichtert dem Personalchef die Zuordnung, außerdem bleibt die Bewerbung überschaubar.

6. Das Anschreiben als separater Anhang ist überflüssig

Besonders beliebt ist es, das Bewerbungsschreiben als Anhang zu verschicken. Doch weitaus effizienter und von den Personalchefs bevorzugt ist es, dieses Anschreiben in die E-Mail selbst zu schreiben, damit letztlich nur ein Anhang versendet werden muss.

7. Ein professionelles Bewerbungsfoto

Auch bei der Online-Bewerbung gilt es, auf das Foto zu achten. Digitale Schnappschüsse sind absolut verpönt, denn das Bewerbungsfoto hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Es muss in jedem Fall von einem professionellen Fotografen gemacht werden, hier unterscheidet sich die Online-Bewerbung nicht von der klassischen schriftlichen Form.

8. Massenanschreiben sind verboten

Einer der größten Fehler in einer Online-Bewerbung sind Massenanschreiben. Wer es sich leicht machen will und ein standardisiertes Anschreiben verwendet, das lediglich zu kopieren ist, findet sich mit der Bewerbung schnell dort wieder, wo man auf keinen Fall hin möchte: im virtuellen Papierkorb. Ein erfahrener Personaler erkennt sofort, ob ein standardisiertes Anschreiben verwendet wurde oder ob der Kandidat individuell formuliert hat.

9. Sammeladressen gehen unter

Ganz wichtig ist es, die richtige Mail-Adresse des jeweiligen Ansprechpartners zu finden, sie ist ebenso relevant wie der korrekte Name. Wer seine Unterlagen an die Zentrale schickt, muss damit rechnen, dass sie niemals bei dem richtigen Ansprechpartner ankommen. Im Idealfall findet man deshalb heraus, wer dieser Ansprechpartner ist, damit sein Name auch korrekt in der Bewerbung steht. Ebenso erfragt man die genaue Mail-Adresse, um ganz sicher zu sein, dass die Online-Bewerbung auch genau bei diesem Ansprechpartner ankommt.

10. Nicht richtig informiert

Die Online-Bewerbung greift zwar immer mehr um sich und viele Firmen bevorzugen diese Form der Bewerbung, doch es ist ratsam, sich eingehend über diese noch recht junge Form der Bewerbung zu informieren. Wer sich unsicher ist und an der einen oder anderen Stelle nicht weiß, wie man eine Online-Bewerbung richtig durchführt, informiert sich im Idealfall zuvor, um den kleinen und großen Fettnäpfchen aus dem Weg zu gehen. Damit hat man die Gewissheit, nicht einen unvermeidbaren Fehler zu begehen, der am Ende das Vorstellungsgespräch kosten könnte.

Natürlich gelten alle Regeln nicht nur für die Online-Bewerbung, wenn sie per E-Mail verschickt wird. Viele Unternehmen bieten eine eigene Internetpräsenz an und stellen darüber die Möglichkeit zur Verfügung, eine Online-Bewerbung einzugeben. Auch für diese Form der Kontaktaufnahme ist die nötige Sorgfalt angebracht, damit eine Internet-Bewerbung den gleichen Erfolg hat wie die klassische Bewerbungsmappe, die heute fast ausgedient hat. Beachtet man diese Kleinigkeiten, ist eine online abgegebene Bewerbung ein effektiver und kostensparender Weg, auch mehrere Unternehmen anzuschreiben, solange die Individualität jeweils gewahrt bleibt. So effektiv diese Form der Kommunikation aber ist, so sehr muss man wissen, dass die Personaler der Unternehmen unzählige Anschreiben von interessierten Kandidaten erhalten – und deshalb ist bei aller Effizienz der Online-Bewerbung manchmal etwas Geduld angesagt, wenn es mit der Antwort nicht so schnell klappt, wie sich das der ehrgeizige Kandidat erhofft hatte.

1 Kommentar

  1. Ein gelungener Artikel. Nur beim Anschreiben als Anhang möchte ich noch ergänzen, dass beim Anschreiben als Mailtext auf Formatierungen verzichtet werden sollte. Hier können beim Empfänger recht unliebsame und unleserliche Ergebnisse ankommen, wenn der Mailtext aufwendig formatiert wird.

    Dieses Argument spricht auch dafür, dass man als Anhang Anschreiben und Lebenslauf (evtl. 1 oder 2 wichtige Zeugnisse) in einer pdf-Datei mitschickt. Dann hat der Empfänger auch nur eine Datei zum öffnen, alles an einem Ort und in einem einheitlichen Layout.

    Im Mailtext sollte aber auf jeden Fall auch eine Telefonnummer als Kontaktmöglichkeit angegeben werden.

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