Eine Bewerbungshomepage macht sich gut, wenn man auf dem Weg zum neuen Job andere Wege gehen möchte. Sie kann positiv auffallen, sie kann dem Leser einen echten Mehrwert bieten, und sie kann dafür sorgen, dass sich der potenzielle neue Mitarbeiter deutlich von anderen Bewerbern abhebt. Doch zwei Voraussetzungen sind dafür wichtig: Der Bewerber muss sich authentisch präsentieren, und die Homepage muss gut gemacht sein.
Junge Frau am PC.

Was ist eine Bewerbungshomepage?

Eine Bewerbungshomepage fasst die Unterlagen einer schriftlichen Bewerbung oder eines Online-Formulars noch einmal zusammen und präsentiert sie in einer anderen optischen Form. Dabei enthält sie neben den Kontaktdaten noch alle anderen wichtigen Informationen des Bewerbers, so zum Beispiel seine beruflichen Kompetenzen, seinen Lebenslauf, seine Aus- und Weiterbildungen und seine Sprachkenntnisse. Eine Bewerbungshomepage kann auch verwendet werden, Arbeitsproben bereitzustellen, wenn das für die zukünftige Arbeitsstelle interessant ist.

Welche Vorteile bietet die Bewerbungshomepage?

Eine Bewerbungshomepage hat noch nicht in allen Branchen Einzug gehalten, doch gerade in der IT- oder der Multimediabranche nimmt der Stellenwert einer eigenen Internetpräsenz als Medium für eine aussagekräftige Bewerbung zu. Doch auch in anderen Branchen dürfen Bewerber mit einer eigenen Homepage mit Aufmerksamkeit rechnen, ist die eigene Internetseite doch eine einerseits aufwändige, andererseits aber auch individuelle Art und Weise, seine Bewerbungsunterlagen zu präsentieren. Ist eine professionelle Selbstdarstellung für einen bestimmten Beruf als Kompetenz vorausgesetzt, kann schon mit der Bewerbungspräsenz im Internet ein erster wichtiger Pluspunkt gesammelt werden. In jedem Fall zielt die Homepage darauf ab, eine aussagekräftige Botschaft zu übermitteln, Interesse zu schaffen und die Kontaktaufnahme herbeizuführen.

Damit eine eigene Internetpräsenz die gewünschten Vorteile bringt, muss sie dem zukünftigen Vorgesetzten oder seinem Personalchef vor allem eines bieten: einen echten Mehrwert. Anhand der Homepage wird ein erfahrener Personaler erkennen, ob sein Kandidat fachlich versiert im Umgang mit dem Internet ist. Er wird herausfinden, ob er kreativ ist und ob er sich überzeugend darstellen kann. Gerade für Arbeitszeugnisse größeren Umfangs ist eine Homepage gut geeignet. Arbeitsproben können dort perfekt hinterlegt werden und bieten einen soliden Einblick, wie es um das Wissen und die Fähigkeiten des Bewerbers bestellt ist. Umgekehrt bedeutet das auch, dass eine Homepage nur sinnvoll ist, wenn man solche umfangreichen Unterlagen bereitstellen kann und will. Wer Arbeitsproben nicht über das Internet anbieten möchte, sollte davon Abstand nehmen, denn dann bietet eine Homepage keinen Mehrwert, so dass ein zukünftiger Vorgesetzter gut darauf verzichten kann. In diesem Fall macht der fehlende Mehrwert vielleicht sogar eher einen schlechten Eindruck.

Wie soll die Bewerbungshomepage aussehen?

Das oberste Gebot lautet: Die grafische Gestaltung muss passend sein, sie muss für Sympathie und Vertrauen sorgen und den potenziellen Arbeitgeber von Anfang an überzeugen.

Damit kann das Layout zur eigentlichen Herausforderung werden, denn was spricht den zukünftigen Vorgesetzten am meisten an? Wie stellt man sich professionell und kompetent dar? Und welche Angaben sollten auf einer Bewerberhomepage enthalten sein?

Zum einen sollte auf der ersten Seite ein netter Begrüßungstext zu finden sein. Darin sollten die Anschrift und das Geburtsdatum enthalten sein, auch die weiteren Kontaktdaten wie Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Webadresse dürfen hier veröffentlicht werden. Weitere dringend nötige Angaben sind dann die Details der schulischen und beruflichen Ausbildung, der Berufserfahrung und besonderer Kenntnisse. Dazu gehören auch Sprachkenntnisse oder alles, was den Bewerber von der breiten Masse abhebt. Auch außergewöhnliche Hobbys dürfen erwähnt werden, wenn sie im Bezug zur beruflichen Tätigkeit stehen. Abgerundet wird die inhaltliche Darstellung durch ein ansprechendes Bewerbungsfoto, einen kompakten Lebenslauf und durch Zeugnisse aller Art. Besonders vorteilhaft machen sich dabei geeignete Arbeitsproben, die sehr gut auf der Homepage hinterlegt werden können. Nicht vergessen darf man das vollständige Impressum mit allen erforderlichen Angaben.

Schafft man dann noch ein professionelles Layout, ist ein guter Schritt auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch geschafft. Die optische Erscheinung sollte an dem Image der Firma ausgerichtet sein. Geht es um ein junges, kreatives Unternehmen, darf die Gestaltung schon einmal etwas anders ausfallen als in einer etablierten Rechtsanwaltskanzlei.

Eine gute Bewerberhomepage kann so aussehen:

Beispiel einer Bewerbungshomepage

– http://www.arbeitundpersonal.de/menue_links/arbeitnehmer/bewerbungs-homepage/homepage-button-gewitter/home.html

Ein weiteres Beispiel für eine gelungene Bewerbungshomepage ist die Seite von Ingrid von Koslowski (IT-Trainerin und Jobcoach):

Bewerbungshomepage von Frau Koslowski

http://www.unterricht-am-eigenen-computer.de/

Checkliste: Was gilt es zu beachten, was ist zu vermeiden?

1. Eine Bewerberhomepage muss individuell sein. Ein zusätzliches aussagekräftiges Anschreiben mit einem Kurzlebenslauf ist empfehlenswert und erhöht die Chancen, bei dem zukünftigen Vorgesetzten für Aufmerksamkeit zu sorgen.2. Die Seite muss echten Mehrwert bieten. Dazu gehören ein vollständiger und lückenloser Lebenslauf, die wichtigsten Arbeitszeugnisse sowie Arbeitsproben, sofern diese vorliegen und zielführend sind. Die Internetpräsenz sollte einen Einblick in das Können des Bewerbers liefern. Ist man fachlich nicht versiert, wählt man besser ein anderes Medium.3. Alle Dateien sollten auch als Download (z. B. aufbereitet als PDF) vorhanden sein.4. Die Internetseite muss nutzerfreundlich sein. Jeder Nutzer sollte auf einen Blick die wesentlichen Inhalte finden. Dazu muss die Seite übersichtlich sein, und sie muss sich auf das Wesentliche konzentrieren.

5. Ganz wichtig: Die Kontaktmöglichkeiten müssen vollständig sein. Dazu gehören die Postadresse, die E-Mail-Adresse und die Telefonnummer. Auch ist aus rechtlichen Gründen ein Impressum zwingend notwendig.

6. Die Homepage muss zum Bewerber passen. Sie soll dem zukünftigen Vorgesetzen einen schnellen Überblick über seinen Kandidaten verschaffen, doch gleichzeitig muss sie immer zur ausgeschriebenen Stelle passen.


6 Kommentare

  1. Stefanie Krause

    Hallo, ich bin bei dieser Methode etwas skeptisch, weil wo bleibt denn da der Datenschutz? Bei offiziellen Jobbörsen ist man doch sicherer aufgehoben. LG Steffi

  2. Da freut sich doch jeder Trainer, wenn seine Webseite weiter empfohlen wird. DANKE!

    Ich möchte dazu noch anmerken:

    “Wer viel Zeit und Mühe in seine Internet-Profile gesteckt hat, möchte sie alle zeigen. Viele Profil-Adressen in eine Bewerbungsmappe aufzunehmen, hat aber nicht viel Sinn. Auf about.me können mehrere Profile zu einem Gesamtprofil gebündelt werden. Diese Adresse könnte dann auch als Hinweis für die Personalabteilung des Unternehmens mit in die Bewerbung.”

  3. Bei dem zweiten Profil fehlt der Lebenslauf, oder ich habe ihn nicht gefunden. Beim “Ausbilderprofil” kommt man zu Malvorlagen für Kinder! Und die Pop-Ups sind unangenehm.

    Da ist die grafisch zwar langweiligere Seite von “Karl Mustermann” doch besser, oder?

  4. Sehr geehrter Herr Mike, dies ist auch keine Bewerbungs-Homepage, sondern ein Homepage-Muster.

    Eine Bewerbungs-Homepage mit Lebenslauf und echten Referenzen (nicht nur Arbeitsproben) sollte vielleicht ein Passwort enthalten?

    Siehe z. Bsp. http://bewerbung.ingrid-von-koslowski.de/

    (Der Zugang zu meiner Bewerbungs-Homepage erfordert
    einen Benutzernamen und ein Kennwort.)

    Bei Interesse finden Sie weitere Beispiele und Vorlagen in meinem Blog. Siehe auch die Informationen in diesem Artikel.

    Eine Bewerbungshomepage ist eine interessante Alternative zur klassischen Bewerbungsmappe.
    In vielen Branchen ist eine eigene Bewerbungs-Homepage sinnvoll. Sie zeigt, wie versiert der Bewerber mit dem Medium Internet umgeht und wie kreativ er ist, sich überzeugend im Internet zu präsentieren.

    Darüber hinaus eignet sich eine Bewerbungs-Homepage besonders gut dafür, große Dateien, Arbeitszeugnisse, Referenzen und Arbeitsproben passwortgeschützt zur Ansicht und zum Download zu hinterlegen.

    Einige der von mir vorgestellten Muster-Webseiten stellen keine Online Bewerbung – Webseiten dar. Sie dienen als veranschaulichendes Beispiel und gehören zu meinem Ausbilder-Profil.

    Haben Sie vielleicht auch ein Beispiel für uns, welches wir begutachten dürfen 😉

  5. Sehr geehrte Frau Koslowski,

    sollte man bei einer Bewerbungshomepage auch eine Art Bildergalerie einfügen? Vielleicht auch mit ein paar privaten Bildern, Familie etc.?

    Grüße
    Melanie

  6. Hallo Melanie,

    private Bilder mit Familie würde ich einer Bewerbungshomepage nicht mit zufügen.

    Wenn Sie jedoch bereits öffentliche Internet-Profile haben, vielleicht eine private Homepage, ein Xing-Profil oder eine Fan-Page bei Facebook mit vorstellen möchten, dann gibt es noch eine kostenfreie Alternative.

    Mit about.de können Sie zum Beispiel alle Ihre Internet-Profile zu einer Internet-Präsenz zusammenfügen.

    Diese Internetadresse könnten Sie vielleicht als Hinweis für die Personalabteilung des Unternehmens mit in Ihrer Bewerbung angeben.

    Ich habe das einmal getestet:

    http://about.me/ingridvonkoslowski/ – about.de ist kostenlos und es dauert nur wenige Minuten um eine eigene Web-Visitenkarte zu erstellen.

    Einfach registrieren und schnell können Sie Ihre persönliche Seite im Internet vorstellen.

    (Mir gefällt zum Beispiel diese Seite sehr gut: http://about.me/johnayers)

    Viele Grüße
    Ingrid von Koslowski

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