Im Artikel „Achtung: 5 konkrete Warnzeichen für eine drohende Kündigung“ beschäftigten wir uns bereits mit dem Thema: Welche Warnzeichen gibt es für die drohende arbeitgeberseitige Kündigung? Solltest du demnach tatsächlich den baldigen Jobverlust befürchten, haben wir jetzt hilfreiche Tipps für dich, wie du dich in dieser Situation richtig verhältst und präventiv die Armut im Falle einer Arbeitslosigkeit verhindern kannst.

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So entkommst du der „Armutsfalle Arbeitslosigkeit“

Die größte Angst der Deutschen bezüglich einer Kündigung liegt nicht einmal im Jobverlust selbst, sondern den daraus resultierenden Konsequenzen. Hier spielen psychosoziale Aspekte mit rein, vor allem aber finanzielle. Arbeitslosigkeit – für viele Betroffene bedeutet dies einen erheblichen sozialen Abstieg. Während sich die finanzielle Veränderung durch eine Abfindung oder den Bezug von ALG I in der Regel noch für einige Monate sehr gut abfangen lässt, droht spätestens mit dem Eintritt in Hartz IV oder die Sozialhilfe die Armutsfalle. Wer dann auch noch eine Familie mit Kindern zu ernähren hat oder Schulden für das Eigenheim tilgen muss, bekommt da natürlich sehr schnell Muffensausen, wenn ihn das Gefühl beschleicht, eine Kündigung könnte ins Haus stehen. Solltest du also eines oder mehrere der im Vorgängerartikel genannten Warnzeichen für einen eventuell drohenden Jobverlust bemerken, gilt es zwei wichtige Strategien zu fahren:

  1. Schreibe Bewerbungen und begebe dich aktiv auf Jobsuche.
  2. Sichere deine finanzielle Situation so gut wie möglich ab.

Wie genau du dich demnach bei einer anstehenden Kündigung verhalten sollten, haben wir Ihnen im Folgenden zusammengefasst:

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Schritt 1: Suche das Vieraugengespräch

Solltest du eine arbeitgeberseitige Kündigung befürchten, gibt es immer noch die Möglichkeit, dass es sich hierbei um nichts anderes als ein großes Missverständnis handelt. Suche daher, wenn möglich, erst einmal das Vieraugengespräch mit deinem Vorgesetzten oder versuche eventuelle Konflikte durch einen Mediator zu lösen. Auch eine interne Versetzung kann für dich infrage kommen, wenn es deiner Abteilung zum Beispiel derzeit an Aufträgen mangelt oder du dich im Team nicht (mehr) wohlfühlst. Bemühe dich daher erst einmal um eine interne Lösung der Situation, bevor du übereilt handeln.

Schritt 2: Verschaffe dir einen finanziellen Überblick

Im zweiten Schritt solltest du dir einen Überblick über deine finanzielle Situation verschaffen. Dies ist selbst dann sinnvoll, wenn du schlussendlich doch deinen Job behältst. Es kann schließlich nicht schaden, die Einnahmen und Ausgaben im Blick zu haben und sich ein finanzielles Polster für schlechte Zeiten anzulegen. Im Leben bist du nun einmal nicht gefeit vor der Arbeitslosigkeit, sei es aus betrieblichen Gründen oder aufgrund einer eintretenden Erkrankung. Vorsorge ist ja bekanntlich besser als Nachsorge, also wirf jetzt einen Blick in deine Kontoauszüge, Versicherungspolicen oder Tilgungspläne und erstelle einen kompletten Überblick über deine Finanzen.

Schritt 3: Spare, solange es noch möglich ist

Natürlich möchtest du dich für deine Arbeit mit einem Urlaub am schönen Sandstrand belohnen und mit einem flotten Flitzer durch die Straßen düsen anstelle einer alten Schrottkiste. Dennoch: Könnte demnächst eine Kündigung im Briefkasten liegen, ist es dringend an der Zeit zum Sparen, solange es noch möglich ist. Musst du nämlich erst einmal vom Arbeitslosengeld oder einer Abfindung leben, sind demnächst keine großen Sprünge mehr möglich. Und selbst, wenn du schnell einen neuen Job findest, ist noch nicht garantiert, dass du hierbei auf demselben Gehaltsniveau eingestellt wirst wie zuvor.

Sparen – das ist übrigens auch dann ein guter Tipp, wenn du dir deiner Arbeitsstelle (noch) sicher bist. Wie bereits erwähnt, können stets unvorhergesehene Situationen mit finanziellen Auswirkungen eintreten, wie zum Beispiel eine Langzeiterkrankung mit dem vorübergehenden Bezug von Krankengeld oder sogar der krankheitsbedingten Kündigung. Auf einem finanziellen Polster lässt es sich einfach ruhiger schlafen und du musst ja nicht gleich ganz auf den Urlaub verzichten, sondern entscheidest dich doch dieses Jahr einfach für die Ferienwohnung anstelle des 5-Sterne-Wellness-Hotels.

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Schritt 4: Begebe dich aktiv auf Jobsuche

Nun, da du dich finanziell so gut wie möglich abgesichert hast, gilt es die Jobsuche aktiv in Angriff zu nehmen. Durchforste Stellenausschreibungen, setze Bewerbungen auf und schreibe infrage kommende Unternehmen initiativ an. Auch soziale Netzwerke sind heutzutage für die Jobsuche unerlässlich. Demnach gaben in einer bei Statista veröffentlichten Studie 67 Prozent der Befragten an, dass ihnen Social Media bei der Jobsuche helfe. 61 Prozent der Studienteilnehmer nutzen die sozialen Netzwerke zudem, um sich vor einem Bewerbungsgespräch über den Arbeitgeber zu informieren.

Statistik: Bedeutung von Social Media bei der Jobsuche in Deutschland im 1. Quartal 2011 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Eine Jobsuche kann unter Umständen langwierig sein und dutzende, vielleicht sogar hunderte versandte Bewerbungen erfordern. Je früher du daher mit der Stellensuche beginnst, umso schneller wird sie von Erfolg gekrönt sein. Hierfür musst du nicht erst die Kündigung durch den Arbeitgeber abwarten. Während du allerdings noch in einem Arbeitsverhältnis bist, gilt es beim Bewerbungsprozess besondere Vorsicht walten zu lassen. Eine Empfehlung unsererseits ist in diesem Fall die anonyme Zielgruppen Kurzbewerbung.

Schritt 5: Kontakte knüpfen als „Vitamin B“

Wenn du dich allerdings nur auf dem öffentlichen Stellenmarkt bewegen, sprich sich auf öffentlich ausgeschriebene Stellenanzeigen bewerben, verschenkst du damit große Jobchancen. Rund 70 Prozent aller vakanten Stellen werden nämlich unter der Hand vergeben, ohne jemals öffentlich zugänglich zu sein. Anstatt also gegen 95 Prozent der Konkurrenten um 30 Prozent der Stellen zu kämpfen, bewege dich lieber auf dem verdeckten Stellenmarkt, gemeinsam mit gerade einmal fünf Prozent aller Bewerber, wo sich aber etwa 70 Prozent aller vakanten Stellen verstecken. Deine Devise sollte daher lauten: Knüpfe so viele neue Kontakte wie irgend möglich, in deinem (Noch-) Unternehmen sowie extern, zum Beispiel auf Messen, Events oder auch über Internetforen und Social Media Plattformen.

Lese-Tipps:

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Extra-Tipp: Nebenjob als Überbrückung bis zum Traumjob

Auch aus einem eigentlichen Nebenjob kann sich unter Umständen eine neue Karriereperspektive entwickeln. Wir geben Ihnen daher zum Schluss noch einen echten Geheimtipp mit auf den Weg: Solltest du nicht direkt deinen Traum- oder überhaupt einen Vollzeitjob finden, begnüge dich zur Überbrückung doch erst einmal mit einer Teilzeit- oder Aushilfsstelle. Auch hier knüpfst du schließlich wichtige Kontakte, verhindern das Entstehen von Lücken im Lebenslauf und kannst deine finanzielle Situation ein wenig aufbessern. Oder aber du nutzt die neugewonnene Freizeit, um endlich den lang erträumten Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Wer nichts mehr zu verlieren hat, kann schließlich nur noch gewinnen. Wir drücken dir die Daumen, wünschen dir viel Erfolg und freuen uns auf deine Anregungen, Tipps und persönlichen Erfahrungen in den Kommentaren.

Bildnachweis: Andrea Piacquadio/Pexels.com

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