Die Belastbarkeit eines Mitarbeiters bemisst sich daran, ob er in schwierigen Situationen gelassen bleibt und auch im allgemeinen Stress die gewohnt guten Leistungen zeigt. Leute, die das drauf haben, sind begehrt in den Firmen. 

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Wie vermitteln Sie Ihre Belastbarkeit bei einer Bewerbung?

Eine Schweizer Untersuchung hat ergeben, dass die am häufigsten geforderten Eigenschaften bei Fachkräften Selbstständigkeit, Flexibilität und Teamfähigkeit sowie Belastbarkeit heißen. Robuste Mitarbeiter, die in der Lage sind, unter Druck einen kühlen Kopf zu bewahren, gelten als belastbar. Sie sind nicht nur in unterbesetzten Teams und in Betrieben mit hohem Auftragsvolumen willkommen. Welche Anforderungen aber verbergen sich hinter dem Begriff “Belastbarkeit”, der in vielen Jobausschreibungen zu finden ist? Und anhand welcher Beispiele dokumentiert ein Bewerber seine Stressresistenz bereits im Bewerbungsschreiben und im persönlichen Gespräch?

Wenn Sie zu denen gehören, die auch dann nicht das Ziel aus den Augen verlieren, wenn sie unter Zeitdruck geraten, ist dies ein Beweis Ihrer Belastbarkeit – vor allem wenn sich Ihre Ergebnisse sehen lassen können. Ein belastbarer Mitarbeiter beweist starke Nerven sowie Durchsetzungsvermögen und schafft es z. B., den eigenen Standpunkt selbst dann konsequent zu vertreten, wenn alle anderen bereits schwimmen. Er lässt sich bei Bedarf sogar zeitlich stärker einspannen, als es der Arbeitsvertrag vorsieht – aber er ist nicht so unsicher, dass er pausenlos arbeitet und rund um die Uhr erreichbar ist. Von solchen Zusagen ist abzuraten. Wer sich keine Pausen gönnt, zeigt nur, dass er sein Pensum nicht schafft.

Belastbarkeit ist ein Synonym für “Druck aushalten”

Wenn Ihnen das nichts ausmacht, sind Sie für viele Arbeitgeber die richtige Wahl. Allerdings sollte es sich um arbeitsbedingten Druck handeln und nicht um Willkür seitens Vorgesetzter. Sie können beispielsweise Ihre Erfahrungen im Familienmanagement anführen, das Sie neben einem Fulltime-Job bewältigt haben. Wichtig für Bewerber ist das Selbstvertrauen in die eigene Belastbarkeit. Prüfen Sie sich, ob Sie unter der Voraussetzung, dass diese von Ihnen eingefordert wird, den Job wirklich annehmen wollen. Überlegen Sie auch, ob Sie dafür private Opfer bringen müssen, die Ihr persönliches Glück gefährden könnten.

Meistens ist die Belastbarkeit von Fachkräften im Zusammenhang mit anderen Qualitäten wie Gewissenhaftigkeit und kommunikativen Fähigkeiten erwünscht. Darunter fallen auch schnelle Auffassungsgabe und Organisationstalent – gefragt sind Mitarbeiter, die schnell mal Feuerwehr spielen, ehe die Hütte wirklich brennt. Im Assessment Center wird die Belastbarkeit häufig anhand des Tests mit dem Briefkorb geprüft: Ihr Arbeitsverhalten unter Zeitdruck, Ihr analytisches Denkvermögen und Ihre Fähigkeit, zwischen wichtig und unwichtig zu entscheiden, stehen im Mittelpunkt des Interesses.

Wer in einer Branche arbeitet, in der die Belastbarkeit eine große Rolle spielt wie z. B. im Journalismus, sollte darauf achten, dass diese Kompetenz im Arbeitszeugnis deutlich hervorgehoben wird. Damit kann ein Bewerber bei seinem nächsten Arbeitgeber ggf. punkten. In einem gut formulierten und förderlichen Zeugnis liest sich das dann so: “Darüber hinaus zeichnen Herrn/Frau X Zuverlässigkeit, Kreativität, hohe Belastbarkeit, Teamorientiertheit und Freundlichkeit gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern sowie seine/ihre ausgeprägte Auffassungsgabe aus.”

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Gehört Belastbarkeit zu den Soft Skills?

Die “weichen Fähigkeiten” oder die soziale Kompetenz wird von zahlreichen Arbeitgebern sehr hoch bewertet. Es ist immer häufiger der Fall, dass die Belastbarkeit eines Mitarbeiters in Situationen, in denen es hart auf hart kommt, zu diesen Qualitäten gezählt wird. Bewerber haben hier eine Chance, sich zu profilieren, indem sie ihre Stärken herausstreichen, die manchem Chef wichtiger sind als die rein jobspezifischen Fähigkeiten. Wichtig ist es, von Anfang an zu beweisen, dass die Einstellung und die Haltung zur Arbeit stimmen.

Zum Thema soziale Kompetenz wird der Arbeitgeber in spe seine konkreten Vorstellungen haben, die der Bewerber nicht kennt, aber anhand der Fragen, die an ihn gerichtet werden, erraten kann. Er belegt beispielsweise seinen Teamgeist anhand einschlägiger Erfahrungen und gibt dem Personalentscheider das beruhigende Gefühl, dass er ein Mitarbeiter sein wird, der sich auch mit Kollegen aus dem Ausland arrangieren und verständigen kann.

Die geforderte Belastbarkeit eines Arbeitnehmers zeigt sich auch an der Flexibilität, die er auch in stressigen Zeiten nicht verliert. Er ist sich außerdem nicht zu schade, im Notfall dafür zu sorgen, dass kein Chaos ausbricht. Beispiel: Wenn der Beamer kurz vor der Präsentation streikt, kümmert sich ein belastbarer Kollege auf dem schnellsten Weg um einen Ersatz, während die anderen vielleicht vor Nervosität unfähig sind zum Handeln.