Fernstudium KostenJedes Fernstudium ist mit Kosten verbunden, für die eine geeignete Finanzierungs-möglichkeit gefunden werden muss:

Was kostet ein Fernstudium?

Die Lehrgangsgebühren privater Fernstudienanbieter sind je nach Studiendauer, Studienabschluss, im Leistungsumfang enthaltenen Lern- und Arbeitsmitteln und Prüfungsgebühren sowie der Betreuungsform sehr unterschiedlich und schwanken zwischen 100 EUR für Einzelkurse und weit über 10.000 EUR für komplette Studiengänge. Die genaue Höhe der gesamt, monatlich oder pro Semester zu zahlenden Gebühren kann meist nur direkt beim Anbieter erfragt oder in einer zu bestellenden Informationsbroschüre eingesehen werden.

Hinzu kommen können zusätzliche Kosten für Übernachtung, Verpflegung und Fahrten mit dem eigenen Pkw oder öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn das Studienprogramm begleitende Präsenzveranstaltungen (z. B. mehrtägige Blockseminare, Wochenendkurse) an entfernten Orten vorsieht. Darüber hinaus kann Lohnausfall eine wichtige Rolle spielen, wenn ein Arbeitnehmer keinen Anspruch auf bezahlten Bildungsurlaub besitzt (z. B. in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen) und auch keinen Erholungsurlaub für die Präsenzveranstaltungen nehmen kann.

Finanzierungsmöglichkeiten

Zur Finanzierung der doch relativ hohen Kosten gibt es jedoch zahlreiche Möglichkeiten:

• Die meisten Fernstudienanbieter bieten an, die Gebühren für Ihre Fernkurse in Raten abzubezahlen.
• Studenten, die ein grundständiges Erststudium an der einzigen staatlichen (und günstigeren) FernUni Hagen oder einer staatlich anerkannten Fernakademie absolvieren, können einen Studienkredit bei einer Staats- oder Privatbank beantragen.
• Bei Berufstätigen sind auch oft die Arbeitgeber bereit, die Kosten für berufliche Weiterbildungen teilweise oder sogar komplett zu übernehmen.

Daneben kann bei einem Fernstudium unter Umständen auf staatliche Finanzierungsmöglichkeiten zurückgegriffen werden:

• Förderung beruflicher Weiterbildungen nach SGB III (Drittes Sozialgesetzbuch) / „Bildungsgutschein“

Mit dem Bildungsgutschein können Arbeitslose und Arbeitssuchende gefördert werden, wenn sie dadurch ihre beruflichen Chancen verbessern können und der Fernstudiengang von der Arbeitsagentur als förderungsfähig anerkannt wird. In diesem Fall übernimmt der Staat die kompletten Kosten inklusive Nebenkosten.

• Förderung beruflicher Aufstiegsfortbildungen nach AFBG (Aufstiegsfortbildungsgesetz)

So genanntes „Meister-BAföG“ (www.meister-bafoeg.info) können Berufstätige und Arbeitssuchende in Form von Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen bis zu einer Höhe von 10.226 EUR und Beiträgen zum Lebensunterhalt erhalten, wenn sie über eine Erstausbildung verfügen und eine Aufstiegsfortbildung via Fernstudium (z. B. Meisterkurse, geprüfter Betriebswirt oder Techniker) absolvieren möchten.

• Förderung staatlich-schulischer Ausbildungen nach BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz)

Mit BAföG (www.bafoeg.bmbf.de) können Schüler und Studenten gefördert werden, die sich mit einem Fernlehrgang auf einen staatlichen Schul- oder Ausbildungsabschluss vorbereiten, der dem an einer weiterführenden allgemein bildenden Schule (Realschule, Gymnasium und Fachoberschule), einer Fach- und Berufsfachschule, einer Abendschule, einer Fachhochschule oder einer Universität gleichgestellt ist. Allerdings werden abhängig von den Einkommens- und Vermögensverhältnissen nur Zuschüsse und Darlehen für die letzten 12 Monate und auch nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt.

• Bildungskredit

Schüler und Studenten in einer fortgeschrittenen Ausbildungsphase können darüber hinaus unabhängig von ihren Einkommens- und Vermögensverhältnissen einen zinsgünstigen Kredit bis zu einer Höhe von 7.200 EUR pro Ausbildungsabschnitt vom Staat erhalten, sofern der Fernstudiengang die Bestimmungen nach BAföG erfüllt (www.bildungskredit.de).

• Bildungsprämie

Die Bildungsprämie (www.bildungspraemie.info) ermöglicht zudem Geringverdienern mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 20.000 EUR bzw. bei Ehepaaren 40.000 EUR (neu seit April 2009), ein Fernstudium zu absolvieren. Beim „Prämiengutschein“ übernimmt der Staat bis zu 154 EUR einer arbeitsplatzübergreifenden Weiterbildungsmaßnahme pro Jahr. Durch das „Weiterbildungssparen“ können Berufstätige, die vermögenswirksame Leistungen ansparen, jederzeit Geld aus ihren Sparverträgen für Weiterbildungen verwenden, ohne auf die Sperrfrist achten zu müssen.

• Weitere Förderprogramme

Dazu zählen beispielsweise regionale Programme für Arbeitnehmer in klein- und mittelständischen Betrieben (z. B. Bildungsscheck in Nordrhein-Westfalen), die Förderung für Grundwehrdienstleistende und Soldaten nach SVG (Soldatenversorgungsgesetz), die Förderung für Zivildienstleistende durch das Bundesamt für Zivildienstleistende und Stipendien zur Begabtenförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

• Erstattung der Kosten beruflicher Weiterbildung nach EStG (Einkommensteuergesetz)

Kosten für berufsbezogene Fernstudien bzw. verbleibende Eigenbelastungen können zudem grundsätzlich in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden: Weiterbildungen im ausgeübten Beruf als Werbungskosten, andere berufliche Weiterbildungen als Sonderausgaben.

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