oder „wenn ich im Lotto gewinnen würde, wäre ich weg“ höre ich immer häufiger in Unternehmen. Doch stimmt das wirklich? Oder spiegelt sich nicht viel mehr die Erschöpfung und Selbstüberforderung unserer Gesellschaft? Die Jahre des Sich-Mühens und Kämpfens. Es könnte dazu vier Thesen geben:

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1. Es stimmt,

weil die Reaktionen der meisten Unternehmen auf wirtschaftlich schwere Zeiten in den letzten Jahren meist in eine Richtung gingen: Immer weniger Menschen mussten in immer kürzerer Zeit immer mehr leisten. Diese andauernde Arbeit am oder über dem Limit zeigt jetzt ihren Preis.

2. Es stimmt,

denn wir schuften uns kaputt für Ziele, die uns nicht glücklich machen: Bruce Headey, Ruud Muffels und Gert G. Wagner haben für das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Daten aus Australien, Großbritannien und Deutschland zum Thema Lebenszufriedenheit ausgewertet und kommen zu dem Schluss, dass soziales Engagement und Beziehungsziele langfristig zufriedener machen als materielle und Karriereziele.

3. Es stimmt nicht,

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und Sie haben sich einfach von einer wachsenden negativen Stimmung anstecken lassen. „Die Arbeit“, „der Chef“ oder „die Kunden“ können uns nicht stressen, wenn wir uns nicht stressen lassen. Es ist die Art, wie wir auf die neuen Anforderungen der Arbeitswelt reagieren. Dafür spricht, dass in der TK-Stressstudie 2013 als zweiter Hauptstressor die eigenen Ansprüche an sich selbst genannt wurden.

4. Es stimmt nicht,

wir lassen uns nur von unserer Wahrnehmung täuschen. In einer im Auftrag der DAK 2013 durchgeführten Forsa Umfrage wurde das dritte Mal in Folge die Frage gestellt, was Menschen in unserem Land stresst. Spitzenreiter ist – erwartungsgemäß – der Druck bei der Arbeit mit 51 %. Bemerkenswert ist, dass kein Wachstum stattfindet, sondern 2011 und 2012 die Zahlen bei 51 bzw. 47% lagen. Nach Ärger in der Familie und gesundheitlichen Folgen folgt erst auf Platz vier die oft im Arbeitsalltag beklagte Hektik. Sie nimmt in Zahlen objektiviert sogar ab! 44, 43, 40%. Wir scheinen uns eine Parallelwelt in unserem Kopf zu erschaffen, in der wir die sich ändernden Arbeits- und Lebensbedingungen schlechter bewerten als sie tatsächlich sind.

Geben Sie Ihrer Arbeit besser eine neue Chance

1. Nutzen Sie den Spitzenreiter in Sachen Wohlbefinden

Die Gallup-Gruppe um Tom Rath hat in weltweiten Studien herausgefunden, dass es fünf Arten von Wohlbefinden gibt. Das Tätigkeitswohlbefinden, soziales, finanzielles, physisches und Gemeinschaftswohlbefinden. Die Tätigkeit hat doppelt so großen Einfluss auf unser Gesamtwohlbefinden wie alle anderen.

2. Erwarten Sie das Glück bei Arbeit

Überprüfen Sie Ihre Einstellungen. Sind Sie dankbar, dass Sie diese Arbeit haben? Freuen Sie sich, dass Sie dort interessante Menschen treffen, diesen Schreibtisch, dieses Auto, diese Aufgabe haben? Überall wartet das Wohlbefinden auf uns – wenn wir es treffen wollen und sehen können. Denn um etwas wahrzunehmen, müssen wir es kennen und erwarten, sonst sehen wir es nicht.

3. Prüfen Sie Ihre Motivation

In der TK-Stressstudie 2013 konnte nachgewiesen werden, dass „Spaßarbeiter“ gegenüber „Broterwerbsarbeitern“ weniger erschöpft sind, nämlich jeder vierte statt jeder zweite, und sie sind weniger depressiv, 7 im Vergleich zu 23 %.

Schätzen Sie Ihre psychischen Ressourcen

4. Sehen Sie was Sie leisten

Viel zu lange haben wir darauf gewartet, dass uns Kollegen oder Chefs mal fragen wie es uns geht, uns loben oder sehen, was wir leisten. Sie werden es nicht tun, solange wir unsere Leistungen nicht selbst anerkennen, wir uns selbst nicht wichtig nehmen.

5. Fokussieren Sie sich auf Erfolge von sich und anderen

Beginnen Sie Teambesprechungen, das Abendessen oder die Reflektion über den Tag mit Gelungenem, mit Erfolgen

6. Konzentrieren Sie sich auf Stärken

Wer seine Stärken bei der Arbeit nutzt, ist 6-mal häufiger engagiert und hat 40 Stunden Spaß. Wer die eigenen Stärken nicht nutzt, brennt schon nach 20 Stunden aus. Egal wie anstrengend die Arbeit ist.

7. Entdecken Sie ein Optimismusmotto

Es gibt immer Augenblicke, wo etwas schief oder anders als erwartet läuft. Dafür brauchen Sie eine Aufmunterung wie „Das wird schon“, „Es geht am Ende alles gut“.

Schützen Sie Ihre psychischen Ressourcen

8. Erteilen Sie sich ein Spekulationsverbot

Die Kollegin grüßt nicht, der Kunde ruft nicht zurück? Schluss mit den Spekulationen. Sie rauben gute Energie. Bleiben Sie neutral. Was sind wirklich Tatsachen und wo gehen Phantasie und Bewertungen mit Ihnen durch?

9. Bestimmen Sie Anfang und Ende

für Meetings, Gespräche usw., und halten Sie sich daran. Effizienz und Freude werden sofort steigen. Testen Sie auch einmal ein Meeting im Stehen und schalten Sie die Telefone aus.

10. Ändern Sie was sie stört

Die Tür quietscht, das Auto ist schmutzig, der Schreibtisch steht ungünstig? Die Haarfarbe ist nicht mehr aktuell und die Kleidung ist zu klein geworden. Worauf warten Sie? Jetzt ist der Zeitpunkt sich von unnützen, unsinnigen oder unpraktischen Dingen zu befreien, die sonst immer wieder Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Wohlbefinden kosten.

11. Üben Sie sich in Selbstdisziplin

Das heißt, alles genau dann zu tun, wann es zu tun ist. Sofort, ohne zu verschieben und Ausreden zu folgen. Das fühlt sich super an, wenn es geschafft ist.

12. Schaffen Sie nach der Arbeit Abstand

Geben Sie die Illusion auf, Sie könnten Arbeit und Privatleben trennen. Sorgen Sie lieber dafür, dass Sie in einem guten Zustand nach Hause kommen. Gehen Sie einige Schritte zu Fuß, meditieren Sie, hören Sie eine Entspannungs-CD. Wenn Sie gute Laune mit nach Hause bringen, kommt diese von dort auch zur Arbeit zurück.

Über die Autorin:

Dr. Ilona Bürgel ist Expertin für psychisches Ressourcenmanagement
Foto: Dr. Ilona Bürgel

Dr. Ilona Bürgel ist Expertin für psychisches Ressourcenmanagement. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht zu zeigen, wie wir selbst besser für uns sorgen können. Die Diplom-Psychologin ist nach 15 Jahren Managementerfahrung in der freien Wirtschaft seit 2005 als Referentin und Autorin tätig. Sie lebt und arbeitet in Dresden und Aarhus (DK). Mehr Infos unter: www.ilonabuergel.de.

 

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