Controller einer SpielekonsoleNicht nur Kinder, auch Erwachsene lassen sich faszinieren von virtuellen Welten, die durch Spielesoftware auf dem Computer zum Leben erwachen. Computerspiele zählen inzwischen zu den Massenmedien, deren Entwicklung und Produktion längst industrialisiert wurde. Deshalb erfordert die Spieleentwicklung hoch spezialisierte und qualifizierte Personen. Einige davon sind die Game-Designer.

Aufgaben und Tätigkeiten

Die Tätigkeit eines Game-Designers ist vergleichbar mit der eines Regisseur oder eines Drehbuchautors beim Film. Zunächst legt der Game-Designer eine sogenannte Storyline fest. Je nach Spielart, es wird in verschiedene Genres unterschieden wie Ego-Shooter, Adventurespiele, Jump’n’Run-Spiele, Flug- oder Wirtschaftssimulatoren, Rollen- oder Strategiespiele, entwickelt er eine Geschichte, eine Dramaturgie, die wie ein Drehbuch für einen Film benutzt wird. Passend zu dieser Geschichte entwirft der Game-Designer die Figuren oder die Akteure, mit denen der Spieler letztendlich spielt. Natürlich darf die Umgebung nicht fehlen. Der Game-Designer konzipiert die passende Stadt oder Landschaft, in der die Geschichte spielen soll. Nun wird alles zu harmonisch ineinander übergehende Spielszenen verdichtet. Dabei achtet der Game-Designer darauf, dass die Spannung nicht verloren geht und das alles genau auf die Spielhandlung abgestimmt ist. Besonders wichtig ist dies bei Spielen, deren Handlung auf mehreren Ebenen konzipiert ist. Meist wird zusätzlich noch erklärender Text eingefügt, durch den der Spieler durch das Spiel geführt wird.
Aber nicht nur reine Vergnügungsspiele werden von Game-Designer entwickelt. Auch an der Entwicklung von Lernsoftware und Förderprogrammen für Kinder und Jugendliche oder an Strategiespielen, die zur Planung von Unternehmen eingesetzt werden können, sind die Game-Designer beteiligt. Dabei müssen sie sich mit den verschiedenen Zielgruppen und deren unterschiedlichen Bedürfnissen auseinandersetzen und diese berücksichtigen.

Art und Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung zum Game-Designer wird zur Zeit nur von privaten Bildungseinrichtungen und Berufsfachschulen angeboten. Die Ausbildung dauert zwischen zwei und drei Jahren. Bewerber sollten mindestens über eine mittleren Bildungsabschluss verfügen. Meist werden jedoch Bewerber mit Fachhochschul- oder Hochschulreife bevorzugt. Der Beruf des Game-Designers erfordert ein hohes Maß an Kreativität. Außerdem sollte ein großes Interesse an interaktiven Medien vorhanden sein. Die Ausbildung wird in Vollzeit in theoretischem und praktischem Unterricht an der Berufsfachschule oder dem privaten Bildungsträger durchgeführt.
Während der Ausbildung lernen die angehenden Game-Designer die Grundlagen der Spieleentwicklung. Das heißt, wie für das Drehbuchschreiben gibt es für die Spieleentwicklung theoretisches Handwerkszeug, welches in der Anwendung trainiert wird. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Vertrags- und Medienrecht. Die Auszubildenden werden mit analogen und digitalen Gestaltungstechniken vertraut gemacht. Anhand von praktischen Lernbeispielen üben sie das Verarbeiten von Audio- und Videosignalen und das Digitalisieren von analogen Signalen. Sie lernen verschiedene Mischtechniken und den Einsatz von Spezialeffekten kennen. Auch das typografische Gestalten spielt in der Ausbildung eine große Rolle. Das heißt, die Auszubildenden lernen, wie sie einen Text der Aussage entsprechend gestalten können, wie sie mit ihm Botschaften oder Informationen vermitteln können. Auch der Umgang mit sogenannten Game-Engines, dem Grundgerüst der meisten Computerspiele wird den Auszubildenden näher gebracht. Sie lernen die verschiedenen Bestandteile wie Soundsystem, Physiksystem, Künstliche Intelligenz und alle anderen dabei kennen. Weitere Inhalte der Ausbildung sind analoge und digitale Fotografie, Kameraführung und Beleuchtungstechnik sowie allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Philosophie, Sozialkunde und Fremdsprachen.

Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen

Game-Designer spezialisieren sich nach der Ausbildung oft in einem bestimmten Bereich. Das können unter anderem die Entwicklung von Charakteren oder Dramaturgie oder die Gestaltung bestimmter Spielgenres wie Strategiespiele sein. Da die Entwicklung in der Spieleindustrie mit großen Schritten vorangetrieben wird, müssen sich Game-Designer stetig weiterbilden. Verschiedene Anpassungsweiterbildungen wie zum Beispiel Technischer Fachwirt oder Betriebswirt (Fernlehrgang zum/zur Betriebswirt/in ) stehen dafür zur Auswahl. Wer einmal auf der Führungsebene arbeiten möchte, kann eine Prüfung zum Web-Designer
(SGD-Fernkurs: Geprüfter Web-Designer (SGD) ) ablegen. Game-Designer mit Hochschulzugangsberechtigung können zum Beispiel Mediendesign oder Kommunikationswissenschaften studieren. Auch der Weg in die Selbstständigkeit ist möglich zum Beispiel mit einem eigenen Designstudio.

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