„DIY“, „handmade“, „mit Liebe selbstgemacht“ – Labels wie diese stehen gerade ganz hoch im Kurs. Der Trend geht hin zur Handgemachten und weg von der Massenproduktion. Egal ob Babykleidung, individualisierte Geschenke oder modische Accessoires – mittlerweile gibt es (fast) alles aus der Do it yourself-Schublade. Einige der fleißigen Produzenten haben es sogar geschafft, aus ihrem Hobby eine Geldeinnahmequelle zu machen. Der Mehrheit gelingt dieser Schritt mithilfe des Online-Shops DaWanda.

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Inhalt
1. Was ist DaWanda?
2. DaWanda als Nebenerwerb: So funktioniert es Schritt für Schritt
3. Schritt #1: Was wollen Sie verkaufen?
4. Schritt #2: Kleingewerbe anmelden
6. Schritt #4: Sonstige Anmeldungen
7. Schritt #5: Shop einrichten
8. Schritt #6: Bank- und Paypal-Konto einrichten
9. Schritt #7: Ausgaben und Einnahmen genau protokollieren
10. Schritt #8: Höhe der Versandkosten berechnen
11. Schritt #9: Produkte herstellen und in den Shop stellen
12. Schritt #10: Verpacken und verschicken
13. Lohnt sich der Aufwand?
14. 7 Tipps für einen erfolgreichen DaWanda-Shop

Was ist DaWanda?

DaWanda ist ein spezieller Shop im Internet, der vor allem Frauenherzen höher schlagen lässt. Der Grund: Die Homepage ist ein Sammelsurium der Unikate, Liebhaberstücke und herrlichen Kleinigkeiten, die niemand wirklich braucht, aber dennoch jeder haben will. Das ist keinesfalls abwertend gemeint. DaWanda hat es geschafft, ein ganz besonderes Geschäftsmodell durchzusetzen. Der Shop ist – ähnlich wie beispielsweise Ebay – offen für alle Anbieter. Wer seine Waren verkaufen will, muss nur einen Shop eintragen und kann sofort loslegen. Diese Offenheit sorgt dafür, dass DaWanda  ein ganz besonders abwechslungsreicher Ort im World Wide Web ist. Um es kurz zu machen: Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Die Produktpalette reicht von liebevollen Baby-Sachen über trendige Taschen, Schmuckstücke und andere Accessoires bis hin zu Dingen des täglichen Lebens, beispielsweise Schlüsselbretter, Lampen und Co. Wer seine Artikel auf DaWanda anbieten will, muss eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • handgemacht
  • restauriert
  • individualisiert
  • veredelt
  • Maßanfertigung
  • Mindestalter: 20 Jahre („vintage“)

Kurze Firmen-Info

DaWanda ist ein 2006 in Berlin gegründetes eCommerce-Unternehmen. Geschäftsführer sind Claudia  Helming und Michael Pfütz. Das Geschäftsmodell sieht vor, dass Besucher der Homepage direkt beim Hersteller beziehungsweise Anbieter kaufen. DaWanda erhält im Gegenzug für die Präsentationsplattform eine und eine Angebotsgebühr. Auf der Seite http://www.startupranking.com/top/germany wurde DaWanda im April 2016 auf Platz 3 der deutschen Unternehmen eingestuft.

Die Vor- und Nachteile von DaWanda für Shopanbieter

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VorteileNachteile
  • kein eigener Shop benötigt
  • gute und sehr populäre Präsentationsplattform
  • Einfache Kaufabwicklung (technischer Support)
  • Einfache Kundenkommunikation
  • Zusätzliche Abgaben an DaWanda
  • Unzählige Anbieter für ähnliche Produkte
  • Preisdumping

 

DaWanda als Nebenerwerb: So funktioniert es Schritt für Schritt

Wir wissen nun, dass DaWanda extrem breit aufgestellt ist. Die Plattform ermöglicht es vielen Menschen, einen Shop einzurichten und einen Nebenerwerb zu starten. In Einzelfällen kann es sogar klappen, die Do it yourself-Plattform zur Haupteinnahmequelle zu machen. Ehe es jedoch so weit ist, müssen Sie die folgenden Schritte beachten.

Schritt #1: Was wollen Sie verkaufen?

Schwingen Sie voller Passion die Nähnadel oder haben Sie doch eher ein Händchen für Druck-Erzeugnisse? Wollen Sie Ihre kunstvolle Papeterie anbieten oder liegt ihr Talent darin, individualisierte Baby-Geschenke zu zaubern? Was es auch ist – DaWanda ist in aller Regel die perfekte Präsentationsfläche für Ihre Produkte. Wenn Sie einen Shop anlegen wollen, müssen Sie nur sichergehen, dass die Artikel in mindestens eine der vorgegebenen Kategorien passen. Diese sind:

  • Mode
  • Accessoires
  • Taschen
  • Schmuck
  • Männer
  • Baby
  • Kinder
  • Wohnen & Leben
  • Papier & Schreibwaren
  • Kunst
  • Vintage
  • Anlässe

Schritt #2: Kleingewerbe anmelden

Auch wenn Sie mit DaWanda zu Beginn nicht das große Geld verdienen werden, handelt es sich hierbei um einen Gelderwerb. Demzufolge ist es Ihre Pflicht, ein (Klein-)Gewerbe anzumelden und die Einnahmen in Ihrer Steuererklärung zu berücksichtigen. Das bedeutet automatisch, dass Sie nun nebenberuflich selbstständig sind. Lassen Sie sich hierdurch jedoch nicht verunsichern oder sogar abschrecken. Oftmals sind die Einnahmen durch DaWanda so gering, dass der Steuerfreibetrag greift und Sie keine Steuern an den Staat abführen müssen. Das ändert sich natürlich, wenn Ihr Erfolg und damit auch Ihr Einkommen wächst.

Hinweis: Die Kosten für eine Gewerbeanmeldung sind von Region zu Region unterschiedlich. Informieren Sie sich am besten bei Ihrem lokalen Gewerbeamt.

Schritt #3: Steuernummer beantragen

Wer Geld mit DIY-Produkten verdienen will, sollte in der Lage sein, rechtskräftige Rechnungen auszustellen. Hierfür benötigen Sie eine Steuernummer. Um diese zu erhalten, müssen Sie eine formlose Anfrage an Ihr Finanzamt schicken und die Ausstellung erbeten. Im Anschluss daran erhalten Sie den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den Sie zusammen mit einer Kopie Ihrer Gewerbeanmeldung zurück ans Finanzamt schicken.

Hinweis: Die Ausstellung einer Steuernummer ist kostenfrei.

Schritt #4: Sonstige Anmeldungen

Im Zuge der Selbstständigkeit sind Sie in der Pflicht, weitere Anmeldungen durchzuführen. Diese sind mit mehr oder weniger hohen Kosten verbunden und sollten daher unbedingt im Vorfeld bekannt sein. Hier wird besonders deutlich: Wer gern nebenbei Geld mit DaWanda verdienen will, muss erst einmal ein bisschen Geld ausgeben. Zu den sonstigen Anmeldungen gehören:

  • Versicherungen
  • Industrie- und Handelskammer
  • Handelsregister (optional)
  • Handwerkskammer (wenn Tätigkeit als Handwerk kategorisiert wird)
  • Lizensierung der Verpackungsmaterialien

Schritt #5: Shop einrichten

Nun kommt endlich der entscheidende Schritt: Sie richten Ihren eigenen Shop bei DaWanda ein und füllen Ihn mit Ihren Produkten. Die Anmeldung für Shopbesitzer ist sehr einfach und nach wenigen Klicks erledigt. Die Anmeldung von einem DaWanda-Shop ist kostenfrei. Dennoch sollten Sie als Anbieter immer im Gedächtnis haben, das das nicht für die Nutzung gilt. Kosten kommen in zweierlei Form auf Sie zu:

  • Die Angebotsgebühr: Diese Abgabe an DaWanda bezieht sich auf jedes eingestellte Produkt und richtet sich danach, wie teuer Ihr Produkt ist. Die Staffelung sieht wie folgt aus:
    • 10 Cent bis 9,99 Euro = 10 Cent Angebotsgebühr
    • 10 Euro bis 19,99 Euro = 20 Cent Angebotsgebühr
    • Ab 20 Euro = 30 Cent Angebotsgebühr

Wenn der Artikel nicht innerhalb von 120 Tagen verkauft wurde, verschwindet er aus dem Shop, kann jedoch neu eingestellt werden. Hierbei muss erneut die Angebotsgebühr bezahlt werden.

  • Die Provision: Pro verkauftem Artikel erhebt DaWanda eine Provision (also Vermittlungsgebühr) in Höhe von 5 Prozent des Verkaufspreises.

Weiterhin ist es wichtig, beim Anlegen Ihres DaWanda-Shops auf Vollständigkeit zu achten. Das gilt insbesondere für das Impressum. Wer hier und in weiteren Bereichen – beispielsweise allgemeine Geschäftsbedingungen und Widerrufsrecht – auf Nummer Sicher gehen will, tut gut daran, einen Anwalt zur Rate zu ziehen oder eines der vielen Tools im Internet zu nutzen. Diese sind zum Teil kostenfrei.

Schritt #6: Bank- und Paypal-Konto einrichten

Wer versucht, seine Einnahmen aus DaWanda über das normale Girokonto laufen zu lassen, wird schon nach kurzer Zeit im Buchhaltungschaos versinken. Wesentlich empfehlenswerter ist es, private und geschäftliche Finanzen klar zu trennen. Das gelingt Ihnen am besten, wenn Sie zu einer Bank Ihrer Wahl gehen und dort ein Geschäftskonto einrichten lassen. Lassen Sie sich bei dieser Gelegenheit unbedingt auch in die Möglichkeiten des Online-Bankings einweisen, falls Sie damit noch keine Erfahrungen gemacht haben.

In zweiten Schritt der finanziellen Vorbereitung auf Ihr Nebengewerbe sollten Sie sich auch ein Konto bei Paypal anlegen. Nur so können Sie Ihren zukünftigen Kunden Paypal als Zahlungsoption anbieten. Da DaWanda diese Möglichkeit jedoch nicht vorschreibt, ist es Ihnen überlassen, ob Sie diesen Schritt durchführen oder nicht. Gerade die zusätzlich anfallenden Gebühren (rund 50 Cent pro Geldempfang) schrecken viele Händler ab. Käufer hingegen wissen es oftmals sehr zu schätzen, schnell und bequem online zu bezahlen und bevorzugen daher Shops, die Paypal anbieten.

Hinweis: Einige Verkäufer erheben bei Paypal-Bezahlung eine zusätzliche Gebühr in Höhe von 50 Cent, um den Verlust auszugleichen. Diese Praxis ist jedoch wettbewerbswidrig und kann abgemahnt werden.

Schritt #7: Ausgaben und Einnahmen genau protokollieren

Da Sie nun mit Ihrem DaWanda-Shop selbstständig sind, wird es höchste Zeit, sich mit dem Thema Buchhaltung zu befassen. Keine Sorgen, dieses bringt nicht nur Nachteile (vor allem in Form vom zeitlichen Aufwand) mit sich. Sie sind als Gewerbetreibender nämlich nun in der Lage, alle Ihre Ausgaben für Materialien, Workshops etc. von der Steuer abzusetzen.

Wichtig: Heben Sie alle Belege über Ausgaben und Einnahmen auf. Diese sind ein wichtiger Bestandteil Ihrer Einkommenssteuererklärung.

Schritt #8: Höhe der Versandkosten berechnen

Wie hoch die Versandkosten für Ihre Produkte ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren – beispielsweise der Größe, dem Transportunternehmen und den Verpackungsmaterialien – ab. Generell gilt: Je größer und/oder fragiler ein Artikel ist, desto mehr Versandkosten sollten Sie berechnen, um Ihre Ausgaben zu decken. Beachten Sie hierbei aber auch unbedingt, dass zu hohe Preise die Kunden verschrecken. Hier ist viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Schritt #9: Produkte herstellen und in den Shop stellen

Wie Sie sehen, ist einiges an Vorarbeit gefragt, ehe das eigentliche Abenteuer DaWanda beginnen kann. Seien Sie sich diesen Herausforderungen unbedingt bewusst, um das eventuelle „böse Erwachen“ zu vermeiden. Wenn alle bisherigen Schritte erledigt sind, können Sie sich endlich auf Ihr eigentliches Geschäft konzentrieren: Das Herstellen und Anbieten Ihrer Produkte. Selbstverständlich gibt es auch hier wieder allerhand Aspekte zu beachten. So müssen beispielsweise Kleidungsstücke und andere Produkte aus Stoff, aber auch Spielsachen für Kinder zertifiziert werden und gewissen Qualitätsstandards entsprechen.

Wichtig ist auch, Zeit in die Vermarktung Ihres Shops und der Produkte zu stecken. An dieser Stelle sollen nur kurz die Stichwörter Produktfotos, Produktbeschreibungen, Corporate Identity und Social Media genannt werden.

Schritt #10: Verpacken und verschicken

Geschafft! Ein Kunde ist so von Ihrem Produkt überzeugt, dass er es gekauft hat. Nun haben Sie nicht nur allen Grund zur Freude, sondern sind auch am Ende Ihrer Reise angekommen. Indem Sie Ihren DIY-Artikel verpacken und zusammen mit einer Rechnung verschicken, haben Sie es geschafft, mit DaWanda Geld zu verdienen.

Lohnt sich der Aufwand?

Die gute Nachricht ist, dass die Handarbeit gerade ihr großes Comeback feiert und sich DIY-Anbieter über eine große Nachfrage freuen können. Die schlechte Nachricht ist, dass sich die Kunden noch immer nicht mit dem Gedanken angefreundet haben, dass Handarbeit ihren Preis hat. Qualitativ hochwertige Einzelstücke zu niedrigen Massenware-Preisen – das ist es, was die Mehrheit fordert und was dazu führt, dass das Geldverdienen mit DaWanda häufig kritisch beäugt wird.

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Es stimmt: Wer mit dem Do it yourself-Trend seine Brötchen verdienen will, braucht einen langen Atem und muss bereit sein, hart für den Erfolg zu arbeiten. Hierbei gilt die Faustregel: Je günstiger Sie Ihre Produkte anbieten, desto mehr werden all die Ausgaben, die oben bereits angesprochen wurden, zu Buche schlagen. Überlegen Sie sich daher ganz genau, wie viel Sie für Ihre Artikel verlangen und welcher Preis als angemessen verstanden werden kann.

Aus diesen Komponenten setzen sich Preise für Ihre DIY-Produkte zusammen:

  • Materialkosten
  • Arbeitszeit
  • Arbeitsmittel
  • Nebenkosten
  • Steuern, Beiträge und Co.
  • Risiko-Aufschläge
  • Werbung / Vermarktung

Leider ist es so, dass die Mehrheit der selbstgemachten Produkte auf DaWanda zu einem extrem niedrigen Preis angeboten wird. Was den Käufer freut, ist für andere Anbieter ein großes Problem. Die Folge der günstigen Mitbewerber ist ein schonungsloses Preisdumping, bei dem am Ende alle als Verlierer hervorgehen. Wenn Sie diesem Krisenszenario entgehen wollen, ist es wichtig, im Vorfeld genau zu analysieren, wie viele Konkurrenten es auf Ihrem Gebiet gibt. Ist der Markt für personalisierte Schnullerketten oder handgefärbte Tücher übersättigt? Dann suchen Sie sich unbedingt eine andere (noch nicht besetzte) Nische.

Feststeht: Wer Geld mit DaWanda verdienen will, sollte sich auf einen schwierigen Weg vorbereiten. Der DIY-Markt boomt zwar, ist aber auch übersättigt. Zu viele Anbieter ruinieren die Gewinnspannen und sorgen dafür, dass es extrem schwer ist, hiermit einen nennenswerten Nebenerwerb zu erzielen.

Unser Tipp lautet daher: Wagen Sie das Abenteuer DaWanda nur, wenn Sie auch wirklich für das, was Sie tun, brennen. Egal ob Näharbeit, Schmuckdesign oder Upcycling – solange es ein Hobby mit viel Leidenschaft und Überzeugung bleibt, das erfreulicherweise auch ein bisschen Geld in die Kassen spült, ist der DaWanda-Shop eine gute Sache. Sobald die DIY-Arbeit zur Last wird, ist es höchste Zeit, das Projekt in Frage zu stellen.

7 Tipps für einen erfolgreichen DaWanda-Shop

Abschließend wollen wir Ihnen wie gewohnt noch ein paar Praxistipps mit auf den Weg geben. Wenn Sie nun Lust bekommen haben, einen eigenen DaWanda-Shop einzurichten, werden Ihnen diese mit Sicherheit helfen.

  1. Suchen Sie sich eine Nische und bieten Sie Produkte an, die es nicht in 1.000 anderen Shops gibt.
  2. Legen Sie Wert auf einen freundlichen, offenen und stimmigen Shop-Auftritt (Stichwort Corporate Design, das sich beispielsweise auch auf Ihren Social Media-Kanälen wiederfinden kann).
  3. Investieren Sie Zeit und Geld in hochwertige Produktfotos (gute Qualität, heller Hintergrund, ansprechende Lichtverhältnisse, keine Schatten, etc.).
  4. Rechtfertigen Sie Ihre Preise mit einer einwandfreien Qualität.
  5. Schreiben Sie sich selbst einen ausgezeichneten Kundenservice auf die Fahne. Zufriedene Kunden werden Ihren Shop abonnieren, weiterempfehlen und erneut etwas bei Ihnen kaufen.
  6. Stellen Sie Produkte kontinuierlich und nicht alle mit einem Mal ein. Somit sorgen Sie dafür, bei entsprechenden Suchanfragen immer auf den vorderen Plätzen gefunden zu werden.
  7. Nehmen Sie sich die Zeit und verfassen Sie eindeutige und aussagekräftige Produktbeschreibungen. Achten Sie hierbei auf Rechtschreibung und Grammatik.

Welche Einstellung haben Sie zu dem Thema „Geld verdienen mit DaWanda“? Können Sie uns von Ihren Erfahrungen berichten oder haben Sie vielleicht Fragen? Wir freuen uns auf einen Kommentar von Ihnen.