Im Job kommt es immer wieder zu Konkurrenzsituationen. Dabei zeigen die Männer und Frauen oft ein unterschiedliches Verhalten, auf das sich der Gegner bzw. die Gegnerin einstellen sollte.

Wie Frauen Konkurrenten ausbooten

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die meisten Frauen Konkurrenzkämpfe mit anderen Mitteln austragen als die Mehrheit der Männer. Sie neigen eher zu Intrigen, beziehen private Aspekte in ihre Kritik mit ein, lästern hinter dem Rücken von Kollegen und sorgen mit gezielten Andeutungen für Gerüchte.

Das klingt nicht gerade sympathisch, wird aber verständlich, wenn man betrachtet, wie vor allem ältere Frauen erzogen und sozialisiert wurden. Viele beziehen ihr Selbstwertgefühl aus der Anerkennung durch das männliche Geschlecht. Sie gehen zwar einerseits mit anderen Frauen enge Freundschaften ein, aber die Konkurrenz bleibt meistens nicht außen vor: Wer ist die Schönere, die Erfolgreichere, die Beliebtere? Männer mit Erfolg sind ihnen teilweise nicht so suspekt wie eine Frau, die bei Männern besser ankommt als sie selbst – das gilt auch für den Beruf.

Im Allgemeinen sind Frauen nicht so gut darauf vorbereitet wie Männer, mit offenem Visier einen Kampf auszutragen. Sie fordern grundsätzlich mehr Solidarität ein als ihre männlichen Kollegen und reagieren gekränkt, wenn diese ausbleibt. In Konfliktsituationen scheuen viele die direkte Konfrontation.

Der Mann ist für den Konkurrenzkampf besser gerüstet

Die meisten Männer haben schon als Kinder gelernt, wie das Spiel um Macht und Kraft läuft. Sie gehen Kämpfe offensiver an – im Berufsleben drohen sie Kollegen oder Kolleginnen, stellen diese in ihrem Tätigkeitsbereich kalt oder ignorieren ihren Konkurrenten einfach. Männer haben nicht mehr und nicht weniger mit Rivalität, Neid und Eifersucht zu kämpfen als Frauen, sie leben diese unguten Gefühle nur anders aus. Eine Untersuchung besagt, dass viele weibliche Mitarbeiter fast täglich am Arbeitsplatz verbal angegriffen werden, meistens von anderen Frauen. Männer hingegen müssen etwa einmal pro Woche Attacken von männlichen Kollegen oder Vorgesetzten parieren. 55% der Mobbingopfer sind Frauen, 45% Männer.

Rivalität zwischen Frauen in der Arbeitswelt

In der zweiten Hälfte des 20. Jh. lebten viele Frauen nach dem Motto “Gemeinsam sind wir stark”. Sie waren sich einig in ihrer Opposition gegen die gesellschaftliche Vormachtstellung der Männer und erkämpften sich die Gleichberechtigung. Inzwischen ist es einer Menge Frauen gelungen, Karriere zu machen. Die Jobs für erfolgreiche Mitarbeiterinnen werden knapper, manche ist heute als Einzelkämpferinnen unterwegs und muss erst lernen, mit der Konkurrenz aus den eigenen Reihen klarzukommen.

Einige müssen sich auch der Tatsache bewusst werden, dass es in der heutigen Gesellschaft überall Rivalitäten und Wettbewerb gibt. Frauen konkurrieren um Anerkennung, um Partner, gute Jobs und berufliche Akzeptanz. Sie können lernen, den Erfolg einer anderen als Ansporn zu nehmen, ebenfalls so weit zu kommen. Lösen sollten sie sich von Missgunst, denn die aufgestiegene Kollegin verfolgt ja nur ihre eigenen Interessen und ist nicht primär versessen darauf, eine andere auszustechen und neidisch zu machen. Das Weiterkommen einer Kollegin als Herabsetzung der eigenen Person zu sehen, ist leider in vielen Frauen tief verankert. Damit bremst sich manche selbst aus, der es schwer fällt zu akzeptieren, dass auch ihre Geschlechtsgenossinnen über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen.

Konkurrenzverhalten am Arbeitsplatz

Es kommt immer wieder vor, dass Arbeitnehmer Rivalitäten im Job als eine Ausnahmesituation wahrnehmen. Das führt zu Stress und Überreaktionen. Dabei gehört die Konkurrenz unter Kollegen eigentlich zum Berufsleben dazu – so wie auch Unternehmen miteinander um Aufträge und Kunden im Wettbewerb stehen. Am Arbeitsplatz steht zwar die Zusammenarbeit im Vordergrund, dennoch ergeben sich vor allem zwischen gleichgestellten Kollegen und Kolleginnen immer wieder Fehden – beispielsweise das Wetteifern darum, wer beim gemeinsamen Vorgesetzten besser angeschrieben ist.

In Zeiten knapper Jobs hat die Ellenbogenmentalität unter vielen Arbeitnehmern zugenommen, jeder kämpft an seinem Posten um seinen Vorteil. Männer gehen dabei eher pragmatisch vor und achten vorwiegend auf Konkretes wie Position, Gehalt und Verantwortung, während Frauen dazu tendieren, es als persönliche Niederlage zu werten, wenn sie ihre Interessen im Betrieb nicht durchsetzen können.

Ältere Männer haben deutlich mehr Probleme, mit einer Frau in Konkurrez zu stehen, als jüngere. Frauen hingegen können meist männliche Konkurrenz besser zulassen als weibliche. In der Generation der unter 35-Jährigen unterscheiden sich offenbar die Strategien in Konkurrenzsituationen nicht mehr so stark. Fleiß und Networking setzen Frauen und Männer ein, um einen Rivalen im eigenen Betrieb zu überflügeln.

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