Ein Praktikum gilt in der Regel allein dem Zweck, Erfahrungen auf Gebieten zu sammeln, die der späteren Berufsausbildung dienlich sind.

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Kleine und mittlere Betriebe, Unternehmen, aber auch Einrichtungen und Verwaltungen können Träger für solche „Vorbildungen“ sein. Für ein Praktikum gelten auch nicht alle Regeln des Berufsbildungsgesetzes, die bei einer entsprechenden Berufsausbildung greifen.

Doch wie sieht es in diesem Fall dann mit der Unfallversicherung aus?

Schließlich übernimmt der Praktikant in seinem Umfeld bestimmte Tätigkeiten und auch der Weg zum Praktikumsplatz und zurück ist versicherungstechnisch abzudecken.

Grundsätzlich ist ein Praktikant in der gesetzlichen Unfallversicherung schon per Gesetz versichert. Eine spezielle Anmeldung oder ein Antrag sind für den Versicherungsschutz nicht notwendig.

Der Unfallversicherungsschutz gilt auch während der Praktika für die tägliche Arbeitszeit, den Einsatzort und die mit dem Praktikum verbundene Arbeit, insofern sie hierbei den Anweisungen ihres Vorgesetzten Folge leisten und in die gesamte Ablauf- und Arbeitsorganisation des Unternehmens eingebunden sind.

Für die Ausübung von Praktika sind zwar weder vertragliche Vereinbarungen jeglicher Form, noch die Zahlung eines Entgeldes erforderlich, da sich Praktikanten nicht in einem arbeitsrechtlichen Arbeitsverhältnis mit der Praktikumseinrichtung befinden, dennoch werden Praktika-Teilnehmer vom Gesetzgeber für den Versicherungsfall als solche behandelt. Dies bedeutet also, dass jeder Praktikant, unabhängig vom Alter, Geschlecht, Einkommen oder Zeitdauer des Praktikums ebenso wie reguläre Arbeitnehmer und Auszubildende versichert sind.

Was ist zu beachten?

Die gesetzliche Unfallversicherung eines Praktikanten gestaltet sich relativ unkompliziert.
Im Schadensfall tritt grundsätzlich die Unfallversicherung ein, welche für das jeweilige Unternehmen zuständig ist. Eine Beitragszahlung ist nur dann notwendig, wenn dem Praktikanten auch ein entsprechendes Entgelt gezahlt wird. Ist dies der Fall, so ist neben dem Gefahrentarif das jährliche Entgelt als Grundlage für die Beitragsberechnung hinzuzuziehen. Beitragsfrei bleibt der Praktikant, wenn keine Entgelder gezahlt werden. Beschränkungen im Unfallschutz des Praktikanten liegen weder in dem einen, noch in dem anderen Fall vor.

Gibt es Besonderheiten?

Treten Schüler ein Praktikum an, so ist die Frage nach dem Versicherungsträger von der Organisation des Praktikums abhängig. Der klassische Ferienjob, welcher in Eigenregie des Schülers organisiert wird, ist vom jeweiligen Unfallversicherungsträger des Unternehmens versichert. Werden jedoch Praktika von der Bildungseinrichtung organisiert und vermittelt, so gelten diese als Schulveranstaltungen und der Praktikant bleibt im Versicherungsschutz der Unfallversicherung der Schule. Desgleichen gilt auch für die Unfallversicherung von Studenten. Nehmen Studenten Praktika auf, um Kenntnisse und Erfahrungen praktischer Art zu sammeln, greift die Unfallversicherung des jeweiligen Unternehmens, denn die Weisungen an den Studenten bezüglich Art und Dauer der Tätigkeit, Ort und Zeit gehen vom Unternehmen aus. Wird das Praktikum im Rahmen der studentischen Ausbildung von der Hochschule oder Universität angesetzt, bleibt auch der Student über seine Bildungsstätte versichert. Nimmt man an einer Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit teil, auch diese Trainings-, Weiterbildungs- oder Eingliederungsmaßnahmen werden als Praktikum bezeichnet, so richtet sich die Unfallversicherung nach dem Versicherungsträger, welcher für das anbietende Unternehmen zuständig ist.

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Abschließend sei noch erwähnt, auch wenn Praktika nicht der Meldepflicht an den jeweiligen Unfallversicherungsträger unterliegen, so schadet es nie, wenn das zuständige Unternehmen dennoch eine kleine vorsorgliche Meldung an seinen Versicherungsträger gibt.