… dann ändert sich viel im Leben. Schon der tägliche Weg zum Job wird von einem kribbeligen Gefühl begleitet, von Vorfreude oder Nervosität: Wie es wohl heute weitergeht?

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Eine Beziehung am Arbeitsplatz hat jeder fünfte Bundesbürger schon einmal gehabt, und über 30 Prozent aller Beziehungen, die zur Eheschließung führen, haben hier begonnen. Am Anfang steht meist der Flirt oder die Erkenntnis, wie stark einem ein bestimmter Kollege oder eine Kollegin fehlt, wenn sie krank oder im Urlaub ist. Manchmal dauert es lange, bis zwei sich eingestehen, dass sie sich nicht nur mögen und verstehen, sondern mehr voneinander wollen. Es gibt aber auch am Arbeitsplatz die berühmte Liebe auf den ersten Blick.

Wie verhalte ich mich, wenn ich in einen Kollegen verliebt bin?

Finger weg, wenn er oder sie gebunden ist und dies alle wissen! Wer einen verheirateten oer in fester Partnerschaft lebenden Kollegen anbaggert, wird nicht nur bei ihm, sondern auch in der übrigen Belegschaft und bei den Vorgesetzten auf Ablehnung stoßen. Vorsicht ist zudem geboten, allzu offensichtlich von ihm oder ihr zu schwärmen. Die anderen merken es meistens ohnehin viel früher als man selbst, zu wem man sich hingezogen fühlt, denn Blicke und Körpersprache sind verräterisch.

Signalisiert der- oder diejenige, dass auch ihr Interesse über das rein kollegiale Verhältnis hinausgeht, bespricht man dies am besten in einem privaten Umfeld und tuschelt nicht zusammen in der Kaffeeküche. Auch heiße E-Mails während der Arbeitszeit sind nicht zu empfehlen, die Konzentration bei Verliebten ist meist ohnehin schon beeinträchtigt – und es könnte immer mal jemand einen Blick auf eine Botschaft werfen, die ihn nichts angeht.

Wir sind zusammen, dürfen das alle wissen?

Es ist nichts Ungewöhnliches, dass sich bei der Arbeit Paare finden, die sich lieben und zusammenbleiben wollen. Wenn dies der Fall ist und es nicht bloß um ein vorübergehendes Techtelmechtel geht, muss niemand damit hinterm Berg halten und darf sich zu seiner Beziehung bekennen. So werden auch Getuschel und Tratsch der Kollegen ein für alle Mal beendet. Viele werden sogar Verständnis haben, denn sie wissen oft aus eigener Erfahrung, wie verbindend Stress und Leitungsdruck sein können – und dass man sich bei der Arbeit gut kennenlernt. Verlässlichkeit, Ausdauer, korrektes Verhalten, das sind die Punkte, die in anderen Beziehungen erst nach und nach zutage treten. Bei einem Kollegen oder einer Kollegin weiß man meistens schon, mit wem man es zu tun hat.

Arbeitgeber können davon ausgehen, dass sie von der Liebe unter Mitarbeitern profitieren, weil positive Gefühle die Stimmung und die Motivation heben. Ein Paar, das sich verstecken muss, hat es weitaus schwerer, also ist es am besten, die Flucht nach vorn anzutreten und den Chef ehrlich in Kenntnis zu setzen. Nicht den Fehler machen, die Verbindung als Tabu zu betrachten. Obwohl noch immer ein Drittel aller Verliebten ihre Beziehung im Büro verheimlichen, wird diese doch so gut wie sicher bemerkt. Wenn nicht am Arbeitsplatz, dann irgenwo anders, wo das Paar gemeinsam auftritt.

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Komplikationen mit Vorgesetzten und Kollegen

Tolerante Arbeitgeber halten es für eine Diskriminierung, Beziehungen am Arbeitsplatz zu untersagen. Gefühle lassen sich nun einmal nicht verbieten. Doch so ganz können sich Chefs auch nicht aus der Sache heraushalten – vor allem dann nicht, wenn es sich bei dem Paar nicht um gleichgestellte Kollegen, sondern um ein Abhängigkeitsverhältnis handelt. Dann hilft es manchmal, einen von beiden in eine andere Abteilung zu versetzen. Auch um den anderen Kollegen nicht das Gefühl zu geben, jemand werde bevorzugt. In vielen Firmen wird es nicht gern gesehen, dass sich Chefs mit Untergebenen einlassen. Stand die Frau z. B. in der Hierarchie weit unter dem Mann, hängen Neider ihr möglicherweise an, sie habe sich ihren Karrieresprung mit Liebe erkauft. Leider halten sich solche Vorurteile auch in modernen Zeiten hartnäckig – aus reiner Missgunst.

Ein Paar in einem Team oder in der derselben Abteilung wird von manchen Unternehmen auch deshalb nicht gern gesehen, weil es zu Informationsvorsprüngen oder gar der Bündelung von Macht kommen kann – zum Team im Team von Einzelkämpfern sozusagen. Die anderen befürchten dann Kungelei, interne Absprachen, Kompetenzrangeleien und Indiskretionen. Oder dass das gemeinsame Brainstorming bereits im Privatleben vorgezogen wird. Alles ist möglich aus der Sicht derjenigen, die keinen Verbündeten an ihrer Seite haben.