Die Temperaturen steigen und mit ihnen fallen die Hüllen. Was auf dem Bau Gang und Gäbe ist und auch in den meisten Handwerksberufen nur wenig Konfliktpotential bereithält, sorgt im Büro für reichlich Gesprächs- und auch Zündstoff. Denn nicht immer ist es gern gesehen, wenn die Kollegen plötzlich in sommerlichen Outfits erscheinen und reichlich nackte Haut präsentieren. Doch wie viel Freizügigkeit ist eigentlich erlaubt und wann ist die Toleranzgrenze erreicht?

1. Andere Büros, andere Sitten
2. Die Top 10 Modesünden am Arbeitsplatz
3. Strumpfhose: Ja oder nein?
4. Hemden: Kurz oder lang?
5. 7 Tipps gegen die Hitze im Büro

Andere Büros, andere Sitten

Was wo bei welchen Temperaturen erlaubt ist, kann natürlich nicht pauschalisiert beschrieben werden. Der allgemeine Dresscode ist in nahezu jedem Büro ein anderer. Während das Thema im Unternehmen X überhaupt keine Rolle spielt, wird es in Firma Y heiß diskutiert und sorgt immer wieder für offene Auseinandersetzungen. Allgemein gilt: Je unkonventioneller und „jünger“ das Unternehmen (Stichwort: Startups), desto unwichtiger ist die Kleiderordnung. In traditionellen Branchen, beispielsweise Finanz- und Rechtswesen, sollte das Outfit am Morgen hingegen mit Bedacht gewählt sein.

Fakt ist: Ein heißer Sommer ist kein Grund, alle bisher geltenden Regeln unaufgefordert über den Haufen zu werfen und eigene aufzustellen. Auch wenn es draußen heiß ist, sollte es drinnen im Büro weiterhin professionell und „businesslike“ zugehen. Das bedeutet eben auch, sich an die geltende Kleiderordnung zu halten – auch wenn diese nicht gerade sommerlich ist.

Die Top 10 Modesünden am Arbeitsplatz

Während es bei gemäßigten Temperaturen in den meisten Büros sehr stilsicher und modisch zugeht, verleiten warme Temperaturen dazu, zu experimentieren und dabei eventuell auch in das eine oder andere Fettnäpfchen zu treten. Wir wollen Sie davor bewahren, indem wir Ihnen hier die Top 10 der sommerlichen Modesünden am Arbeitsplatz vorstellen. Nachmachen ist keinesfalls empfehlenswert!

  1. Flipflops: Allein schon das klatschende Geräusch der luftigen Gummischuhe auf dem Gang sorgt bei vielen Kollegen für Gänsehaut. Flipflops gehören ausschließlich an den Strand und keinesfalls ins Büro – und zwar auch nicht in der eleganten Variante.
  2. Sonnenbrille: Was im Freien überaus praktisch ist, sollte im Inneren des Büros schnell in der Hand- oder Aktentasche verschwinden. Sonnenbrillen gehören hier nicht auf die Nase und auch nicht locker ins Haar gesteckt. Dieser Look sollte der Freizeit vorbehalten bleiben.
  3. Tops: Tops sind ein No Go im Büro, wenn sie den Blick auf den BH freimachen. Daher gilt: Ziehen Sie keinesfalls rückenfreie oder Spaghettiträger-Tops am Arbeitsplatz an und greifen Sie lieber auf klassische Modelle mit breiten Trägern zurück.
  4. Bauchfrei: Egal ob gewollt oder unbeabsichtigt – bauchfreie Oberteile haben im Büro absolut nichts zu suchen.
  5. Sandalen (bei Männern): Männer in Sandalen (und „bestenfalls“ auch noch weißen Socken)? Im Büro ein absoluter Mode-Fehltritt. Frauen dürfen ihre Füße unter Umständen präsentieren – wenn diese pflegt und die Sandalen elegant sind.
  6. Miniröcke: Auch wenn frau es sich erlauben kann, sollten Röcke im Büro immer (also auch im Sommer) mindestens bis zum Knie gehen. Besonders knappe Modelle sind einfach zu sexy und lenken die männlichen Kollegen zu sehr ab.
  7. Weiße Anzüge: Weiß ist die Trendfarbe des Sommers – sollte aber von den Herren der Schöpfung mit Vorsicht genossen werden. Weiße Anzüge erinnern noch immer zu sehr an Schlagersänger und Filmstars aus den 1980er Jahren und sind daher absolute No Gos im Büro.
  8. Tiefer Ausschnitt: Auch wenn ein tiefes Dekolletee durchaus gut aussehen kann, ist es im Büro fehl am Platze. Hier gilt das gleiche wie bei den Miniröcken: Zu sexy und zu viel Ablenkungspotential.
  9. Kurze Hosen: Nackte Beine im Büro können generell als eher schwierig eingestuft werden. Sowohl Frauen als auch Männer sollten immer zweimal überlegen, ob eine kurze Hose die richtige Wahl ist. In den meisten Fällen lautet die Antwort: nein.
  10. Hüte und Kappen: Auch wenn Kopfbedeckungen bei starker Sonneneinstrahlung durchaus sinnvoll sind, sollten sie spätestens beim Betreten des Büros abgenommen werden. Das gilt übrigens für nahezu alle geschlossenen Räume.

Strumpfhose: Ja oder nein?

Viele Frauen tragen im Büro gern Kostüme, die aus einem Blazer und einem meist knielangen Rock bestehen. Das Outfit ist dem Anlass entsprechend, schnell zusammengestellt und auch im Sommer tragbar – wenn die Frage „Strumpfhose: ja oder nein?“ geklärt wurde. Wie wir weiter oben in diesem Beitrag bereits erwähnt haben, sind nackte Beine im Büro eher verpönt und sorgen nicht selten für Tuscheln in der Teeküche.

Daher lautet unsere Empfehlung: Tragen Sie auch an heißen Tagen eine hautfarbene Strumpfhose. Wenn diese einen geringen DEN-Wert aufweist, liegt sie meist locker auf der Haut und sorgt dafür, dass die Beine trotzdem frische Luft abbekommen.

Tipp: Wenn Sie der Strumpfhosen-Frage gänzlich aus dem Weg gehen wollen, können Sie auch einfach bodenlange Kleider, Jumpsuits oder leichte Stoffhosen tragen. Diese Kleidungsstücke bedecken die Beine und ermöglichen dennoch eine gute Luftzufuhr.

Hemden: Kurz oder lang?

Während bei den Frauen die Strumpfhose für Kopfzerbrechen sorgt, fragen sich Männer, die der Anzugsordnung unterliegen, ob es okay ist, im Büro kurzärmelige Hemden zu tragen. Modeexperten raten, lieber immer auf das lange Hemd zurückzugreifen und die Ärmel unter Umständen hochzukrempeln. Bedenken Sie dabei aber immer: Einmal hochgerollt, sind die Ärmel hinterher zerknittert. Wenn ein wichtiges Meeting oder Geschäftsessen ansteht, kann das für peinliche Momente sorgen.

7 Tipps gegen die Hitze im Büro

Fassen wir an dieser Stelle kurz zusammen: Auch wenn die Temperaturen sommerlich sind, ist nackte Haut in den meisten Büros nicht gern gesehen. Doch was kann man tun, um sich trotzdem etwas abzukühlen und keinen Hitzeschlag am Arbeitsplatz zu bekommen? Wir haben sieben Tipps für Sie zusammengestellt.

Tipp #1: Leichte Stoffe, weite Schnitte

Luftig muss nicht immer automatisch bedeuten, viel nackte Haut zu zeigen. Es gibt unzählige Kleidungsstücke – beispielsweise Leinenblazer, dünne Hemden, weite Stoffhosen und luftige Blusen – die dem Hitzeschlag entgegenwirken und dennoch als bürotauglich eingestuft werden können.

Tipp #2: Viel trinken

Nicht nur im Büro, sondern auch ganz allgemein gilt: Achten Sie im Sommer besonders darauf, ausreichend viel zu trinken. Das gelingt Ihnen am besten, wenn Sie sich ein Glas auf den Schreibtisch stellen und dieses sofort wieder mit Wasser oder ungesüßtem Tee befüllen, wenn es ausgetrunken wurde. Wichtig: Eisgekühlt schmecken die Getränke natürlich am besten, doch glauben Sie nicht, dass Sie Ihrem Körper damit den maximalen Frische-Kick geben. Kalte Flüssigkeiten kurbeln nämlich die Wärmeproduktion im Körper an und sorgen dafür, dass Sie ins Schwitzen kommen. Auch der Kreislauf kann von einem eiskalten Drink in Mitleidenschaft gezogen werden – einfach weil die Temperatur-Diskrepanz zu groß ist. So paradox es auch klingen mag, aber lauwarmer Tee ist die beste Erfrischung an warmen Tagen.

Tipp #3: Kaltes Wasser

Ein ganz einfacher Tipp gegen Hitze im Büro ist die Erfrischung mit kaltem Wasser. Gehen Sie dazu an einen Wasserhahn und lassen Sie das kühle Nass über die Handgelenke fließen. Auch das Gesicht und insbesondere die Schläfen werden Ihnen eine kleine Erfrischung danken. Wenn Sie unter langanhaltender Hitze und/oder geschwollenen Füßen leiden, kann es außerdem hilfreich sein, sich eine Schüssel mit kaltem Wasser unter den Schreibtisch zu stellen und die Füße darin abzukühlen. Fragen Sie Ihren Vorgesetzten vorher aber unbedingt, ob das erlaubt ist.

Tipp #4: Ventilator

Wenn das Büro nicht mit einer Klimaanlage ausgestattet ist, ist ein Ventiltor ein absolutes Muss. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Modell nicht zu viel Lärm macht und möglichst den kompletten Raum erfrischt. Unter Umständen kann es auch sinnvoll sein, einen kleineren Ventilator direkt auf den Schreibtisch zu stellen.

Tipp #5: Leichte Speisen

Ganz davon abgesehen, dass die meisten Menschen bei großer Hitze eh nur wenig Hunger haben, sollten Sie immer darauf achten, möglichst leichte und gut verdauliche Speisen zu sich zu nehmen. Perfekt sind Salate, Obst und Rohkost. Vermeiden Sie hingegen extrem heiße und fleischlastige Gerichte sowie schwere Desserts in der Kantine. Diese belasten den Kreislauf zu sehr und sorgen für zusätzliche Schweißausbrüche.

Tipp #6: Früher Arbeitsstart

Sofern es möglich ist, sollten Sie im Sommer versuchen, so früh wie möglich ins Büro zu gehen. In den frühen Morgenstunden ist es hier noch verhältnismäßig kühl und Sie können konzentriert arbeiten. Außerdem bleibt dann am Nachmittag mehr Zeit für einen Ausflug an den See.

Tipp #7: Querlüften

Lüften ist gut, Querlüften ist besser. Das bedeutet, dass Sie mindestens zwei Fenster im Büro öffnen, die sich bestenfalls gegenüber liegen und einen Durchzug erzeugen. Das frischt die Luft auf und sorgt für ein laues Lüftchen. Doch Vorsicht! Beim Querlüften kann es schnell passieren, dass Sie sich einen Zug holen.

Im Sommer kann es ziemlich anstrengend und schweißtreibend im Büro sein. Wenn sommerliche Outfits verpönt oder generell nicht erlaubt sind, gilt es, kreativ zu werden und sich auf andere Weise zu erfrischen. Wie gelingt es Ihnen, im Sommer einen kühlen Kopf zu bewahren? Wir freuen uns auf Ihre Tipps in den Kommentaren.

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