3. Vorbemerkungen zu den folgenden Muster-Lohnabrechnungen

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3.2. Inflationsrate, Lohnerhöhung, Reallohnzuwachs – was bleibt tatsächlich?

Liebe Leserinnen und Leser unseres Online-Seminars Lohn und Gehalt auf der Webseite Arbeits-ABC.de, wir möchten heute vorab noch einmal ein Wort zur Software verlieren, die wir für das Online-Seminar Lohn und Gehalt zu Grunde gelegt haben bzw. für die Sie sich, wenn Sie aktiv mitmachen wollen, entscheiden.

Wenn wir jetzt einige Namen nennen, geschieht dies ohne jede Wertung. Als Angestellter in einem Unternehmen wird das Programm genutzt, welches eingeführt ist, stehen Veränderungen an, treffen die Entscheidungen vermutlich die leitenden Mitarbeiter in der Geschäftsleitung. Kurz und gut, Sie müssen sich also mit der verwendeten Software vertraut machen. Werfen wir einen Blick auf eine aktuelle oder noch vorhandene Lohnabrechnung, sehen wir möglicherweise, dass der Steuerberater, der Ihren Arbeitgeber in diesen Fragen betreut, z. B. DATEV verwendet. SAP ist Ihnen sicherlich ebenfalls ein Begriff. Der Autor hielt vor einigen Jahren eine Version des Unternehmens HS-Hamburger Software in den Händen. Im Bereich der Erwachsenenbildung kommen gerne Produkte von SAGE oder LEXWARE zum Einsatz. Ein Verlag bzw. die Autoren eines bekannten Rechnungswesen-Lehrbuches schlagen die beiden Letztgenannten als Software vor, um Beleggeschäftsgänge im Rechnungswesen EDV-gestützt praktisch zu bearbeiten.

Als wir dieses Online-Seminar Lohn und Gehalt begannen, nannten wir mögliche Zielgruppen, an erster Stelle standen dabei die Auszubildenden und diejenigen, die ihr Wissen auffrischen oder vertiefen wollen. Wenn Sie sich als Auszubildender oder Umschüler also eine kostenlose Demoversion etwa von LEXWARE besorgen, machen Sie auf jeden Fall nichts verkehrt …

Je nach Machart wird der Nutzer vom Programm gewissermaßen an die Hand genommen und von Registerkarte zu Registerkarte geführt. Direkthilfen informieren ihn über das, was das Programm für eine fehlerfreie Funktion wissen will. Und wenn man sich zu Beginn im Demo-Modus eines der hinterlegten Mustermitarbeiter annimmt, kann eigentlich nichts schief gehen!

So, jetzt aber weiter im Online-Seminar Lohn und Gehalt bei Arbeits-ABC.de! Die Überschrift für unser heutiges Thema lautet „Inflationsrate, Lohnerhöhung, Reallohnzuwachs – was bleibt tatsächlich?“

Die Inflationsrate im EURO-Raum bewegt sich seit einigen Jahren für uns als Verbraucher auf einem erfreulich niedrigen Niveau, wenn wir den amtlichen Veröffentlichungen Glauben schenken wollen.

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Wenn es also heißt, die Preissteigerungsrate lag im letzten Jahr bei angenommenen 1,5 %, bedeutet das nichts anderes, als dass für eine Ware, die bislang 100,00 € kostete, nunmehr 101,50 € zu bezahlen sind. Bekommen wir entsprechend mehr Lohn oder Gehalt, sei es durch Tarifvertrag oder erfolgreiche Verhandlungen mit dem Arbeitgeber, sollte alles in Ordnung sein und wir als Arbeitnehmer zumindest nicht ärmer werden, oder?

Spielen wir dieses Szenario mit unseren beiden Mitarbeitern Leo Lohn und Gundula Gehalt –wiederum mit Steuerklasse III und einem Kinderfreibetrag – doch einfach einmal durch und unterstellen, beide Arbeitnehmer können sich über eine Lohnerhöhung von 3 % freuen. Bei Leo Lohn erhöht sich der Stundenlohn also um 0,45 € auf 15,45 € pro Stunde.

Vergleichen wir die Auszahlungsbeträge der beiden Januarabrechnungen miteinander, hat Leo Lohn 39,98 € „mehr in der Tasche“, wie es so schön heißt. Eine Bruttolohnerhöhung von 3 % macht beim Nettoverdienst bzw. Auszahlungsbetrag also lediglich 2,37 % aus. Wie erklärt sich dieser Unterschied? Mit steigendem Bruttoverdienst erhöhen sich nicht nur die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung – das aber nur relativ, weil sich die Prozentsätze zur Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung in ihrer Höhe ja nicht ändern.

Wir müssen die bei Leo Lohn einbehaltene Lohnsteuer bzw. Annexsteuern (Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag) betrachten. Bei der ersten vorliegenden Januarabrechnung zahlt er 358,91 € LSt., entsprechend 13,59 %, bei der zweiten Abrechnung 379,00 € LSt., was aufgerundet ca. 13,94 % entspricht. Der nicht nur in Deutschland geltende, progressive – also stetig steigende – Einkommensteuertarif bewirkt bei Leo Lohn eine höhere Besteuerung des Mehrverdienstes. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Grenzsteuersatz, der in unserem konkreten Fall zu einer Erhöhung des Durchschnittssteuersatzes von 13,59 % auf 13,94 % führte.

Bei einer angenommen Inflationsrate in Höhe von 1,5 % und einem Nettolohnzuwachs in Höhe von knapp 2,37 % kann sich Leo Lohn also doch noch über einen kleinen Reallohnzuwachs freuen!

Gundula Gehalt liegt mit ca. 5,33 % durchschnittlichem Lohnsteuersatz erheblich unter dem von Leo Lohn, aber auch ihr neues Gehalt wirkt sich in Form eines gestiegenen Durchschnittssteuersatz aus. Grundsätzlich bleibt aber auch ihr unter Berücksichtigung der Preissteigerungsrate ein kleines „Plus“.

weiter: Laufende Bezüge eines Lohnempfängers

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