Schon bevor die Zeit des Studiums definitiv endet, beginnt für Studierende die wichtige Phase des Übergangs vom Studium zum Beruf. Experten raten, den Übergang so kurz wie möglich zu gestalten. Rechtzeitig vor dem Abschluss gilt es, die Fühler geschickt auszustrecken und sich beruflich zu orientieren. Wer dazu keine Zeit findet, sollte spätestens mit dem Einreichen der Abschlussarbeit Gas geben: Nun muss das Thema Jobsuche konkret angegangen werden. Ob ein Minijob als Überbrückung, ein Praktikum mit Aussicht auf einen späteren Arbeitsvertrag oder gleich eine feste Stelle: Mit diesen Top 5 Tipps kann der Jobeinstieg schwungvoll beginnen!

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1. Berufliche Orientierung: Studienzeit vorausschauend nutzen

Ein Tipp, für den es auch in der Schlussphase noch nicht zu spät ist. Besser wäre es allerdings, nicht erst im letzten Semester an den Voraussetzungen für eine kurze Übergangszeit zu arbeiten. Wer klug ist, stellt bereits während des Studiums die Weichen für den späteren Erfolg. Im Job starten nämlich meist die Absolventen gut durch, die in den Semesterferien oder im Rahmen von Praktika oder Volontariaten Tätigkeiten übernehmen, die der akademischen Vorbildung entsprechen. Das heißt, nicht wahllos Nebenjobs (interessante Jobempfehlungen findet man z. B. bei Jobmensa) und Praktika annehmen, sondern immer daran denken: Wie nah bin ich damit an meinem künftigen Berufsfeld? Kann ich durch diese Tätigkeit hilfreiche Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern knüpfen? Berufs- und karriereorientierte strategische Planung zahlt sich beim Übergang vom Studium in den Beruf aus.

2. Akademische Beratungs- und Dienstleistungsangebote wahrnehmen

Die Konkurrenzsituation für Absolventen ist hart. Seit 12 Jahren drängt immer mehr akademischer Nachwuchs auf den Arbeitsmarkt, aktuell ist die Zahl der Hochschulabsolventen erneut um 6 Prozent angestiegen. (1) Häufig rückt das Ende der Studienzeit näher, ohne dass sich eine Jobperspektive abzeichnet. Dann sind die Hochschulteams der Arbeitsagenturen eine gute Anlaufstelle. Sie zeigen die beruflichen Möglichkeiten auf, analysieren die jeweilige Karriereorientierung und entwickeln zusammen mit den Absolventen arbeitsmarktnahe Jobsuchstrategien. Wie gut dieses Angebot funktioniert, hängt allerdings wesentlich vom Engagement und vom Wissen der Berater ab. Eine Abfertigung nach Vorschrift wird den Übergang vom Studium in den Beruf nicht beschleunigen, während motivierte und qualifizierte Berater einiges dazu beitragen können, Absolventen Karrierewege zu erschließen. Dazu gehört auch die Hilfestellung bei aussagekräftigen Bewerbungen, Coaching im Hinblick auf Vorstellungsgespräche und Assessment-Center sowie die Vermittlung von Kontakten zu potenziellen Arbeitgebern.

(1) Quelle: Statistisches Bundesamt 2014

3. Mittelständische Unternehmen für Initiativbewerbungen auswählen

Vielen Absolventen steht ein Bewerbungsmarathon bevor, auch wenn das Studium in der Regelstudienzeit durchgezogen wurde und die Abschlussnote ausgezeichnet ist. Wer nach 20 Bewerbungen bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche hat, darf sich glücklich schätzen. Eher werden es 50 und mehr Bewerbungsschreiben sein. Es kommt natürlich auf die Branche an: Manche Fachrichtungen bieten größere Chancen auf einen schnellen Jobeinstieg als andere – wie überall gilt auch im Job das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Statt sich auf Stellenangebote zu konzentrieren, sollten Akademiker aktiv werden und mit Initiativbewerbungen auf sich aufmerksam machen. Bei internationalen Konzernen stapeln sich allerdings unverlangt eingereichte Bewerbungen in den Personalbüros.

Eine vielversprechende Alternative für Akademiker sind spezielle kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die sogenannten „Hidden Champions“. Wer hier sorgfältig recherchiert und sich initiativ bei passenden Marktführern bewirbt, muss deutlich weniger hoch qualifizierte Konkurrenz befürchten. Allerdings bitte jede Initiativbewerbung bis ins Detail individualisieren! Lieber nur 10 Unternehmen sorgfältig auswählen, anstatt ein Serienanschreiben zu vervielfältigen, in eine Standardmappe zu packen und mit dieser Massenwurfsendung wahllos Firmen zu überschütten.

4. Vorsicht beim Absolventenpraktikum: Jobeinstieg oder Jobverzögerer?

Viele Unternehmen winken zunächst mit einem Absolventenpraktikum – meist bescheiden oder gar nicht vergütet, aber danach lockt der Arbeitsvertrag. Wenn trotz aller Bemühungen kein fester Job in Reichweite rückt, ist ein solches Praktikum nicht die schlechteste Wahl. Es macht sich gut im Lebenslauf und bietet die Möglichkeit, Praxiserfahrung zu sammeln. Aber Absolventenpraktika können sich als Karrierefalle erweisen, wenn sie verlängert werden. Aus drei Monaten wird dann gerne ein Jahr – ohne Garantie auf eine anschließende Übernahme. Aufgrund des hohen Arbeitspensums fällt es in dieser Zeit zudem schwer, sich für Bewerbungen zu motivieren. So verstreichen wertvolle Monate, und am Ende beginnt der ganze Bewerbungsprozess von vorne. Deswegen Vollzeit-Praktika aller Art nie als sicheren Türöffner für den Job ansehen, sondern einen Plan B entwickeln!

5. Kompromissbereit sein und Frist für den Traumjob setzen

Optimal wäre es, 3 Monate nach Ende des Studiums die Jobsuche erfolgreich beendet zu haben. Die meisten Absolventen suchen jedoch länger. Sind aber 12 Monate verstrichen und es tut sich immer noch gar nichts, kann es an den hochgesteckten Erwartungen liegen. Sicher wäre es wünschenswert, direkt einen tollen Karrierestart hinzulegen, und das am besten noch im Traumberuf. Derart schnurgerade läuft es aber selten beim Jobeinstieg. Gute Perspektiven ergeben sich häufig erst über weniger attraktive, da schlechter bezahlte oder weniger hoch im Kurs stehende Umwege. Nach den ersten Wochen zeigt sich dann, ob es hier nur ums Überleben geht, oder ob der neue Job doch mehr Herausforderungen und Karrierechancen bietet als erwartet.

Ein Filmtipp zum Schluss: Arbeitsmarkt für Akademiker unter der Lupe

Wie die Realität bei der Jobsuche für Akademiker aussieht und was im Arbeitsalltag erwartet wird, haben „Die Reporter“ für die Sendung Panorama untersucht. Ein sehr differenzierter und aufschlussreicher Beitrag, in dem Absolvent Jonas seine Jobwette verliert, aber jede Menge Erkenntnisse gewinnt.

Die Jobwette: Arbeitsmarkt für Akademiker. Die Realität.

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