Ob Outplacement, Inverses Headhunting oder Treuhand Search: Karriereberatung ist idealerweise auch handfeste Unterstützung im Bewerbungsprozess – gerade wenn ganz frisch eine Kündigung oder eine Trennungsvereinbarung auf dem Tisch liegt oder im Anrollen ist. Im dritten Teil der Artikelserie Bausteine der Karriereberatung geht es deshalb um professionelle Instrumente, die den Klienten ganz direkt unterstützen, wenn er sich nach einer neuen Position umsehen muss oder aus eigener Motivation an einem Wechsel interessiert ist.

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Für gewöhnlich hat kaum jemand Routine in der Selbstvermarktung auf Knopfdruck und bei der Suche nach neuen Jobs. In dieser Situation entwickelt ein Karriere- bzw. Outplacement-Berater mit dem betroffenen Mitarbeiter nicht nur neue realistische Perspektiven, sondern bietet auch handfestes Aktivitätenmanagement im Bewerbungsprozess.

Aktivitätenmanagement

Der begleitete Bewerbungsprozess bereitet dabei den Übergang zu einem neuen Arbeitgeber bestmöglich vor. Hier werden vorhandene Selbstvermarktungsimpulse ebenso genutzt wie das vollständige Screenen des offenen Arbeitsmarktes und die Aktivierung des eigenen Netzwerks. Der Berater steht hier unterstützend zur Seite: Von der Recherche von Stellenangeboten, der Identifizierung von passenden Zielfirmen, dem zur Verfügung stellen von den richtigen Headhunter-Adressen über die Erstellung professioneller mehrwertorientierter Bewerbungsunterlagen und Präsentation in Social Media Plattformen, der Argumentation der Trennungsgründe bis zum Vorbereiten und Trainieren von Vorstellungsgesprächen.

Zentrale Grundlage dieses Aktivitätenmanagements sind die bereits vorgestellten Bausteine der Karriereberatung: Berater und Kunde arbeiten zunächst Motivationen, Ressourcen und vor allem bisherige Erfolge und Performances heraus, identifizieren Positionierungspotentiale und entwickeln gemeinsam Perspektiven für die berufliche Zukunft sowie Erfolgsstrategien des Personal Branding.

Auch Erstkontakte mit potenziellen neuen Arbeitgebern sollten zum Angebot gehören. Hilfreich ist es, wenn die Berater die Passgenauigkeit zwischen Stellengesuch und Bewerber schon vorab in einem Telefonat klären. Das erspart den suchenden Mitarbeitern überflüssige Bewerbungen und damit viele frustrierende Bewerbungsprozesse, die Zeit und Nerven kosten. Vor allem Mitarbeiter, die aufgrund ihres Alters, einer sehr langen Betriebszugehörigkeit oder anderen „Handicaps“ normalerweise mehr Schwierigkeiten beim schnellen Wiedereinstieg haben, profitieren von dieser Unterstützung bei ihren Aktivitäten.

Die Königsklasse: Inverses Headhunting / Inplacement

Was Headhunter tun, wissen wir: Ein Berater sucht im Auftrag eines Unternehmens eine passende Führungskraft. Doch inverses Headhunting dreht den Spieß um: Hier sucht ein Berater im Auftrag der Führungskraft das passende Unternehmen. Das Ziel: eine passgenaue Position, die den Fähigkeiten und Wünschen des Headhunting-Kunden entspricht.

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Im Fokus: der verdeckte Arbeitsmarkt

Das Spannende am Inversen Headhunting: Gerade der verdeckte Arbeitsmarkt bietet unschätzbares Potential für qualifizierte Bewerber. Doch die Schwierigkeit ist, ohne Beziehungen und ohne den eigenen Wechselwunsch offenzulegen, die wertvollen Informationen über mögliche Positionen in Firmen zu erhalten. Umgekehrt haben Unternehmen Bedarfe nach spezifischen Qualifikationen, die bisher aber nicht explizit offen kommuniziert wurden. Der „Inverse Headhunter“ identifiziert daher passende Zielfirmen und begleitet – entweder personalisiert oder anonym – die Kontaktaufnahme zu Entscheidern. Dieses Potential bleibt oft ungenutzt, da der Aufwand der Recherche erheblich, die Durststrecke lang ist und alleine sich wenige auf diesen Weg machen. Wobei die Vorteile auf der Hand liegen: sollte ein Unternehmen latenten Bedarf an der (Neu)Besetzung einer Position haben, liegt die Initiativbewerbung schon auf dem Tisch. Wenn die Person passt, erspart sich das Unternehmen den aufwändigen und teueren Prozess der Suche nach einem geeigneten Kandidaten am offenen Arbeitsmarkt – so entsteht eine Win-Win Situation.

Natürlich wird auch der offene Arbeitsmarkt gescreent und eine qualifizierte Vorauswahl adäquater Positionen vorgenommen. Das ganze geschieht zu 100% anonym und schützt damit auch die Reputation des Bewerbers.

Treuhand Search: Das Wechselpotential anonym testen lassen

Wer seine Chancen in bestimmten Unternehmen testen möchten, kann mit anonymisierten CVs die Chancen auf Wechselpotential testen lassen: Bei interessanten Stellenausschreibungen wird dann für die Klienten bei Personalberatungen und Unternehmen angerufen und geklärt, ob die Stelle zum Klientenprofil passt. Im diesen Telefonaten lassen sich sowohl die inhaltlichen als auch vor allem gehaltlichen Rahmenbedingungen prüfen. Das schützt die Klienten vor überflüssigen Bewerbungen, langer Wartezeit auf Reaktionen, aber auch vor Frust bei Absagen. Außerdem schont diese Vorgehensweise Zeit und Nerven und macht den Bewerbungsprozess effektiver.

Wichtig ist: Durch diese diskrete Vorgehensweise bleibt die Reputation der Klienten geschützt und das Veränderungsinteresse  gewahrt.

Der Nutzen des Inversen Headhuntings:

Führungskräfte sparen wertvolle Zeit, denn ihre Bewerbungsaktivitäten verdichten sich auf die wirklich aussichtsreichen Wunschpositionen. Die Reputation bleibt gewahrt, da relevante Informationen zu passenden Positionen vorab über den Berater geklärt werden. Neben dem verdeckten Arbeitsmarkt stehen hochwertige Kontakte zu passgenauen Headhuntern zur Verfügung.

Der Nutzen dieses professionellen Aktivitätenmanagements im Bewerbungsprozess liegt in der direkten Unterstützung des Klienten – und der Erfolg spricht für sich: Laut einer Studie des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater „Outplacementberatung in Deutschland 2012/2013“ hatten 69 Prozent der Outplacement-Kandidaten nach sechs Monaten einen neuen Job. Nach 18 Monaten lag diese Quote sogar bei 96 Prozent. Wer also eine professionelle Karriereberatung in Anspruch nimmt, kann erwarten, dass die Beratung über das Herausarbeiten der Potenziale, Kompetenzen und Talente hinausgeht und handfeste Unterstützung im Bewerbungsprozess bietet. So wird eine Trennung schnell zum Karrierekick, kein Karriereknick.

Übersicht zur Artikelreihe: Bausteine der Karriereberatung

Teil 1: Innere Antreiber und Ressourcen sichtbar machen
Teil 2: Talente und Markenkernwert sichtbar machen und kommunizieren
Teil 3: Karrierekick statt Karriereknick